Bad Wurzach - Fragebogen des Stadtseniorenrates ist ausgegeben. Erste Brückenersatzneubauten im Kurpark sind vergeben. Diskussionen um Bohlenpfade aus Kunststoff Rahmenvertrag mit der Firma Uhrebein für Straßenreparaturarbeiten verlängert.
Top 1: Bericht der Bürgermeisterin
Bürgermeisterin Alexandra Scherer gab bekannt, dass die Stadt zur Hochwasserüberwachung nun entsprechende Maßnahmen ergriffen hat: Dank der an verschiedenen Brücken installierten Kameras kann der Bauhof die Gewässer überwachen.
Sie berichtete, dass der diesjährige Friedrich-Schiedel-Literaturpreis an die österreichische Autorin Monika Czernin für ihr Buch „Der Kaiser reist inkognito – Joseph II und das Europa der Aufklärung“ vergeben wurde.
Scherer verwies auf die Fragebogenaktion des Stadtseniorenrates mit der Bitte daran teilzunehmen. Die Fragebögen waren mit dem letzten Amtsblatt verteilt worden. „Wir freuen uns über einen großen Rücklauf.“
Sie gab bekannt, dass nun am Gebäude von Maria Rosengarten der zweite Teil der Ausbesserungsarbeiten begonnen haben.
„Die Bepflanzung beim Hallenbad wird richtig schön und es ist richtig schnell gegangen, dass man etwas sieht.
Top 2: Genehmigung Protokoll der letzten öffentlichen Sitzung
Das Protokoll gilt als genehmigt, da keine Äußerungen seitens des Rates kam, so dass es als genehmigt gilt.
Top 3: Ersatzneubauten Brücken im Kurpark
Johannes Thanner vom Stadtbauamt stellte den Sachverhalt dar: die beiden Holzkonstruktionen beim Kurhaus und beim Minigolfplatz werden durch eine Stahl-Holzkonstruktion in der gleichen Bauweise wie beim Amtshaus ersetzt. Für die Bauzeit sind vier Wochen im Juni vorgesehen. Zu den jetzt an die Firma Weiss GmbH aus Unterschwarzach zum Angebotspreis für die Stahlbauarbeiten mit 192.163,70 € und 41.831,83 € für die Holzbauarbeiten, in Summe 233.995,53 €, kommen jedoch noch Kosten für Gründungsarbeiten in Höhe von ca. 40.000,00 EUR, Stahlbetonarbeiten von ca. 110.000,00 EUR und Nebenarbeiten von ca. 40.000,00 EUR.
Karl-Heinz Buschle monierte, dass man damit insgesamt über 100.000 € über der Kostenschätzung von 294.352,69 € liegt.
Klaus Schütt fragte an, ob die Brücke in der Ausführung wie der Prototyp beim Amtshaus sein werde, was Thanner bejahte. Die in der Ausschreibung für die Arbeiten vorgesehene provisorische Ersatzbrücke werde nicht gebraucht.
Franz Josef Maier stellte angesichts der teuren Widerlager die Frage, ob sich die Stadt das bei 35 Brücken leisten könne. Johannes Thanner antwortete ihm, dass der Preis auch von der jeweiligen Spannweite der Bürcke abhängig sei.
Thorsten Rast fragte nach der Belastbarkeit der Brücken. Thanner meinte dazu: „Die Statik ist so berechnet, dass ein Räumfahrzeug des Bauhofes mit Schneepflug darüberfahren kann.“
Die Abstimmung erfolgte einstimmig.
Top 4: Bohlenpfade Wurzacher Ried - Verwendung Kunststoff
Bauhofleiter Dirk Fietkau stellte sich an stelle der erkrankten Stadtbaumeisterin Kathleen Kreutzer den Fragen der Räte.
Anstelle von Holz sollen zukünftig Bohlen aus recyceltem Kunststoff verwendet werden, wie dies schon teilweise geschehen ist. Diese Bohlen sind rutschhemmend, feuchtigkeitsabweisend, widerstandsfähiger gegen Salze und Laugen sowie auch einfacher im Unterhalt.
Norbert Fesseler fragte nach, was das Naturschutzzentrum dazu meinte. Fietkau antwortete, man habe mit Dr. Roth und Frau Schiller gesprochen und von ihnen das OK erhalten.
Marga Loritz sagte, dass die Brücke bei Albers – seit sie mit solchen Bohlen ausgelegt sei – viel sicherer geworden sei.
Karl-Heinz Buschle merkte an, dass Kunststoff im naturschutzgebiet ja schon ein Widerspruch sei. Franz Josef Maier wurde deutlicher: Bei den Widerlagern gehe das ja noch, aber auch Kunststoff verwittere und bringe damit Mikroplastikteile ins Ried ein. Er zog auch in Zweifel, ob die Kunststoffbohlen tatsächlich trittsicherer sind.
Bürgermeisterin Scherer verteidigte die Kunststoffvariante, auch und wegen der Verfügbarkeit: „Wenn eine Holzlieferung nicht kommt, kann das bis zur Sperrung der Wege führen.“ Auch Heinrich Vincon verteidigte die pflegeleichtere Kunststofflösung, auch im Sinne der Bauhofmitarbeiter: „Die haben doch genug andere Arbeit und sind belastungsmäßig an der Grenze.“
Klaus Schütt sagte: „Wir fangen ja nichts neues an und das vorgehen wird ja vom Naturschutz gebilligt.“
Die beiden Räte Rast und Maier votierten bei der Abstimmung dagegen, die Mehrheit des Ausschusses dafür.
Top 5: Verlängerung Rahmenvertrag Straßenreparaturarbeiten 2023
Bei der letzten Prüfung der Gemeindeprüfungsanstalt (GPA) wurde die Stadt darauf hingewiesen, dass sie von Ihrem Recht Gebrauch machen kann, solche Rahmenverträge bis zu vier Jahren zu verlängern.
Da die Stadt Bad Wurzach mit den erbrachten Reparaturleistungen sehr zufrieden ist und die Baufirma zuverlässig arbeitet sowie eine sehr gute Ausführungsqualität bietet, empfahl sie dem Ausschuss einen Rahmenvertrag mit einem Aufschlag von 7 Prozent um ein Jahr (2023) zu verlängern.
Ewald Bodenmüller kommentierte mit Blick auf den moderaten Aufschlag: „7%, das (die Fa. Uhrebein) ist eine anständige Firma!“ Und Franz Josef Maier ergänzte:„Bei einer Neuausschreibung kämen sicher ganz andere Zahlen heraus!“
Die Abstimmung erfolgte einstimmig.
Bericht Uli Gresser

