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Bad Wurzach - Es war eine begeisternde Darbietung, die Gregor Holzmann , Siegfried Hermann , Christian Buck und Stefan Merk bei ihrem Konzert in der Bad Wurzacher Leprosenhauskapelle boten.

Peter Schad beschwor mit seinen Texten zwar den Frühling, am Ende des Konzertes waren mit Blitz und Donner eher erste Vorboten des Sommers zu verspüren.

Der Konzertbeginn mit der Böhmischen Polka, gefolgt von der Heuschober Polka waren bereits musikalische Leckerbissen, aber als Peter Schad nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden des Fördervereines Berhard Maier erstmals das Wort ergriff, wurde auch sofort klar, warum dieser mit seiner Musik und seinem Humor über so lange Zeit in der hiesigen Blasmusikszene so beliebt war.

„Meine Name ist Peter Schad,“ großes Gelächter unter den rund 50 Zuhörern, die an diesem Sonntagnachmittag sich auf den Weg ins Leprosenhaus gemacht hatten. „Ich habe zur hochdeutschen Sprache das gleiche Verhältnis wie zu meiner Frau: Ich liebe sie beide, aber ich beherrsche sie nicht.“

Beherrschen, das taten die vier Musiker jedoch ihre Instrumente aus dem FF. Gregor Holzmann spielte sämtliche Stücke der Vierer-Musig ohne ein Notenblatt vor sich, sein Nebenmann der Tubist Siegfried Hermann „der kleinste Tubist mit dem größten Instrument“ (O-Ton Peter Schad) und Stefan Merk am Tenorhorn bilden mit ihm die Stammbesetzung „der kleinsten Musikkapelle der Welt“. Sehr dankbar waren die Musiker dass Christian Buck sehr kurzfristig für Michael Kuhn den Flügelhorn-Part des Quartetts übernommen hatte.

Mit einem Augenzwinkern kündigte Peter Schad den Walzer „Für Angelika“ an (die Gattin von Gregor Holzmann hört zufälligerweise auf diesen Namen) und berichtete von seiner ersten Liebeserklärung an seine Maria: „Vor dir war mein Leben wie eine Wüste,“ habe er ihr ins Ohr geflüstert. „Das glaub I Dir gern, Du dansch au wie a Kamel!“ war ihre wenig poesievolle Antwort. Zurück zur Musik: Bei einem Stück der Tiroler Weisenbläser konnten sich sowohl Holzmann an seiner Steirischen als Solist auszeichnen, ebenso die drei Bläser ihr perfektes Zusammenspiel demonstrieren.

Doch auch das Publikum wurde musikalisch eingebunden: Ausgehend von einem Zeitungsartikel „Wir singen zu wenig“ forderte Schad das Publikum zum Mitsingen auf – und war baff. Tatsächlich stellte das Lied „Alle Vöglein sind schon da“ kein großes Problem für die textsicheren Zuhörer dar.

Neben dem wohl bekanntesten Frühlingsgedicht: „Der Frühling lässt sein blaues Band“ von – nein nicht von Goethe, sondern von Eduard Mörike – läuteten Peter Schad und die Vierer-Musig das Finale des kleinen Frühlingskonzertes ein, und das in gleich in zwei Versionen, einmal im Original und einmal in der schwäbischen Version von Hugo Breitschmid in der inzwischen recht dunklen Kapelle ein. Während sich draußen ein Gewitter zusammenbraute, gaben die Musiker bei beim Zillertaler Marsch, dem Frühlingswalzer, dem Bozencin Walzer den „Gablonzer Perlen“ und der Tiroler Polka „Mein Heimatland“ noch einmal richtig Gas.

Für den langanhaltenden Applaus „erntete“ das Publikum noch zwei Zugaben, ehe es sich durch den einsetzenden Regen zufrieden auf den Nachhauseweg machte.

 

Bericht und Bilder Ulrich Gresser

 

 

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halloRV

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