Bad Wurzach - Das Prozessteam Biosphärengebiet um Landrat Harald Sievers hatte zur dritten Sitzung des Dialogkreises in den Kursaal eingeladen. Rund dreißig Vertreter aus Politik (Landräte und Vertreter von Ministerien und Präsidien), Landwirtschaftsverbände, Naturschutz und Tourismus waren der Einladung zur von Josef Bühler vom Büro Neuland+ moderierten Tagung und der anschließenden Exkursion rund um das Wurzacher Ried, gefolgt.
Nach der Begrüßung durch Landrat Harald Sievers, der Vorstellung der Stadt Bad Wurzach durch Bürgermeisterin Alexandra Scherer und einem kurzen Statement zum Biosphärengebiet aus Sicht des Umweltministeriums durch Abteilungsleiter Karl-Heinz Sieber eröffnete Timo Egger, Bürgermeister von Fleischwangen und der Vorsitzende der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft Biosphärengebietes (KAB) den Reigen der Berichte.
Er berichtete von der KAB Vollversammlung und den bisherigen Regionalkonferenzen. Tenor seiner Aussagen: „Wir brauchen klare Aussagen und Verlässlichkeit bei den Grundaussagen. Wir brauchen für eine Beurteilung des Prozesses Zahlen, Daten, Fakten und für dieses Riesengebiet Karten.“ Die Kommunen stünden dem gesamten Prozess Ergebnis-offen gegenüber. „Sollte am Ende dort ein Nein stehen, haben wir trotzdem einen Mehrwert für die Region erhalten, denn wir bekommen durch die Gespräche die Nöte aufgezeigt.“
Franz Bühler vom Prozess-Team erklärte, dass der Prozess gewisse Spielregeln brauche. Er erläuterte die Struktur des Prüfprozesses, der Geschäftsordnung und die seiner handelnden Organe.
Sein am Prozessteam-beteiligter Kollege, der Forstwirt Berthold Reichle, erläuterte die Ziele des Prüfungsprozesses. Entscheidungsgrundlage seien Karten der Gesamtkulisse. Die Kommunen bräuchten für ihre Entscheidung eine „parzellenscharfe“ Zonierung. Der bisherige Zeitplan sieht die Ja / Nein Entscheidung nach dem Prüfungsprozess etwa 2026, „eine exakte Deadline gibt es jedoch nicht.“
Franz Bühler ging in seinem zweiten Berichtsteil auf die Herausforderungen in dem Prüfprozess ein: Vom Ausgangspunkt des Suchraumes in diesem Riesengebiet der drei Landkreise Ravensburg, Biberach und Sigmaringen, gelte es zum einen eine Einordnung der verschiedenen Zonentypen zu finden, die Landbesitzer und Landnutzer zu informieren sowie Listen der Flurstücke zu erstellen, welche in Kern -bzw. Pflegezonen enthalten sein werden. Ein weitere Herausforderung sei die Reduzierung der bisherigen Fläche von über 180.000 ha auf die von der UNESCO festgelegten Maximalgröße von 150.000 ha sowie die Einhaltung des Verhältnisses Kern-/ Pflegezone.
Im Anschluss an die Berichte des Prozessteams hatten die Teilnehmer des Dialogkreises bei einem Workshop Gelegenheit sich zu äußern und positive wie negative Kritik zu üben.
Nach einem Schlusswort von Dietmar Enkel, Abteilungspräsident Umwelt des Regierungspräsidiums Tübingen, ging es mit dem Bus auf die eineinhalbstündige Exkursion, in deren Rahmen u.a. auch die extensive Grünlandbewirtschaftung mit Wasserbüffeln bei der Riedschmiede begutachtet wurde.
Bericht und Bilder Ulrich Gresser

