Bad Wurzach - Valerij Petasch, der bekannte Konzertpianist stellt noch bis 09.Juni 24 seiner kleinformatigen, mit Kugelschreibern gestalteten Werke in der Galerie im Maria Rosengarten aus. Zur Vernissage am Freitagabend waren viele ehemaligen Weggefährten in den Kapitelsaal, dem Herz der Stadtbücherei gekommen.
Warum es bei dieser Vernissage kein Klavier und keine Livemusik des Pianisten gebe, darüber habe sich Helmuth Morczinietz, Vor-Vorgänger von Bürgermeisterin Alexandra Scherer, ein wenig enttäuscht gezeigt, erzählte Rosemarie Stäbler, die Organisatorin der Ausstellungen in der städtischen Galerie, im Rahmen ihrer Begrüßung. Petasch beantwortete diese Frage selbst: „Seine Schüler werden im Juli wieder im Kurhaus konzertieren und er selbst im September im Barocktreppenhaus .
Valereij Petasch sei in Bad Wurzach kein Unbekannter, sagte Bürgermeisterin Alexandra Scherer, die den Künstler und die rund 70 Besucher im Namen der Stadt zu der Vernissage zu dieser sehr besonderen Ausstellung willkommen hieß. Denn bereits im Jahr 2000 hatte er – damals noch im Amtshaus – seine Werke dem Wurzacher Publikum vorgestellt. „Sehr filigran und feinziseliert“ so beschrieb Scherer seine Werke.
Seinen Werdegang und wie seine Werke zustande kamen, dies stellte der Künstler dann in einer launingen, von seinem feinen Humor geprägten Rede, selbst vor. Morczinietz und Martha Wild als seine Kontaktpersonen hätten dafür gesorgt, dass er damals in Bad Wurzach angekommen war. Das Schöne bei einer Ausstellung sei einfach , sich mit Leuten unterhalten zu können.
Vom Vater, einem nach Kasachstan deportierten Deutschen, sei er auch beim Malen und Zeichnen immer gefördert worden. Wobei seine Welt immer schon die Linie gewesen sei, weniger das Flächige der Malerei. Deswegen bezeichnete er sich an diesem Abend auch als „Grafiker“ .Schon in jungen Jahren sei er von Japanischen Grafiken fasziniert gewesen. Mittels Postkarten hat sich der junge Valerij während seines Studiums in Moskau sein Wissen über Kunst und Künstler angeeignet. „Architektur und Malerei sind meine Leidenschaft.“ Deswegen sei er auch so glücklich, hier in Süddeutschland zu leben, denn nirgendwo sonst werde das in diesem Maße geboten.
Er habe auch schon in Moskau eine kleine Ausstellung gehabt, dann nach seiner Übersiedlung nach Deutschland sei mit Ausstellungen erst einmal Pause gewesen. Bis zum Jahre 2000, als er dann in Bad Wurzach wieder ausstellen konnte. Er begann seine Ausführungen darüber wie seine Bilder entstehen, damit, dass er sich beim Kauf der „Werkzeuge“ immer nie entscheiden könne, weswegen sich bei ihm Zuhause mehrere Kisten mit Kugelschreibern stapelten....
Weil Papier immer leicht gelblich wird, scanne er dieses in einem ersten Arbeitsgang ein, weil das gescannte Papier immer weiß wirke. Beim Zeichnen beginnt Petasch immer von rechts unten an um das Verschmieren der Tinte zu verhindern. „Inspiration muss immer von innen her kommen“, sagte er auch auf die Frage von Bürgermeisterin Scherer, wie lange er an so einem Werk sitze. Es sei ja auch sehr anstrengend für die Augen und funktioniere nicht auf zwang. So kämen dann schnell drei bis vier Stunden zusammen – meist am Abend. Und wenn er ein Blatt zweimal bemale, eine ganz spezielle eigene Technik, gerne auch das doppelte.
Petasch bedankte sich bei Rosemarie Stäbler für die Möglichkeit seine Werke aus zustellen. Diese wiederum dankte Rainer Reschetzki, aufgrund dessen Einfallsreichtum die kleinformatigen Bilder erst ausgestellt werden konnten.
Die Ausstellung ist bis 9. Juni während der Öffnungszeiten der Stadtbücherei zu sehen. Der Eintritt ist frei. Die Öffnungszeiten: Di. 10 - 12 Uhr, 14 - 18 Uhr, Mi. 14 - 18 Uhr, Do. 10 - 18 Uhr, Fr. 14 - 18 Uhr, Sa., 10 - 12 Uhr.
Bericht und Bilder Ulrich Gresser

