Bad Wurzach - Die Sitzunge des Technischen Ausschusses brachte nebst einem positiven Jahresabschlussberichtes 2019 der Abwasserbeseitigung noch weitere erfreuliche Nachrichten.
TOP 1: Bericht der Bürgermeisterin
Bürgermeisterin Alexandra Scherer konnte in Sachen Verstärkerbusse positives vermelden. Das Thema war bei der letzten Gemeinderatssitzung angesprochen worden. Da das Land bei den bisherigen Anforderungen nachgebessert habe, fahren ab sofort auf der Strecke nach Albers/ Dietmanns zwei Verstärkerbusse.
Für eine weitere Anfrage bzgl. der Seilbahn, die vom Spielplatz bei der Schurhütte abgebaut worden war, konnte die Rathauschefin ebenfalls Entwarnung geben: Diese wird wieder aufgebaut werden.
TOP 2: Genehmigung Protokoll der letzten öffentlichen Sitzung
Da kein Widerspruch seitens der Ausschussmitglieder erhoben wurde, gilt das Protokoll als genehmigt.
TOP 3: Jahresabschluss der Städtischen Abwasserbeseitigung 2019
Sachbearbeiterin Patricia Wiedenmann ging in ihrem Sachvortrag zunächst auf den beachtlichen Anlagenbestand, der alljährlich unterhalten werden muss, ein:
Rund 95 Km Mischwasserkanäle, 150 Km Schmutzwasserkanäle und 49 Km Regenwasserkanäle, drei Kläranlagen und 50 öffentliche Pumpwerke sowie 12 Regenüberlaufbecken bzw. Stauraumkanäle müssen regelmäßig kontrolliert und gewartet werden.
Die Schmutzwassermenge reduzierte sich um knapp 5%, die Fläche für die Niederschlagswassergebühr um knapp 1% im vergleich zum Vorjahr.
Trotzdem weist der Jahresabschluss einen Jahresgewinn von 375.975,12 € aus, mehr als das Vierfache als im Wirtschaftsplan vorgesehen. Dabei lagen die eigentlichen Erträge rund 90.000 € über dem Planansatz, durch Auflösung von Gebührenrückstellungen und Sonderposten flossen weitere 88.000 € in das Ergebnis mit ein.
Die Aufwendungen lagen 206.000 € unter dem Planansatz: Einsparungen ergaben sich durch die Rückerstattung der Abwasserabgabe (rund 112.000 €),
geringere Kosten bei der Unterhaltung des Kanal- und Kläranlagenbereich (rund 110.000 €. Dem standen Kostensteigerungen bei der Betriebskostenumlage an AZV und Gemeinde Rot a.d.Rot (rund 31.000 €) Abschreibungen (rund 25.000 €) gegenüber.
In der Vermögensplanabrechnung mit einem Volumen von 3,127 Mio. schlugen auf der Habenseite 375.975 € Gewinn, Beiträge / Entgelte 760.741€ ein Trägerdarlehen in Höhe von 850.000 € sowie nicht verbrauchte Deckungsmittel von 249.757 € zu Buche. Demgegenüber standen auf der Ausgabenseite Investitionen von 1.238.541 €, Auflösung Ertragszuschüsse 463.537 €, die Tilgung bestehender Darlehen 957.503 € und nicht verbrauchte Deckungsmittel des laufenden Jahres in Höhe von 467.998 €.
Größte Investitionen waren die Inlinersanierung (Dr. Harry-Wiegand Str. / Achbergstr.) mit rd. 153.000 €, ein Rechen (mit Steuerung u. Waschpresse) rd. 140.000 € und der Regenwasserkanal am Baugebiet Gottesbergweg II mit 82.000 €.
Die Bilanzsumme beträgt 23.593.908,61 €, deren größte Posten die Sachanlagen mit 21,511 Mio. sowie Forderungen in Höhe von 1,005 Mio. € auf der Aktiva-Seite sind. Dem Stehen auf der Passivaseite 11,079 Mio. € an empfangenen Ertragszuschüssen, insgesamt 6,801 Mio. € an Trägerdarlehen als größte Posten gegenüber.
Der Schuldenstand betrug am 31.12.2019 8,301 Mio. €. Trotz der weiteren Kreditaufnahme in Form eines Trägerdarlehens konnte eine Tilgungsrate von 957.503 € geleistet werden.
Genau danach fragte Bernhard Schad. Er wollte wissen, wie diese zustande gekommen war. Patricia Wiedenmann erklärte dazu, dass nach Ablauf der Zinsbindungsfrist zwei Darlehen vorzeitig hatten abgelöst werden können.
Des weiteren wollte Schad wissen, wer den Jahresabschluss prüfe, weshalb es eine Rückerstattung bei der Abwasserabgabe von rund 112.000 Euro gegeben habe und was unter "Auflösung passivierter Ertragszuschüsse" verstanden werde.
Wiedenmann erläuterte, dass es eine Rückerstattung vom Landratsamt in diesem Bereich gegeben habe und dass mit „Auflösung passivierter Ertragszuschüsse“ die Auflösung von Sonderposten wie etwa früher erhaltene Zuschüsse gemeint sei, die parallel zur Abschreibung von Investitionen immer aufgelöst werden müssen. Herr Kunz hatte bereits darauf hingewiesen, dass die GPA wie die Stadt auch den Eigenbetrieb Abwasser und dessen Jahresabschlüsse prüfe.
Klaus Schütt fragte wegen der Mehrkosten, die nach Rot an der Rot überwiesen werden mussten. Dazu wollte er wissen, ob es da beim Abwasserzweckverband Umlachtal, wo Bad Wurzach Mitglied ist, im vergangenen Jahr unvorgesehene Investitionen gegeben habe. Bürgermeisterin Scherer sagte dazu, dass die höheren Gebühren durch die an die Gemarkung Rot angrenzenden Flächen in Hauerz entstanden seien.
Eine weitere Frage Klaus Schütts betraf allgemein die Berechnung der zukünftigen Abwassergebühren und inwieweit der „Gewinn“ 2019 hier mit in die Kalkulation einfließt. Stadtkämmerer Stefan Kunz ergänzte die Aussage von Wiedenmann, dass 2021 die Neukalkulation der Gebühren für die nächsten Jahre anstehe, man sei darum bemüht, die Gebühren konstant zu halten, also Ausschläge nach oben und unten in der Kalkulation auszugleichen.
Power-Point zum Jahresabschluss 2019
Bericht Uli Gresser

