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Bad Wurzach - Das Konzert war relativ kurzfristig von den beiden Orchestern organisiert worden, nachdem Lean Spitz der Geschäftsführer des Verbandsjugendorchester Hochrhein (VJO) mit der Bitte um eine Auftrittsmöglichkeit nach ihrer Probenwoche an sein Pedant Klaus Wachter des Kreisverbandsjugendblasorchester Ravensburg (KVJBO) herangetreten war.

Und so kam es dass das Kreisverbandsjugendblasorchester Ravensburg (KVJBO) unter ihrem Dirigenten Thomas Wolf und das Verbandsjugendorchester Hochrhein (VJO) aus dem Landkreis Waldshut unter ihrem musikalischen Leiter Julian Gibbons ein Doppelkonzert im Kurhaus Bad Wurzach gaben.  Die beiden Orchester sind die jeweiligen Jugendauswahlorchester ihrer Heimatverbände und repräsentieren mit jeweils 60 bis 70 MusikerInnen Musik auf höchstem Niveau. Im Zentrum beider Orchester steht die Nachwuchsförderung talentierter, junger MusikerInnen.

Aktuell gehören dem KVJBO auch einige Talente aus Bad Wurzach und den Ortschaften an: Tim Guler, Rica Krug, Sophia Längst, Magnus Räth, Pia Vincon, Katja Wirth, Ramona Buchbinder, Sarah Blank und Manuel Seiler spielten am Samstag beim Konzert mit, Pascal Schuppan pausiert aktuell.

Der in England geborene, seit mehr als 30 Jahren in Deutschland lebende Julian Gibbons eröffnete seinen Konzertteil mit „Oympic Spirit“ von John Williams. „Olympic Spirit“ war die Olympische Hymne für die Olympiade 1988 in Seoul. Sie wurde und ist ein gutes Beispiel für die Genialität des mittlerweile 91jährigen, der durch seine zahllosen Filmmusiken berühmt geworden ist. Die Musik lässt den Zuhörer das Gefühl von Leidenschaft, Entschlossenheit und Siegeswillen der Athleten spüren.

Al-Manzah, heutzutage Almansa genannt, ist eine Stadt muslimischen Ursprungs. Der Name stammt von dem arabischen Wort „al-mansah“ für „Wachturm“. Auf einem felsigen Gipfel über der Stadt steht eine eindrucksvolle Burg, von der aus man die spanische Levante (die Mittelmeerküste der Region Valencia) überblicken kann. Das Stück erzählt die Geschichte der berühmten Schlacht von Almansa im Jahre 1707. In dem Stück wird der Sieg der Bourbonenarmee auf eine epische Weise, mit kraftvollen Klängen und feierlichen Melodien dargestellt.

„Tales and Legends“ von Etienne Crausaz war das Wettbewerbsstück, mit dem sich das Verbandsjugendorchester Hochrhein (VJO) einer Jury stellen wird und der Grund, warum sich das Orchester zum Proben eine Woche nach Immenstadt zurückgezogen hatte. Dieses dreiteilige Werk des Schweizer Komponisten Etienne Crausaz handelt von wahren Geschichten und faszinierenden Legenden aus dem Mittelalter. Der erste Satz erzählt die dramatische Geschichte der Hexe Catherine Catillon Repond (1662-1731) nach.

Sie war die letzte Frau in der Schweiz, die als Hexe hingerichtet wurde. Im zweiten Satz steht der berühmte Hofnarr Girard Chalamala im Mittelpunkt, der wirklich jeden zum Lachen zu bringen vermochte. Er war der letzte Narr im Schloss von Graf Greyerz. Der dritte Teil handelt von Graf Michael, der als spielsüchtiger Lebenskünstler in die Geschichte einging. Sein Schuldenberg wuchs so hoch, dass er das Weite suchte und nie wieder zurückkehrte.

