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Bad Wurzach - Bei seiner diesjährigen Jahreshauptversammlung im Sitzungssaal von Maria Rosengarten konnten Vorstand und Komiteevorsitzende wieder von zahlreichen Aktivitäten berichten, wobei die Spendenaktion für Ukraine-Flüchtlinge in Popielow die herausragendste war. Aber auch für das „Sorgenkind“, die Partnerschaft mit Wallingford, besteht Anlass zur Hoffnung.

Ulrika Stützle, Vorsitzende des Partnerschaftsvereines, bat nach der Begrüßung die Mitglieder, sich zum Totengedenken für die im vergangenen Vereinsjahr Verstorbenen Eike Schiller, Rudolf Schmaus, Peter Gresser und Norbert Vollmer zu erheben.

In ihrem Rechenschaftsbericht, in dem sie wieder von zahlreichen, komitee-übergreifenden Begegnungen berichten konnte, ging sie besonders auf den Werbe- und Spendenstand des Vereines beim Fit-Fun-Shopping Tag ein, an dem sich viele Mitglieder aller Komitees beteiligten. Am 11. Juni konnte sich der Verein im Verwaltungs- und Sozialausschuss des Gemeinderates präsentieren,
ebenso wie auf dem Neubürgerempfang am 05. Oktober. Am 09. Oktober gestaltete der Partnerschaftsverein das Friedensgebet (wegen des Ukrainekrieges).

Weil nun wieder eine sichere Planung der Aktivitäten möglich ist, konnte Ulrika Stützle erstmals seit 2019 wieder einen Flyer mit den Aktivitäten aller Komitees präsentieren.
Sie dankte zum Abschluss ihres Berichtes der Stadtverwaltung, insbesondere die Bürgermeisterin Alexandra Scherer und Martin Tapper, die beide immer ein offenes Ohr für die Anliegen des Partnerschaftsvereines hätten.

Gundula Blattner, die das Luxeuil-Komitee leitet, gab einen Überblick über die Aktivitäten mit der französischen Partnerstadt. Am 14. bis 16. Mai beteiligte sich die E-Jugend-Mannschft des SV Arnach an dem traditionellen Jugendfußball-Turnier in Luxeuil, der Gegenbesuch wird vom 05. bis 08. Mai mit einem Fußball-Turnier in Arnach stattfinden.

Vom 07. bis 10. Juli besuchte der Luxeuiler Bürgermeister Frederic Burghard im Rahmen des Heilig–Blut-Festes Bad Wurzach. Am 15. Juli fand wieder das Picknick in Weiß auf dem Klosterplatz statt, das in diesem Jahr am 07. Juli stattfinden wird. Vom 05.bis 09. September 2022 besuchte eine Abordnung der evangelischen Kirchengemeinde Bad Wurzach die Partnerstadt, in diesem Jahr wird dies der Kirchenchor St. Verena vom 20.bis 22. Oktober tun. Am 06. November 2022 trafen sich die Komitees der beiden Partnerstädte im „Himmelreich“, um die Aktivitäten für dieses Jahr festzulegen.

Fester Bestandteil des Jahresprogrammes sind die Schüleraustausche. Im Oktober 22 weilten 35 Schüler aus Bad Wurzach in Luxeuil, der Gegenbesuch hatte vor wenigen Tagen stattgefunden, bei dem Madame Guillmette Beltrami, die seit 1991 regelmäßig die französischen SchülerInnen als Lehrerin betreute, verabschiedet wurde. Gundula Blattner hofft darauf, dass trotz deren Verabschiedung die Schüleraustausche weitergeführt werden.

Am 11. Juli besuchen die „Amis de Colomban“ Bad Wurzach.

Christine König, übernahm die Berichterstattung für das Komitee für die englische Partnerstadt Wallingford. nach drei Jahren sei endlich wieder ein Schüleraustausch möglich: Vom 17.bis 23. Juni wird mit 34 SchülerInnen eine große Gruppe Bad Wurzach besuchen. Und es gibt noch einen weiteren Grund zur Hoffnung: Der Radioreporter Liam O´Brien von Radio Wallingford, der am vergangenen Samstag nach einer rund 1100 km langen „Radtour“ mit dem Fahrrad Bad Wurzach besuchte, hatte versprochen sich für die Partnerschaft einzusetzen.

