Bad Wurzach - Die Jahreshauptversammlung der TSG Bad Wurzach, mit 1327 Mitgliedern größter Verein der Stadt, zeigte auf, dass er durch die Pandemie in seiner Mitgliederentwicklung nur in geringem Maße beeinflusst wurde. Dazu gab es zwei personelle Veränderungen im Ausschuss und Vorstand.
TSG Geschäftsführer Peter Müller konnte in seiner Begrüßung zu der diesjährigen JHV des Vereines im Fußballerheim auch Bürgermeisterin Alexandra Scherer willkommen heißen.
Vor dem Einstieg in die Tagesordnung bat Vorstandssprecher Thomas Grandl die Anwesenden Mitglieder sich zum Totengedenken zu erheben. Denn mit dem Ehrenvorstand Eike Schiller, Ehrenmitglied Norbert Vollmer und Franz Renner waren im vergangenen Vereinsjahr drei sehr prominente TSG-Mitglieder verstorben.
Thomas Grandl ging in seinem Rechenschaftsbericht zunächst auf die Mitgliederentwicklung ein. Mit 1327 Mitgliedern ist die TSG mit ihren 7 Abteilungen gegen den Trend des Mitgliederschwundes, den viele Vereine zu verzeichnen hatten, einigermaßen stabil durch die Pandemie gekommen. Eine Ursache dafür sieht er im Mutter-Kind Angebot der Turnabteilung, denn dort gab es bei den Kindern bis 6 Jahre den größten Zuwachs.
Der Ausschuss der Vereinsführung tagte im abgelaufenen Vereinsjahr zweimal, die Führungsspitze hatte dazu noch einige weitere Sitzungen. Für den von Ehrenamtlichen bei einem Verein dieser Größenordnung nicht mehr leistbare Verwaltungsaufwand und für die hervorragende Arbeit bedankte Grandl sich beim Team der Geschäftsstelle, Marion und Peter Müller, mit einem Präsent.
Nach fast drei Jahren Pandemie können nun endlich alle Abteilungen ohne Einschränkungen wieder ihren Übungsbetrieb durchführen. Sportlich können und konnten die verschiedenen Abteilungen wie Kegler, Schützen und Volleyball ihre Stadtmeisterschaften abhalten. aber auch mit dem Sportlerball oder der Bewirtung am Heiligblutfest wieder mit anderen Aktivitäten in der Öffentlichkeit auftreten.
Thomas Grandl gab auch einen Ausblick auf die kommenden Aktivitäten: Demnächst werde die TSG App ihren einjährigen Probelauf beginnen, mit der die Geschäftsstelle wichtige Informationen noch besser an die Mitglieder bringen will.
Er übte leise Kritik an der Jugendförderung der Stadt: Aktuell bekommt der Verein pro Jugendlichem 6 € im Jahr. Er selbst könne sich noch daran erinnern dass es schon einmal 12 € gewesen sind. Um wieder dahin zu kommen, dazu werde man das Gespräch mit der Stadt suchen.
Er schloss mit dem Dank an die unterstützenden Firmen, an die Stadt für die Überlassung und Pflege der Sportanlagen und last but not least an die unzähligen Übungsleiter, die viel Freizeit für den Sport opferten. Ein ganz besonderer Dank ging an die Abteilungsleiter und das Vorstandsteam.
Geschäftsführer Peter Müller konnte der Versammlung in seinem Kassenbericht von einem satten Überschuss berichten, Geld das den einzelnen Abteilungen für Investitionen zur Verfügung gestellt werden kann. Jörg Sommer, der gemeinsam mit Karl Föhr die Kasse geprüft hatte, sprach von einer perfekten Kassenführung und bat die Versammlung um die En-Bloc-Entlastung des gesamten Vorstandes. Diese erfolgte einstimmig.
Bernd Kolb eröffnete für die Volleyballabteilung den Reigen der Abteilungsberichte. Derzeit gibt es nur eine aktive Herrenmannschaft und zwei Mixed-Mannschaften im Spielbetrieb, in der nächsten Saison wird wieder dank zweier Wiedereinsteiger und vielen Nachwuchsspielerinnen wieder eine Damenmannschaft an den Start gehen. Den größten Zulauf hat die Abteilung Volleyball im Jugendbereich bei den 8-14jährigen. „Wenn ein Trainer da ist, sind auch die Kinder da!“ Derzeit rannten ihm rund 25 Kinder die Bude ein. Sein Fazit : Die Kinder haben Spaß!
Bernd Schmid berichtete für die Abteilung Leichtathletik. Kinder und Jugendliche trainierten zweimal in der Woche. Mit ihnen soll es in dieser Saison auch wieder auf Wettkämpfe gehen. Die Abteilung bietet auch wieder die Möglichkeit das Sportabzeichen abzulegen an. Geplant sind auch Abteilungsmeisterschaften. „Die Platzpflege ist immer sehr zeitaufwendig,“ übte der Abteilungsleiter leise Kritik.
Dieter Seitz berichtete für die Fußballer. Das größte Problem für die Fußballabteilung sei der Trainermangel bei den kleineren Jugendmannschaften. Dafür seien die C- bis A-Jugendlichen mit der Spielergemeinschaft mit dem SV Arnach sehr erfolgreich. Auch die 1. Herrenmannschaft habe nach dem Abstieg in der aktuellen Saison wieder in de Spur gefunden. Erfreulich sei auch die Entwicklung bei der Zweiten, die nun tatsächlich als Nachwuchsteam gelten kann.
Seitz lud die Anwesenden ein, auch einmal ein Spiel der bisher eher im Schatten stehenden Damenmannschaft am Sonntagvormittag zu besuchen. Er zeigte sich beeindruckt von deren Motivation und positiver Kommunikation, auch wenn sportlich sicherlich noch Luft nach oben da sei.
