Haidgau - Ob Verkäufer oder Besucher, alle Beteiligten waren sich einig: die ersten Haidgauer Hofflohmärkte begeisterten an diesem Samstag alle. Was nicht zuletzt auch daran lag, dass Petrus jedem einzelnen Flohmarktfieranten mit einem perfektem Wetter seinen Segen gegeben hat.
Es waren 55 Standorte, an denen Haidgauer Bewohner und deren Verwandte,, Freunde und Bekannte in ihren Einfahrten, Höfen, Garagen oder Gärten ihre Dachbodenfunde und Kellerstaubfänger feil boten. Bereits Morgens um neun waren die ersten Händler im Ort unterwegs, um sich die besten Schnäppchen schon vor dem offiziellen Verkaufsbeginn zu sichern.
Hinter den beiden Organisatorinnen Sarah Slansky und Stefanie Caglioglu, beide im Vorstandsteam des Veranstalters, der Sportgemeinschaft Haidgau, lagen da bereits nervenaufreibende Tage. Die Hofflohmärkte, nach dem Vorbild von Molpertshaus und Reute aufgezogen, begeisterten dann aber bei bestem Flohmarktwetter alle Besucher, nachdem – auch dank des engagierten Einsatzes der Ortsvorsteherin Ernestina Frick – alle Corona-Hürden umschifft werden konnten.
Die Flohmarktverkäufer hatten sich im Vorfeld in eine Liste eingetragen, und so verteilten sich die „Stände“ von der Waldseer Straße im Norden über die Siedlung an der Ehrensberger Straße im Westen, dem Neubaugebiet an der Wengener Straße und beim Café in der Mennisweilerstraße im Südwesten, die von den Veranstaltern in einer Karte dokumentierten. Selbstverständlich wurden überall die geltenden Hygienevorschriften (AHA – Abstand Hygiene Alltagsmasken) eingehalten und an jedem Standen wurden Handdesinfektionsmittel bereitgestellt.
Schließlich wurden Gartenzäune zu Kleiderständern, Hofeinfahrten zu Textilläden. Zwischen blühenden Rosen und mit reifen Äpfeln behangenen Obstgärten, konnten die Besucher an den Ständen – Weihnachten ist nicht mehr fern – zwischen Christbaumschmuck, Sommerklamotten oder echten (analogen) Spielen wählen, mit denen frühere Generationen sich an den Sonntagnachmittagen die Zeit vertrieben.
Stolz präsentierten die Käufer ihre „Schätze“ für die sie teilweise ihre Kinderwagen zu Transportkarren umfunktionierten. Auch werdende Mütter sorgten mit Spielzeug für den kommenden Nachwuchs vor. Die Kinder selbst konnten in großen Mengen von Kuscheltieren schwelgen, von ganz klein bis zum Jumbogroßen Schoßhund.
Wer alle Stände abklappern wollte, musste gut zu Fuß sein, durch die beiden Siedlungen wurde kam rasch ein mehrere Kilometer langer Fußmarsch zusammen. Manchen Flohmarktverkäufern war das reine Ausstellen ihrer Waren zu wenig, sie zeigten sich bei der Präsentation ihrer Flohmarktschätze durchaus kreativ.
Und weil natürlich zu einem Festtag auch die entsprechende Bewirtung gehört, lud das Team vom Gasthaus Engel bereits am Nachmittag zum Verweilen in seinem schattigen Biergarten ein.
Text und Bilder Ulrich Gresser

