Hauerz - In diesem Jahr ist vieles anders: Musikvereine und auch Reitvereine durften erst sehr spät, wenn überhaupt in die Saison starten und dann auch noch ohne Publikum. So konnte auch der Reitverein Hauerz erst sehr kurzfristig entscheiden, ob er das für dieses Wochenende angesetzte Turnier überhaupt durchführen konnte.
Josef Dobler, der Vorsitzende des Reit- und Fahrverein Hauerz freute sich dennoch: Trotz der sehr kurzfristigen, erst durch die Lockerungen der Corona Verordnung möglich gewordenen Durchführung des dreitägigen Springturnieres (ohne Zuschauer) haben sich mehr Reiter wie sonst angemeldet. Damit wird das wirtschaftlich für den Verein so wichtige Event die diesjährige Bilanz doch noch einigermaßen retten.
Denn obwohl die Reiter in diesem Jahr ein deutlich höheres Nenngeld berappen mussten, kamen sie in Scharen nach Hauerz. Aus Pliezhausen, Donzdorf, aus dem Allgäu, ja aus Vorarlberg und ganz Oberschwaben kamen die Reiter mit ihren Sportpferden angereist. Im Laufe der Jahre habe sich der Reitverein Hauerz in der Szene für seine gut organisierten Turniere einen Namen geschaffen, sagt Josef Dobler, so dass es für den Verein einfach wichtig war, den Reitern ein Turnier zu bieten.
Warum das auch für die Reiter und Pferde so wichtig ist, erklärt Sven Sieger, Profireiter aus Ebenweiler, der dort einen Ausbildungsstall führt und für den RV Zollenreute startet. „Auch für die Pferde, speziell für die jüngeren ist es nach der langen Corona-Pause wichtig, Turniererfahrung zu sammeln.“ Deswegen ergriffen auch die Reiter jede Gelegenheit für einen Start in der derzeit noch dünngesäten Turnierlandschaft.
Für ihn ist das Turnier in Hauerz, auch wegen der perfekten Organisation ein Highlight für ihn, der erst vor Wochenfrist in Warendorf beim Deutschen Championat in Warendorf am Start war. „Für mich ist es mit meinem Ausbildungsstall auch eine wirtschaftliche Frage. Denn je früher die jungen Pferde Turniererfahrung sammeln, umso wertvoller werden sie.“ Umso mehr freut er sich, dass er nun in Hauerz dazu die Gelegenheit hat, seine jungen Pferde auf einem Turnier zu testen, nachdem der Saisoneinstieg erst Ende Juli möglich war. Das positive an der Corona-Zeit sei gewesen, dass er seine jungen Pferde intensiver ausbilden konnte.
RFV-Vorstand Josef Dobler bedauert, dass wegen des Hygiene-Konzepts keine Zuschauer zugelassen werden konnten. Er hofft aber, dass die Zuschauer dem Verein die Treue halten werden und voraussichtlich im nächsten Jahr wieder das Turnier besuchen werden. Das sehr aufwendige Hygienekonzept eingehalten wird, das bestätigt auch Sven Sieger. Die Abwicklung – etwa für die Nennungen – erfolgte online, Siegerehrungen fanden nicht auf dem Platz statt.
Die Ergebnisse der ersten drei wurden vom Sprecher angesagt, aber ansonsten mussten die Teilnehmer – ebenfalls online – ihre Platzierungen nachlesen, beschreibt Dobler die eigentümliche Atmosphäre bei dem Turnier.
Bericht und Bild Ulrich Gresser

