Bad Wurzach - Der Musikverein Eggmannsried organisierte die Gala mit der Brass-Band Oberschwaben-Allgäu und der Brass Band A7 auf der Bühne des Kursaales in Bad Wurzach und sorgte auch für die Bewirtung.
Mit einer ungewöhnlichen Ouverture aus der phantastischen Oper „Russian and Ludmilla“ von Michail Glinka eröffneten Markus Thaler und seine 28 Musiker auf der Bühne den Konzertabend.
Das nächste Stück, das die Musiker auf die Kurhausbühne brachten, war ihr Wertungsspielstück, mit dem sie in Mietingen antraten und mit hervorragend abschnitten. „Trittico“ oder Tryptichon war ein Auftragsstück, das James Curnow 1988 für die Swiss Brass Band Association schrieb.
Vor dem „Hyperdrive“ von Matthias Wehr , einem Stück für Geschwindigkeit-Junkies ließ Markus Thaler den Autor selbst zu Wort kommen: „Wie soll man da Ausserirdische treffen?“ fragte sich Wehr, dem auch Lichtgeschwindigkeit noch als lahm erscheint. Entsprechend nahmen die Brass-Band das Publikum mit in ihrem musikalischen Raumschiff, um mit ihm „völlig losgelöst“ durch die Galaxien zu rasen...
MacArthur Park war in den 60er und 70er Jahren ein vielfach gecoverter Welthit, geschrieben von Jimmy Webb, der darin eine gescheiterte Beziehung beschreibt. Es erhielt 1969 sogar einen Grammy Award, die höchste Auszeichnung die ein Musiker und ein Musikstück erhalten kann.
Nach dem Marco Borsato Lied „Rood“ , einer philosophischen Abhandlung über die Farbe Rot, wollte sich die Brass-Band Oberschwaben-Allgäu mit dem witzigen Rapper-Lied „Thrift shop“ über das Einkaufen in einem Gebrauchtwarenladen verabschieden, mussten aber natürlich noch eine Zugabe anhängen, den Queen Blockbuster „I want it all“.
Die Brass-Band A7 mit Thomas Wolf am Dirigentenstab eröffnete ihren Konzertteil nach Pause, in der das Publikum mit vielen Spezialitäten vom Musikverein Eggmannsried verwöhnt wurde, mit dem mitreißenden Konzertwerk „Lord Tullamore“ des niederländischen Komponisten Carl Wittrock.
Das Thomas Wolf ein Fan der halsbrecherischen Sportart „Parcours“ ist, klingt aus seinem Mund noch glaubwürdig, das er diese selbst ausübte, bevor er sich für die Musik entschied, weit weniger. So lebte dann er denn seine Passion dafür gemeinsam mit seinen Musikern in dem atemberaubend schnellen – das Stück besteht nur aus Achtel-Noten – „Parcours“ von Robert Buckley aus.
Weit vor den „Herr der Ringe“-Filmen, nämlich 1989, hatte Johan de Meij seine „Sinfonie No 1 Herr der Ringe“ geschrieben. In dem Stück, wird eine der wichtigsten Figuren der Trilogie beschrieben, die, wann immer sie in einer auswegslos erscheinenden Situation auftaucht, einen Hoffnungsschimmer darstellt.
Thomas Wolf nutzte die Ansage vor dem Philip Sparke-Stück dem ersten Satz der „Two part Invention“ eine kleine Brass-Band Instrumentenkunde einzustreuen.
Cornets (anstelle von Trompeten oder Flügelhörner), Tenorhorn und Bariton ergeben gemeinsam den homogenen Klang, „Posaunen sind da eher Exoten“, sagte er vor einem Stück in dessen Mittelpunkt ein Euphonium-Solo bzw. Duett stand. Da einer der Solisten kurzfristig ausfiel, musste Tobias Roggors praktisch über Nacht einspringen um das Solo gemeinsam mit Bernd Kempter zu schultern.
Bei dem sehr meditativ beginnenden „Memories of a lost Boy“ über Peter Pan, den Jungen der nie erwachsen werden will, drehten sich die Musiker (inklusive Thomas Wolf) mit dem Rücken zum Publikum und zeigten – dirigiert von einem Schlagwerker – dass sie stimmlich auch mit einem Chor mithalten könnten.
Weil das Publikum auch nach „Last call“ von Otto M. Schwarz, bei dem sich alle Instrumentengruppen noch einmal austoben konnten, noch nicht genug hatte, gab es auch von der Brass-Band A7 noch eine Zugabe. Und die stammte – man ahnt es schon – ebenfalls von Queen. Eigentlich hatte Thomas Wolf „Fat bottomed Girls“ schon länger aus dem Repertoire gestrichen, aber als Queen Gitarrist Brian May vor kurzem zum Ritter geschlagen wurde, habe er es wieder ins Programm aufgenommen.
Bericht und Bilder Ulrich gresser