Norbert Fesseler konnte in seinem Bericht für das Popielow-Komitee von der überragenden Spendenbereitschaft der Bad Wurzacher für die in der polnischen Partnerstadt untergekommenen Ukraine-Flüchtlinge berichten. 47, 241,17 € war die stolze Summe, die in die Partnerstadt überwiesen werden konnten.

Darüberhinaus gab es auch eine Premiere: Beim traditionellen Erntedankfest mit einem großen Besuchprogramm konnte Bürgermeisterin Alexandra Scherer erstmals selbst in die Partnerstadt reisen. Das Programm mit Popielow sieht in diesem Jahr zunächst im Juni Wanderungen mit den Freunden aus Polen im Elbsandsteingebirge vor, am 01. Juli wird in dem Teilort Stare Siolkowice das 800jährige Bestehen gefeiert. Zum Heiligblutfest wird eine Delegation aus Popielow erwartet, der Gegenbesuch wird zum Erntedankfest am 10. September mit einer Bad wurzacher Delegation erfolgen. Im September wird es einen Schüleraustausch mit Schülern der Realschule sowie den Gegenbesuch mit SchülerInnen aus Popielow geben.

Gisela Rothenhäusler, Vorsitzende des Jersey-Komitees, hatte im vergangenen Vereinsjahr alle Hände voll zu tun. zum einen stand bei einem Besuch auf Jersey im Rahmen der Feiern zum 70. Thronjubiläum von Queen Elisabeth II und dem Liberation Day eine Gedenkfeier mit einer Tafelenthüllung zum Andenken an die Internierten für eine Delegation aus Bad Wurzach an. Zum anderen der Besuch der Delegation von noch lebenden bzw. der Familien ehemaliger Internierter zur (Nach-)Feier des 80jährigen Tag der Verschleppung und dem 20jährigen Jubiläum der Partnerschaft mit St. Helier auf dem Programm. Aus diesem Anlass hatte sie in Maria Rosengarten die Ausstellung „Alltag hinter Stacheldraht“ mit Bildern, die Internierte während ihrer Gefangenschaft im Schloss geschaffen hatten, konzipiert.

Diese Ausstellung wird in diesem Jahr von Mai bis Juli noch einmal in den Räumen der Oberstufe im Salvatorkolleg zu sehen sein. Auch in diesem Jahr wird es wieder (05. bis 10. Mai) einen Besuch einer kleinen Delegation zum Liberation Day sowie zu den Krönungsfeierlichkeiten von König Charles III geben. Der Herbst wird dem musikalischen „Austausch“ gewidmet sein: Die „Bänkles Mugge“ wird vom 07.-13. August an der „Battle of flowers“ teilnehmen, während am 27. Oktober das Folk-Duo „Bolt & Geoghegan“ von der Insel Guernsey im Kapitelsaal auftreten wird.

Kassierin Charlotte Schick, die wegen der Spendenaktion und der Ausstellung der entsprechenden Spendquittungen sehr viel zu tun hatte, musste – da es wieder zahlreiche Aktivitäten gab – den Mitgliedern von einem vierstelligen Minus berichten.
Dr. Rudolf Ebel, der gemeinsam mit Karlfried Spieler die Kasse geprüft hatte, bescheinigte der Kassierin in seinem Kassenbericht eine saubere Kassenführung.
Er erklärte, dass die Nutzung des Spendenkontos des Vereines für die Spendenaktion mit dem Finanzamt abgesprochen worden war, das wie viele andere auch Anweisung von „ganz oben“ erhalten hatte, solche Aktionen zu zulassen.

In der folgenden Aussprache fragte Dagmar Fimpel nach, was mit dem Geld in Popielow gemacht worden war. Norbert Fesseler erklärte, dass von den rund 150 Flüchtlingen 90 Kinder sind. Für sie wurde viel Geld in eine gesunde Ernährung investiert, aber auch in einige bauliche Maßnahmen gesteckt.
Jürgen Schumacher, der für den Verein das Archiv auf Vordermann ordnet, war erstaunt über die Vielzahl der Aktivitäten des Vereines. Er fand es auch wichtig, dass mit allen Partnerstädten Schüleraustausche stattfinden.

