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Bad Wurzach - Zu der Podiumsveranstaltung „Wärmewende mit Augenmaß – klimafreundliches Heizen der Zukunft“ des CDU-Ortsverbandes Bad Wurzach im Seminarraum der Firma Baugrund Süd konnte die Ortsverbandsvorsitzende Emina Wiest mit Alois Jäger (Geschäftsführer Baugrund Süd), Daniel Kunz (Geschäftsführer Alvo GmbH) MdL Raimund Haser und MdB Josef Rief den vielen Interessierten Bürgern ein prominent besetztes Podium präsentieren.

Vom Ziel der Bundesregierung, bis 2045 in Deutschland CO2neutral zu heizen, ist das Land aktuell weit entfernt: aktuell werden 80 % der Heizungen mit fossilen Brennstoffen betrieben, 50% mit Gas und 25% mit Öl. Ab 2024 soll der Neueinbau solcher Heizquellen laut der aktuellen Gesetzeslage verboten sein.
Der Heizungsfachmann Daniel Kunz verspürte bei seinen Kunden große Verunsicherung, ja eine Art Torschlusspanik, viele seien über die Vorschrift verärgert und wollten nur noch schnell ihre Heizung eins zu eins tauschen, um möglichst wenig investieren zu müssen.

Er wies auch darauf hin, dass mit Änderungen an der Gebäudehülle, sowie Einstellungsänderungen ein größeres Einsparpotential möglich seien als durch einen Tausch des Heizungssystems. Darüberhinaus habe das Handwerk mit Lieferschwierigkeiten und fehlendem Personal zu kämpfen.

Da hörte es sich schon seltsam, an was Alois Jäger von einer Fachtagung in Berlin zu berichten hatte: „Das Handwerk ist nicht das Problem!“ hatte da ein hoher Funktionär der Handwerkskammer wider besseres Wissen zum Bundeswirtschaftsminister gesagt. Allein durch Maßnahmen an der Gebäudehülle wie Dämmung oder Einstellungen an der Heizung lassen sich 50% des Verbrauches reduzieren.

Erdwärme würden gerade bei großen Gebäuden heute ganzjährig für gleichmäßige Temperaturen sorgen, und das für günstige Kosten: Bei einem normalen Wohnhaus mit sechs KW würden pro KW Leistung rund 1.500 € fällig, bei einem Neubau würde die Heizung dann etwa 35.000 bis 40.000 € kosten.

MdL Raimund Haser verwies darauf, dass wir in Oberschwaben ein anderes Stromnetz haben als etwa in Schleswig-Holstein. Erneuerbare Energiequellen seien hier vor allem für die Stabilisierung des Stromnetzes wichtig. Er ist auch davon überzeugt, dass die Stromerzeugung sukzessive umgestellt werden muss. „Wir wollen CO2 reduzieren, also müssen wir doch den Verbrauchregeln und nicht die Technik!“ Haser hat auch festgestellt, dass die Leute sehr verärgert sind. Für ihn taucht die soziale Komponente an dem Gesetz viel zu wenig im Gespräch auf.

Die Grenze der Zumutbarkeit werde damit überschritten, weil trotz hoher Förderquoten der Eigenanteil bei einem Heizungstausch die Möglichkeiten der meisten Menschen übersteige.

Josef Rief sagte auf die Anfrage was bei öffentlichen Gebäuden in Sachen erneuerbare geschehe, dass die öffentliche Hand gerade da mit gutem Beispiel vorangehen müsse. Für ihn steht fest dass durch das sich verknappende Gas im vergangenen Jahr die Energiekosten in die Höhe getrieben wurde. Auch die Abschaltung der AKW´s zum jetzigen Zeitpunkt sei völlig verfehlt.

Ihn ärgert auch, dass Holz hier in Oberschwaben nicht zu den „Erneuerbaren“ zählen. Es sei doch besser, Wärme daraus zu gewinnen als es im Wald vermodern (und davon CO2 entstehen zu lassen). Er fragte sich auch: „Was für ein recht hat der Staat uns bis zu 100.000 € abzunehmen?“

Für Alois Jäger erschließt sich aus der Summe der Maßnahmen kein System, es sei eine falsche Politik der Energieverknappung. Raimund Haser wiederum erkannte, dass die Ziele früher realistischer waren. Eine wirkliche CO2 Einsparung gehe nur über den Preis. Weil Daniel Kunz sagte, das deutsche Stromnetzmanagement sei „aus der Steinzeit“ forderte Alois Jäger, am wichtigsten sei jetzt ein Wärme-Strom-Speichermanagement.

Noch einmal Raimund Haser: „Das ist wie damals bei der Förderung des Autokaufs. In den Genuss der Förderung kommt nur, wer sich eh ein neues leisten kann.“

 

Bericht und Bilder Ulrich Gresser

 

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halloRV

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