Die berühmte Geschichte von Jules Verne „In 80 Tagen um die Welt“ wäre heute leicht zu realisieren, während es in den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts ein echtes Abenteuer darstellte, auf das sich der Held Phileas Fogg einließ. Der Österreicher Otto M. Schwarz ließ in seinem Werk die Elefanten im indischen Dschungel trompeten, er schickte seine Helden in eine Schiesserei im Wilden Westen und liess am Ende die letzten Sekunden der Reise vom Glockenturm abzählen.

Das KVJBO unter Leitung von Thomas Wolf eröffnete seinen Konzertteil mit der „Fanfare – The Benefication of Sky and Mother Earth“ von Satoshi Yagisawa, Beim Komponieren dieses Werkes ließ sich der Japaner Satoshi Yagisawa von den Schlagwörtern „Wasser“, „grün“ und „Erde“ aus dem Motto der auftraggebenden Stadt Oyama inspirieren. Mit einer sanften Einleitung, nach der die Fanfare zu einem prachtvollen Choral anschwillt, um dann ein kraftvolles, schnelles Thema hervorzubringen, bietet Fanfare - The Benefaction from Sky and Mother Earth alles, was es zu einer wirkungsvollen Konzerteröffnung braucht.

Mit „Traveler“ von David Maslanka, wird das KVJBO beim Wertungsspiel antreten. Das Stück wurde 2003 von der University of Texas at Arlington Band Alumni Assosiation und diversen Bands anlässlich der Pensionierung des Direktors Ray C. Lichtenwalter in Auftrag gegeben, um dessen Lebenswerk zu würdigen. Da Lichtenwalter schon lange ein Freund des Komponisten und dessen Werk war, freute dieser sich besonders darüber, dieses Stück für das Abschlusskonzert des scheidenden Direktors zu schreiben.

Bei „Celtic Child“ von Bert Appermont ist das Leitmotiv dieses 3-teiligen Werkes die kindliche Welt und das Leben von Kindern. Teil 1 zeigte die ungezwungene Kreativität des Kindes in einem virtuosen und dynamischen Allegro. Teil 2 ist ein stiller Protest gegen die Gleichgültigkeit und Ungerechtigkeit gegenüber vielen Kindern. Ein wirbelnder keltischer Tanz endet in einem großen Finale, welches die Schönheit aller Dinge im 3. Teil anpreist. Dieses Werk ist allen Kindern gewidmet. Beim Vokalteil konnten einige junge Damen des Klarinetten-, Flöten- und Hornregisters auch ihre stimmlichen Fähigkeiten unter Beweis stellen.

Die Catskill Mountains sind ein herrliches Naturschutzgebiet im Bundesstaat New York, etwa 160 Kilometer nördlich von Manhattan. Vom ersten Moment an, als Johan de Meij und seine Frau sich im Jahr 2008 in Saugerties, einem malerischen Ort im Hudson River Valley, niederließen, nahm ihn die reiche musikalische Geschichte der Catskills gefangen. Er stieß dort auf eine interessante Mischung aus amerikanischer und europäischer Volksmusik, insbesondere aus Irland und Schottland. Er entschied sich für die „Songs from the Catskills“ für folgende Lieder: The Foggy Dew, Last Winter was a Hard One, A Poor and Foreign, The Bluestone Quarries und The Arkansas Traveler.

Mit der Zugabe „Windows of the world“ von Peter Graham, eine Auftragsarbeit für die Royal Norwegian Navy Band aus dem Jahre 2002 nahm das Orchester die Gäste, darunter den Kreisverbandsvorsitzenden Rudi Hämmerle sowie das badische Gegenstück zu dessen Stellvertreter Klaus Wachter, Ralf Eckert und die Hausherrin Bürgermeisterin Alexandra Scherer mit auf eine kleine musikalische Weltreise. Für den Gegenbesuch wird das KVJBO dann im Herbst in die Region Waldshut-Tiengen reisen.

 

Fotos und Bericht Uli Gresser

 

 

 

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halloRV

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