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Zur Windkraftdiskussion

Als 2011 für den Raum Bad Wurzach ein Windmühlenboom auszubrechen drohte – etwa 21 sollten die Höhen um Bad Wurzach „zieren“ – gelang es mir, zusammen mit Freunden als Antwort auf eine Pro-Windkraft-Veranstaltung unter städtischer Regie eine Bürgerinitiative zu gründen und mit dieser eine Großveranstaltung im Kurhaus zu organisieren. Tatkräftige Hilfe erhielten wir von Herrn Rechtsanwalt Nessler (Beuren/Esslingen) von der Bürgerinitiative „Natürlich im Allgäu“, der einen eigenen Vortragsteil übernahm.

Herrn Nessler und seinen Mitstreitern war ein „Wunder“ widerfahren: Es gelang ihnen, einen Großteil der Beurener Bevölkerung zu motivieren und etwa die Hälfte der gesamten Einwohnerschaft zum Eintritt in die dortige BI zu bewegen. Ein weiterer Erfolg mit Bedeutung für die Zukunft: Diese BI besitzt inzwischen die staatliche Anerkennung als eingetragener Naturschutzverein mit eigenständigem Klagerecht. Dieser Erfolg blieb bisher allen anderen BI unserer Region und somit auch meiner damaligen BI (heute: Landschaftsschützer Oberschwaben-Allgäu e. V.) versagt.

Nach einem Bericht der „Schwäbischen Zeitung“ vom 29. März diesen Jahres droht den Beurenern Ungemach. Die Fraktionen der Freien Wähler und der Grünen im Gemeinderat von Isny, zu dem Beuren gehört, fordern von der Stadtverwaltung, alles in die Wege zu leiten, um im gesamten Gemeindegebiet möglichst schnell möglichst viele Windkraftanlagen zu bauen. Wie in vielen anderen Gemeinden bedeuten Landschaftsschutz und Naturschutz für Grüne und Freie Wähler und auch für SPD- und CDU-Anhänger fast nichts. Es bleibt zu hoffen, dass es der Beurener BI gelingt, diese neuen Pläne zur Zerstörung unserer heimatlichen Landschaften „in die Tonne zu klopfen“.

Die Ablehnung aller Windkraftpläne, die den Bestand des Europadiploms gefährden könnten, durch den Wurzacher Gemeinderat, könnte als Erfolg gewertet werden. Allerdings wurde gleich nachgeschoben, dass die Genehmigungsbehörden sich nicht daran halten müssen.

Von einer „Volksbewegung“ wie in Beuren ist bei uns keine Spur zu entdecken. Dort, wo der Bad Wurzacher Gemeinderat bisher gefragt war, klangen seine Stellungnahmen auch eher mit der neuen grünen „Klimareligion“ konform. Zum Beispiel bei den PV-Anlagen oberhalb von Gospoldshofen. Hier wurde das Votum des Ortschaftsrates, diese Flächen in der landwirtschaftlichen Nutzung zu belassen, klar mit Füßen getreten. Dass diese Anlagen zwischen zwei Landschaftsschutzgebieten im Naherholungsbereich von Bad Wurzach liegen werden, störte unsere Gemeinderäte wenig.

Insgesamt ist die Formulierung über den Schutzbereich des Europadiploms wachsweich. Bei der Entscheidung zur Ablehnung des Windparks bei Ellwangen/Rot im Jahre 2006 wie auch bei der Ablehnung des Kiesabbaus bei Rupprechts wurde seine Schutzfunktion noch bestätigt.

Wollen unsere Gemeinderäte es hinnehmen, dass ca. 270 m hohe Anlagen zwischen Eggmannsried und Haisterkirch, vom zentralen Kurbereich von Bad Wurzach gesehen, massiv das Landschaftsbild stören? Die gleiche Frage kann man für Projekte oberhalb von Humberg, zwischen Arnach und Eintürnen, wie auch bei Wolfegg stellen.

Leider kann man unserer Bevölkerung drei Grundeinstellungen attestieren: Ein Teil ist inzwischen gläubig im Sinne der Grünen, den anderen interessiert nur, was sich in der Nähe seines Wohnortes abspielt. Nur für den dritten Teil reicht das Verantwortungsgefühl wesentlich über ihre Heimatgemeinde hinaus.

Fürstenhäuser als Wahrer der ihnen anvertrauten Landschaften? Leider finden sich auch hier vornehmlich Negativbeispiele. Geld stinkt nicht, gehörte schon zum Erfahrungsschatz der Römer. Wenn dann noch der ganz große Reibach winkt, fallen alle Hemmungen.