Peter Dewor übernahm die Leitung der – einstimmig von der Versammlung vorgenommenen – Entlastung der Vorstandschaft.
Bürgermeisterin Alexandra Scherer sagte in ihrem Grußwort, die Berichte zeigten, wie rührig der Partnerschaftsverein sei. „Sie haben wieder von 0-100 beschleunigt“, sagte sie angesichts des vollen Programmes im Vorjahr.  „Und das geht gerade so weiter.“ Sie hoffe auch, dass die Partnerschaft mit Wallingford nach den positiven Signalen wiederbelebt werden kann. Grundlage der Partnerschaften seien die Schüleraustausche, Grundlage der Völkerverständigung sind die jungen Leute, die auf diese Weise Wertschätzung erfahren. Sie dankte allen, die den Kontakt mit den Partnerstädten aufrecht erhielten, denn „persönliche Begegnungen machen diese Freundschaften aus.

Peter Dewor leitete die anschließenden Wahlen. Vorab informierte er die Mitglieder darüber, dass nur die erste Vorsitzende für ein Jahr gewählt wird, während alle anderen Vorstandsposten für zwei Jahre gewählt werden.

Alle zu vergebenen Posten wurden von der Versammlung per einstimmigem Votum gewählt: Ulrika Stützle als Vorsitzende, Kassierin Charlotte Schick, Schriftführerin Beate Ebel, Angelika Walter als Vertreterin der Vereine, Christine König als Vertreterin der Schulen sowie Matthias Winstel, der für Berndt Rosenthal den Posten des Vertreters der Kirchen übernimmt, bilden die Vorstandschaft des Gesamtvereines.
Das Luxeuil-Komitee bilden Gundula Blattner (Vorsitzende), Jochen Martiny (Stellvertreter), Ingrid Dewor (Schriftführerin) sowie Beate Ebel und Christine Spieler als Beisitzerinnen.

Für die Partnerschaft mit Wallingford übernimmt Christine König die kommissarische Leitung von Gisela Schulz-Bonsel.
Das Popielow-Komitee bilden Norbert Fesseler (Vorsitz), Josef Utz (Stellvertreter), Ulrika Stützle (Schriftführerin) sowie die Beisitzerinnen Christa Hierlemann und Beata Gohm.
Das Komitee für St. Helier besteht auch zukünftig aus Gisela Rothenhäusler (Vorsitzende), ihrer Stellvertreterin Simone Menig, der Schriftführerin Christine König und den Beisitzerinnen Christel Baier und Dagmar Fimpel.
Auch die beiden Kassenprüfer Dr. Rudolf Ebel und Karlfried Spieler wurden in ihren Ämtern bestätigt.

Zum Abschluss berichtete unter dem Tagesordnungspunkt Verschiedenes Jürgen Schumacher noch über seine Arbeit beim Aufbau eines Vereinsarchives innerhalb des Stadtarchives, das inzwischen 20 Ordner umfasst. Sorgen bereitet ihm noch die Aufarbeitung der Fotos. Was bald geschehen sollte, weil es sonst immer schwieriger wird, die Personen und die Ereignisse zu identifizieren.

Ulrika Stützle überreichte ihm für sein großes Engagement für das Archiv Präsente.

Verabschiedet aus dem Vorstand wurde in Abwesenheit Gisela Schulze-Bonsel, die seit 2011 als Nachfolger von Hans Reichert das Wallingford Komitee leitete und auch immer den Kontakt etwa zu Alec Hayton gehalten hatte. Sie hatte nach der Auflösung des Komitees auch gerne andere Aufgaben übernommen: Gerne übergab sie die Begabtenpreise in den Schulen. Stützle dankte ihr für ihren Einsatz.

Ebenfalls in Abwesenheit verabschiedet wurde Berndt Rosenthal, der sich organisatorisch sehr beim Friedensgebet eingesetzt hatte und im Jersey-Komitee engagiert war.

 

Bericht und Bild Uli Gresser

 

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halloRV

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