Bad Wurzach - Gleich zwei Krippenspiele bekamen die Besucher auf dem Klosterplatz an diesem Heiligabend auf dem Klosterplatz geboten. Jeweils unter der ökumenisch-geistlichen Begleitung von der evangelischen Pfarrerin Barbara Vollmer und dem Stadtpfarrer Stefan Maier führten zunächst die katholische Kinderkirche und danach die evangelische Frauengruppe ihre einstudierte Krippenspiele vor.
Unter der musikalischen Begleitung einer kleinen Abordnung der Stadtkapelle bei der Petra Springer, Dirigentin und Leiterin der Jugendmusikschule selbst zur Posaune griff, bot die Kinderkirche ein beeindruckendes Krippenspiel, das Pfarrerin Vollmer mit dem Beleuchten des das Hauptportal von St. Verena zierenden Christbaumes sowie dem Jubelgeläut der Kirchenglocken eröffnete.
Dick vermummt verfolgten Eltern und Verwandte der Kinder die Geschichte von der Geburt Jesu und wurden am Ende mit reichlich Beifall belohnt.
Einen Herzenswunsch erfüllt bekam Pfarrerin Barbara Vollmer, die ihre Pfarrstelle in Bad Wurzach zum Jahresende räumt: Erstmals wurde das Krippenspiel von Erwachsenen dargeboten. Musikalisch begleitet von einer Abordnung des evangelischen Posaunenchores stellte die evangelische Frauengruppe den Leidensweg von Maria und Josef bis zur Geburt Jesu in einem Stall am Rande von Bethlehem in beeindruckenden Szenen dar.
Sie waren auf dem Weg zur (römischen) Volkszählung in ihre Heimatstadt Bethlehem, deren Bewohner vom erzählenden Hirten als „hartherzig und geldgierig“ beschreiben werden, da mussten sich die hochschwangere Maria und Josef auf Herbergsuche machen. Singende Engel führen die Hirten mit ihren Geschenken zu dem Stall, der Weihnachtsstern führt die Könige aus dem Morgenland hinzu.
Dass nicht alles „eitel Sonnenschein“ an der Weihnachtsgeschichte ist, zeigt auch der Regieeinfall bei der Inszenierung der Frauengruppe: Ein Engel kommt zu spät zur Krippe, weil er als Geschenk bereits das auf die Passion hinweisende schwere Kreuz zu tragen hatte, wo ihm dabei natürlich niemand helfen wollte. Ihm sprang dann liebenswerterweise der Erzählhirte zum Weitertransport zur Seite.
Mit dem obligatorischen „Stille Nacht“ endete auch das zweite Krippenspiel an diesem besonderen Heiligabend auf dem Klosterplatz, zwar ohne Gesang, aber verbunden mit der Hoffnung auf ein baldiges Ende der Einschränkungen.
Bericht und Bilder Ulrich Gresser