Da sind noch die Kirchen, die dem Gläubigen Orientierung und Halt geben sollen- „Da heizt der Chef“, lautet die Reklame für PV- oder Solar-Anlagen der Diözese in Rottenburg. „Der Wind, der Wind, das himmlische Kind“ – Windkraftanlagen ..., so geht diese Entgleisung weiter. Das Führungspersonal der EKD ist zu einem erheblichen Teil mit tiefgrünen Politikern durchsetzt. Nimmt es da wunder, dass die Evangelische Kirche zu den besonders aktiven Eintreibern der „Energiewende“ gehört?

Ein Blick in die politische Landschaft dieser Tage zeigt, dass die Parteien, die die Bundesregierung bilden, mit ihrem zerstörerischen Werk gar nicht schnell genug voranschreiten können. Von der CDU werden sie dabei nicht gebremst. Selbst die Linke glaubt, sich für die schnellere Zerstörung der deutschen Landschaften stark machen zu müssen. Für den Wähler wird es bald gleichgültig, wem er seine Stimme gibt.

Noch schlimmer sieht es in unserer Landespolitik aus. Da hat sich die CDU zur weitgehend willenlosen Vollstreckerorganisation der Grünen gemausert. So hat der „urschwarze“ Forstminister keine Hemmungen, den Altdorfer Wald, die Halbinsel Höri im Bodensee oder den Staatswald bei Leutkirch zum Ausschlachten freizugeben. Unser schwarzer Wahlkreisabgeordneter mit der auffallenden Affinität zu seiner grünen Kollegin erscheint mit verständnis-salbungsvollen Worten bei Bürgerinitiativen. Bei der nächsten Sitzung des Landtages zieht er über diese in abwertender Weise her. Hat er darauf gesetzt, dass das gelangweilte Volk seine Erklärungen nicht liest? Er hat sich anlässlich des Koalitionsvertrages von Grün mit Schwarz dazu bekannt, die energiepolitischen Vorstellungen der Landesregierung ohne Wenn und Aber in vollem Umfang zu unterstützen.

Wissenschaftler im Dienst grüner Ideologen: Wer hat noch nicht vom PIK (Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung) und Herrn Schellnhuber oder vom GEOMAR-Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel und seinem in Fernsehen und Presse fast allgegenwärtigen Vertreter Mojib Latif gehört? Diese mit erheblichen Steuermitteln unterstützten Organisationen vertreten vollinhaltlich die Extrem-Position der Grünen. Gegensätzliche Positionen werden nicht zugelassen. Motto: „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing“!

Die „Naturschutzverbände“: Für die „Schwäbische Zeitung“ und viele andere Presseorgane existieren nur zwei Organisationen: BUND und Nabu. Die Existenz weiterer Organisationen und deren Stellungnahmen werden unterdrückt.

Der BUND Baden-Württemberg wird heute von einer ehemaligen Präsidentin des Bundesverbandes Windenergie (BWI) geleitet („Artenschutz und Windkraft – das geht.“). Wie glaubwürdig wäre es, wenn der Chef eines Vereins zur Förderung der Fleisch-Rinderzucht zum Vorsitzenden eines Vereins zur Förderung der vegetarischen Lebensweise gewählt wird? Ebenfalls sehr enge Beziehungen bestehen nach Nachrichten aus dem Internet zwischen der BWI-Führung und der Nabu-Führung.

Zur Ehrenrettung vieler Nabu- und Bund-Mitglieder muss bemerkt werden, dass keineswegs alle Mitglieder mit dieser umstrittenen Verbandspolitik einverstanden sind.

Unabhängig von der vorbeschriebenen Problematik schreitet die Beschneidung unserer Freiheit und der Marsch in die Ökodiktatur voran! Nachdem uns vorgeschrieben wird, wie wir zu heizen haben, mit welchen Autos wir fahren dürfen, wann wir in Zukunft den Elektroherd oder die Waschmaschine einschalten dürfen, weil das von den „Smart Grid“, die wir auf eigene Kosten einbauen sollen, so ferngeregelt wird.
https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.bund-chefin-zur-windkraft-artenschutz-und-windkraft-das-geht.c4a08db8-0ba1-4e99-8cf4-d2944d24aaee.html
https://www.wattenrat.de/2021/02/04/der-nabu-die-gruenen-und-die-naehe-zur-windenergiewirtschaft-aufruhr-im-verband
https://www.wattenrat.de/tag/nabu/

„Etwas ist faul im Staate Dänemark“ (Shakespeare, „Hamlet“).

Hans-Joachim Schodlok, Bad Wurzach

 

 

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halloRV

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