Bad Wurzach - Der Gemeinderat hatte bei seiner letzten Sitzung am 27. Juli entschieden, im Zuge eines Entwicklungskonzeptes für ein Nahwärmekonzeptes zur Nutzung der Abwärme der Glasfabrik ein allgemeines Stadtentwicklungskonzept auf den Weg zu bringen. Nun fand als erster Schritt ein Stadtspaziergang für eine Bestandsaufnahme über Stärken und Schwächen der bisherigen Situation statt.
Johann Senner, Chef des Planungsbüros Planstatt Senner konnte gemeinsam mit Bürgermeisterin Alexandra Scherer und Wolfgang Wahl von Rapp Trans (Verkehrsplanung) beim Ausgangspunkt Kurhaus viele Gemeinderäte, aber auch zahlreiche interessierte Bürger begrüßen.
Dort umriss er kurz die Aufgaben, die von Stadt und Gemeinderat für den Zeitraum bis 2035 in den Bereichen Leben, Mobilität und Schulen angegangen werden sollten, ehe sich die rund 30 Teilnehmer auf den Weg zum Klosterplatz machte, der ersten Station des insgesamt 8 Stationen umfassenden Rundganges.
Bürgermeisterin Alexandra Scherer erläuterte dort, dass die von vielen Bürgern angemahnte Beschattung in Form von mobiler Begrünung bestellt sei. Etwas schwieriger gestaltete sich die Kommunikation bei der zweiten Station, dem Platz rund um den Marienbrunnen vor dem Rathaus, wo das Verkehrsdilemma deutlich wurde, wenn Redebeiträge teilweise wegen des vorbeifahrenden Verkehres unterbrochen mussten. Stadtbaumeister Matthäus Rude erklärte, dass eine eventuell angedachte Fußgängerzone für den Handel zum Problem werden können. Johann Senner stellte diesem ein gutes Zeugnis für den geringen Leerstand aus.
Ein großes Problem, das zu dem erhöhten Verkehrsaufkommen führe, sei die mangelhafte Nutzung der seit nunmehr 25 Jahren vorhandenen Ortsrandstraßen, bekamen die Planer von Bürgerseite zu hören. Ebenfalls problematisch sehen diese die fehlenden Querungshilfen in der Innenstadt. Bei der dritten Station, dem Postplatz, drehten sich die meisten Diskussionsbeiträge naturgemäß um das Thema Verkehr und wie die Situation an diesem zentralen Busbahnhof entzerrt werden kann. Aber auch, ob es nicht für Radfahrer aus dem Baugebiet Reischberghöhe eine „Schnellverbindung“ hinter dem Schloss geben könne. Dazu meinte Stadtbaumeister Rude, dass gemeinsam mit dem Salvatorkolleg Überlegungen zur Öffnung des Parks angedacht würden.
Zum Thema Verlegung des Busbahnhofes meinte Ute Ehrmann Chefin des gleichnamigen Busunternehmens, dass dazu eine gute Planung nötig sei. Wolfgang Wahl stimmte ihr zu, weil viele Komponenten berücksichtigt werden müssen.
Die Stationen Vier – Ravensburger Straße – und fünf – Schulzentrum – standen im Zeichen des Radwegeausbaues sowie dem derzeitig schlechten Zustandes der hauptsächlich von Schülern benutzten Gehwege, sowie der eventuellen Verlegung eines Teiles des Busbahnhofes auf die Wiese bei der Riedsporthalle. Julia Kibler, Schulleiterin der Werkrealschule mahnte dazu an, im Vorfeld der Planungen die für die Aufsicht verantwortlichen Lehrer mit ins Boot zu holen.
Beim ehemaligen Bahnhofsgebäude (Bau Informationszentrum und Baugeschäft H&M) und dem gegenüberliegenden Gebäude, das für einige Jahre das Jugendhaus beherbergt hatte, kamen die Themen Bahnsteig des Moorexpress, zukünftige Jugendarbeit, aber auch das Thema Supermärkte zur Sprache.
Senner erläuterte, dass die großen Flächen, die Supermärkte benötigen, zukünftig nicht mehr nur ausschließlich gewerblich genutzt werden, sondern dass darauf zusätzlich Wohnraum entstehen werde. Auf dem Rückweg zum Kurhaus, wo die Teilnehmer dann ihre Ideen für die Veränderungen in den verschiedenen Bereichen zu Protokoll gaben, kam auch die Öffnung einer Sichtachse auf das Schloss zur Sprache, da eine solche durch den Bewuchs des Schlossparkes verhindert wird.
Moritz Weber, Dr. Bahareh Heydari von Planstatt Senner, Wolfgang Wahl von Rapp Trans, Bürgermeisterin Alexandra Scherer, Baurechtsexperte Andreas Haufler sowie Stadtbaumeister Matthäus Rude sammelten an verschiedenen Stationen beim abschließenden Workshop Ideen zu den Bereichen Mobilität, Bauliche Entwicklung, Freiräume, Soziales /Bildung, Naherholung und Tourismus und Sonstiges, auf deren Basis die beiden Planungsbüros ihre weiteren Schritte angehen können.
Bürgermeisterin Scherer sowie die Planer Senner und Wahl versprachen, nach Aufarbeitung dieser ersten Ergebnisse in Kürze den nächsten Schritt in Form einer weiteren Bürgerwerkstatt zu gehen.
Bericht und Bilder Ulrich Gresser

