Bad Wurzach - Am Sonntag, 14. Mai, umrahmte die Stadtkapelle Bad Wurzach in kleinerer Besetzung und mit für Kirchenmusik eher ungewöhnlichen Ensembles die Maiandacht in St. Verena.
Pfarrer Stefan Maier hatte seine Musikerkollegen (er spielt selber die 1. Klarinette in der Stadtkapelle) eingeladen, die Maiandacht am Muttertag, welche unter dem Leitspruch „Maria – Mutter der Kirche“ stand, musikalisch mitzugestalten. Hierzu machten sich Dirigentin Petra Springer und etliche ihrer Musiker einige Gedanken – und das Resultat konnte sich hören lassen: neben der „üblichen“ vierstimmigen Begleitung der gesungenen Marienlieder mit Bläsersätzen zum Gotteslob hatten sich einige Register der Stadtkapelle durchaus nicht-alltägliches, aber nichtsdestoweniger - oder gerade deshalb - zur Intention der Andacht sehr passendes Notenmaterial gesucht und einstudiert.
Schon beim Einzug von Pfarrer und Ministranten wurde mit drei Alphörnern (gespielt von Stefan Grösser, Karl Seeberger und Wolfgang Grösser) der ganze Raum der Stadtpfarrkirche mit den charakteristischen vollen und warmen Naturtönen erfüllt. Auch vor der Aussetzung des Allerheiligsten und zum Auszug kamen die Besucher in den Genuss dieser beinahe exotisch anmutenden Klänge.
Nach der Begrüßung und Einleitung durch Pfarrer Maier sorgten Sabine Wächter (Querflöte) und Maria Goldhofer (Altflöte) beim gefühl- und stimmungsvoll interpretierten „Farewell“ des niederländischen Komponisten Herman Beeftink für eine geradezu meditative Atmosphäre, die eine tatsächlich „andächtige“ Stimmung herbeizauberte.
Johann Sebastian Bachs Musik in einer Kirche ist natürlich weniger ungewohnt. Allerdings klangen die 2 Choräle, die zwischen dem Segen und der Verabschiedung dargeboten wurden, trotzdem anders, als man es üblicherweise kennt. Der Grund dafür: sie wurden in einem Arrangement für 4 Saxophone gespielt. Sabine Seiler (Sopran), Peter Allgaier (Alt), Tim Guler (Tenor) und Markus Vogt (Bariton) sorgten für „Gänsehaut“, wie ein Andachtsbesucher es anschließend formulierte.
Der langanhaltende und reichliche Schlussapplaus belohnte die Musikerinnen und Musiker der Stadtkapelle mit ihrer Dirigentin Petra Springer für ihren Mut zu den ungewohnten aber zum Anlass trotzdem sehr passenden Kirchenklängen. Auch Stadtpfarrer Stefan Maier war vom Gehörten und Erlebten äußerst angetan, was sich auch in seinem Schlusswort an seine Musikerkollegen ausdrückte: „Kommt bald wieder!“
Text: Peter Allgaier / Fotos: Werner Neumann (Stadtkapelle)




