DBSZ DBSZ BadWurzach 1200v01

Bad Wurzach - Organisator Wolfgang Grösser war nicht zu beneiden: Weil das Wetter unsicher war, musste er sich entscheiden: Sollte er das 50. Serenenadenkonzert der 10 Musikkapellen aus der Großgemeinde am Samstag oder erst am Sonntag durchführen?

Viele bange Blicke auf die Wetter-App waren erforderlich, um die Entscheidung schließlich zugunsten des Samstags zu fällen. Ein wenig nahm ihm die Entscheidung der Dart-Verein Team Butterfly ab, der die Bewirtung der Gäste übernahm und kurzerhand seine Essens- und Getränkestände im Schlosshof aufbaute.

Wie in jedem Jahr eröffnete auch in diesem Jahr die Stadtkapelle mit ihrer Dirigentin Petra Springer, die beim Gesamtchor den Dirigentenstab führen sollte, den Sternmarsch der Musikkapellen. In Anwesenheit von Josef Burkhardt, der als langjähriger Vorstand der Stadtkapelle einer Väter des Serenadenkonzertes war und dieses auch viele Jahre moderierte. Ebenfalls mit dabei war Musikdirektor Hans Herle, der Vorgänger von Petra Springer, der über Jahrzehnte die musikalische Leitung des Gesamtchores der Musikanten übernommen hatte.

Die einzelnen Musikkapellen boten bereits bei ihrem Einmarsch dank Fahnenabordnungen, Namenstafel und Blumenkinder ein beeindruckendes und buntes Bild und vermittelte den zahlreichen Zuschauern ein wenig Musikfest-Feeling. Auf die Stadtkapelle folgten auf dem Weg zum Marienbrunnen Seibranz, Haidgau, Ziegelbach, Dietmanns, Unterschwarzach, Arnach, Hauerz, Eggmannsried und Eintürnen.

Wolfgang Grösser, der vor dem Einmarsch der einzelnen Kapellen deren Entree-Stück ansagte hatte zum Jubiläum noch einiges mehr über das beliebte Konzert zu verkünden. 1973 aus Anlass der 700 Jahr Feier der urkundlichen Erwähnung Wurzachs wurde die Idee geboren, einen Sternmarsch mit den Musikkapellen der Gesamtgemeinde zu veranstalten, dessen Gesamtchor dann mit rund 200 Musikern im Schlosshof stattfand. Damals wurden sogar noch Fackelträger zur Beleuchtung für die Musiker benötigt, denn kurz nachdem die Kapellen vor Ort waren, war es bereits dunkel, weil es damals noch keine Sommerzeit gab.

Eine weitere interessante Information fand Wolfgang Grösser bei seinen Recherchen in der Chronik der Stadtkapelle: Neben den 10 Kapellen der Stadt war auch die Musikkapelle Ellwangen, die nach wie vor die Gruppenführerversammlung der Heilig-Blut-Reiter am Pfingstmontag musikalisch untermalt, mit dabei. Dies war sicher der damals sich im Gange befindlichen Kreisreform geschuldet, an deren Abschluss dann Ellwangen zum Landkreis Biberach kam und der Altkreis Wangen im Landkreis Ravensburg aufging.

Passend dazu eröffnete der Gesamtchor der über 400 Musiker das gemeinsame Konzert mit dem Allgäu-Schussen-Marsch von Hans-Hartwig. Bürgermeisterin Alexandra Scherer sagte in ihrem kurzen Grußwort, dass die Musik zum Zusammenwachsen nach der Kreisreform, die 1975 abgeschlossen wurde, einen großen Beitrag geleistet habe. „Es ist nach wie vor eine Erfolgsstory, sonst hätte sich die Veranstaltung nicht 50 Jahre gehalten!“

Klaus Wachter, stellvertretender Vorsitzender des Kreisverbandes, nannte in seinem Grußwort die Bad Wurzacher Musikkapellen ein Aushängeschild des Kreisverbandes. „Das Herz der Blasmusik schlägt in Bad Wurzach!“

Weiter ging es musikalisch mit der Polka „Jubiläumsklänge“ des berühmtesten zeitgenössischen Blasmusik-Komponisten der Stadt, nämlich von Peter Schad.
Dieser war – übrigens gebürtig aus Ellwangen – beim Jubiläumskonzert noch mit seiner Polka „Ewig Schad“ zum Abschluss des offiziellen Programmteils vertreten.

Davor hatte Petra Springer aber noch passend zum Jubiläum die Polka „Ein halbes Jahrhundert“ gesetzt. Und ebenfalls mit „Start zum Jubliläum“ eine Marschkomposition eines Wurzacher Komponisten, nämlich von Bernd Butscher. Der Dietmannser leitete beim Einmarsch der Kapellen gleich deren zwei und hat durchaus das Zeug, als Komponist in die zugegebenermaßen großen Fußstapfen eines Peter Schad zu treten.

Auch in diesem Jahr wurde die Tradition fortgesetzt: Als Zugabe bekamen die Zuschauer wie immer den weltberühmten Militärmarsch „Alte Kameraden“ von Carl Teike kredenzt, den dieser in seiner Ulmer Zeit komponiert hatte.

Das Ende des Konzertes war eine Punktlandung: Denn kaum waren die letzten Klänge der Zugabe verklungen, öffnete Petrus für kurze Zeit die Himmelsschleusen, nicht zu stark, aber immerhin soweit, dass die Holzbläser es vorzogen ihre wertvolle Instrumente in Sicherheit zu bringen.

Aber für die Blechbläser stellte der kurze Regenguss jedoch kein Problem dar, so dass die Butterfly Darter im Schlosshof doch noch ordentlich zu tun bekamen.

 

Bericht und Bilder Ulrich Gresser

 

 

--------------------------------------------------

halloRV

­