Für den verhinderten neuen Abteilungsleiter Christoph Pflug berichtete Maximilian Model vom schwierigen Neustart nach Corona. Es gab zum einen eine Zäsur in der Vorstandschaft durch den Abgang – nach 20 Jahren – von Reinhold Butscher, aber auch sportlich durch den Abstieg der ersten Herrenmannschaft. Dafür bereitete den Keglern ihr Damenmannschaft um so mehr Freude. Eine solche bereitet auch die Nachwuchsförderung der TSG Kegler den Verantwortlichen: diese sei in Oberschwaben führend. Zwei Nachwuchskegler, die es bis zur Deutschen Meisterschaft schafften, sprechen eine deutliche Sprache.
Hochklassige Kegler tummelten sich bereits in diesem Jahr auf den TSG-Bahnen: bei Landesmeisterschaften waren Bundesliga-, ja Nationalmannschaftskegler in Bad Wurzach aktiv.
Robert Kasper als Chef der TSG-Schützen beklagte den Nachwuchsmangel in seiner Abteilung, die auf 82 Mitglieder geschrumpft ist. Sportlich sind die TSG-Schützen nach wie vor erfolgreich. Er verwies auch auf das Angebot des Bogenschießens für Jedermann. Probleme mit der Belüftung des Pistolenstandes hoffen die Schützen nach umfangreichen und kostenintensiven Umbaumaßnahmen so gut erledigt zu haben, dass die demnächst anstehende Standabnahme erfolgen kann. Kasper freute sich auch, dass wieder Stadtmeisterschaften bei den Schützen möglich sind.
Klaus Mahle berichtete von den Aktivitäten der Tischtennisabteilung. Die Abteilung hat eine erfolgreiche Jugendmannschaft und zwei Herrenmannschaften gemeldet. Zwei Mitglieder der Abteilung nahmen an der Europameisterschaft der Senioren teil. Gemeinsam mit der SG Haidgau veranstaltete man ein Ranglistenturnier.
Ebenfalls einen Wechsel an der Spitze verzeichnete die mit 700 Mitgliedern größte Abteilung, die TSG-Abteilung Turnen. Ähnlich wie bei den Keglern machte Thomas Grandl nach fast 20 Jahren den Platz des Abteilungsleiters für einen Jüngeren frei. Daher hielt nun Florian Strobl den Abteilungsbericht. 67 Übungsleiter und -Helfer betreuen die Turner in 18 verschiedenen Gruppen. Dabei ist die Abteilung sowohl im Breiten- wie im Wettkampfsport erfolgreich. Wie etwa mit dem 3.Platz der Trampoliner bei den Württembergischen Meisterschaften.
Außersportlich konnten mit Nikolaus Feier, Sportlerball und Zeltlager wieder einiges wie vor Corona durchgeführt werden. Besonders das Zeltlager sei wegen des großen Zusammenhaltes ein ganz besoneres Event, sicher mit ein Grund warum die Abteilung keinen Mitgliederschwund, sondern im Gegenteil sogar einen Mitgliederzuwachs zu verzeichnen hat.
Bürgermeisterin Scherer freute sich in ihrem Grußwort, bei der Versammlung des erfrischenden und so motivierten Vereines zu Gast zu sein. Sie lobte die erzielten Erfolge und die Ehrenamtlichen, die viel Zeit in ihr Engagement investierten.
Sie versprach auch über eine Erhöhung der Jugendförderung nach zu denken, denn: „So tolle Jugendarbeit muss honoriert werden.“ Sie zeigte sich über das abteilungsübergreifende gute Miteinander beeindruckt. und dankte allen, die sich für die Stadt einbringen.
Die nachfolgenden Wahlen, von Thomas Grandl souverän geleitet, waren aufgrund der guten Vorbereitung rasch erledigt. Eugen Miller folgt auf Reinhold Butscher in das Dreiervorstandsteam mit Thomas Grandl und Marga Loritz. Bei der Wahl der Mitgliedervertreter wurden Britta Glaser, Anja Vitas und Erwin Fluhr wiedergewählt. Für Eugen Miller wurde Dieter Seitz in die Mitgliedervertretung gewählt. Die Abstimmungen erfolgten jeweils einstimmig.
Als Eugen Miller sagte, er würde versuchen ein würdiger Nachfolger für Reinhold Butscher zu sein, kam dessen Antwort umgehend: „Des bringsch du scho na!“
Mit der silbernen Ehrenmedaille für 10 Jahre Aktivität für den Verein wurde Andrea Angele (Schützen) ausgezeichnet. Alexandra Schöllhorn ist seit 25 Jahren bei den Keglern aktiv. Auf weit über 40 Jahre Aktivität kann Elmar Schuster für die Abteilung Leichtathletik zurückblicken. Er wie Schöllhorn erhielten aus den Händen von Thomas Grandl die goldene Ehrenmedaille der TSG überreicht.
Unter dem abschließenden Tagesordnungspunkt Verschiedenes gab Thomas Grandl bekannt, dass die Übungsleiterpauschale auf 60 € erhöht werde, womit die ÜL Beitragsfrei werden.
Erwin Fluhr bedankte sich bei den Übungsleitern, die für die für Verein und Stadt so eine tolle Leistung erbrachten. Er lobte auch die Stadt, dass viele Mängel an den Sportanlagen behoben worden seien. Dennoch: eine Regenrinne neben der Laufbahn sei noch defekt. Bürgermeisterin Scherer dankte ihm für den Hinweis und versprach ihn weiterzuleiten.
Bericht und Bilder Ulrich Gresser

