Bad Wurzach (Leserbrief) - Aus den bisherigen Beiträgen zur geplanten Pyrolyseanlage in der Kurstadt Bad Wurzach dürfte klar geworden sein, dass es sich bei der Anlage um keine Biofabrik handelt, sondern um eine Chemiefabrik. In ihr entstehen neben den gewünschten brennbaren Stoffen gesundheitsschädliche hochtoxische Stoffe.
Die Gefahrstoffe sind in den entstehenden Gasen, der Flüssigkeit und im festen Rückstand. In der Bildschirmzeitung (02.08.2020) wird beschrieben, was mit den schadstoffhaltigen, festen Stoffen geschehen soll. "Der Restabfall sei laut Schad (Vorstand der BAG) noch so energiereich, dass er zur Zementproduktion eingesetzt werden könne."(Zum Bericht vom 02.08.20)
Dass eine Zementfabrik keine Filteranlagen für Schadstoffe hat, zeigte die Sendung Report vom 18.08.2020. "Wie umweltschädlich ist Müllverbrennung in Zementwerken?“. Es lohnt sich, diesen Beitrag in der Mediathek anzusehen. So wird dort auch aufgedeckt, dass Zementwerke eine Ausnahmegenehmigung für den Ausstoß von Schadstoffen bekommen. Beispielsweise dürfen die im Emissionsschutzgesetz festgelegten Grenzwert für Schwefelgase das 8-fache betragen. Für das giftige Kohlenmonoxid gilt sogar der 60-fache Wert. (Zum Video-Bericht "Wie umweltschädlich ist Müllverbrennung in Zementwerken?")
Ärgerlich, wie der Begriff „Biofabrik“ und ein Markenversprechen wie „weiße Fabrik“ marketingtechnisch missbraucht wird für eine umwelttechnisch und von der Gefährdung höchst bedenkliche Technologie: Geschieht dies bewusst oder aus Unwissen?
Text: Reinhold Mall
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