Bad Wurzach - Die 48. Auflage des Bockbierfestes sah wieder an beiden Tagen wieder eine rappelvolle Turn- und Festhalle. Was nach der Corona-Pause kein Wunder war. Das Fest, das der unvergessene Fritz Harscher vor genau 50 Jahren ins Leben rief, entwickelt sich immer mehr zu einem richtigen Dauerbrenner im Kulturkalender der Stadt.
Das hat natürlich seine Gründe: Da wäre zum einen die mitreißende, von einer „kleinen“ Besetzung der Stadtkapelle unter Petra Springer dargebotene Stimmungsmusik, zum anderen aber auch die hervorragende Küche mit bayerisch-Schwäbischen Schmankerln, die in Verbindung mit dem süffigen Bockbier den Abend bzw. den Frühschoppen am Sonntag zu einem lukullischen Erlebnis machte
Und so war es kein Wunder, dass auch diesem Jahr Vorstandssprecher Wolfgang Grösser neben vielen Ehrenmitgliedern auch wieder zahlreiche Vereine, wie die TSG-Schützen, die Feuerwehr, den Fanfarenzug, die DLRG, den Heimatverein Wurzen mit großen Abordnungen begrüßen konnte.
Standesgemäß wurde der Bockbierfestsamstagabend mit dem Bayerischen Defiliermarsch eröffnet, auf den noch viele Schätzchen der Blasmusik, aber auch richtige Festzeltkracher wie „Böhmischer Traum“, „Auf der Vogelwiese“ oder „Dem Land Tirol die Treue“ folgten. Aber auch Ausflüge in die Sparten Pop und Schlager stellten die Musiker vor kein Problem. Dazu kamen noch mehrere Soloeinlagen, etwa die von ex-Vorstand Günther Herdrich, der mit seiner Tuba den „Türkischen Marsch“ blies oder den „Wildcat-Blues“, den Nachwuchsklarinettist Samuel Herdrich souverän meisterte.
Das große Highlight war jedoch der Auftritt der legendären „Dilldapper-Vielharmoniker“ , die nachdem sie einige Jahre in der Versenkung verschwunden waren nun wieder aufgetaucht sind. Was – aus ernährungstechnischer Sicht gar nicht so einfach war – wie „Zirkusdirektor“ Wolfgang Grösser vor dem Comeback-Auftritt erklärte. Denn weil auch die Dilldappen älter geworden sind, mussten wir die Schweinshaxen für sie pürieren.“ Und statt im Hotel Rössle nächtigen die Herrschaften im FeelMoor, „weil die da einen Rollator-geeigneten Aufzug haben.“
Beim Auftritt der Chaos-Musik-Comedy-Truppe war von Altersmüdigkeit nicht das geringste zu spüren: Ihre Gags zündeten wie gewohnt und oft hinterließen sie ein „Trümmerfeld“. So etwa mit der zerstörten großen Trommel, die sie einfach in ihre Bestandteile auflösen ließen. Dass die alten Herren sich gelegentlich wegen musikalischen Differenzen buchstäblich „in die Haare bekamen“ gehörte ebenso zur Show wie das Alphorn-Solo, das in diesem Jahr erstmals von einem die Fahne mit dem Schweizer Kreuz schwingenden, Pfeife rauchenden Almöhi begleitet wurde. Apropos Rauch: Davon gab es reichlich bei diversen Knalleffekten, die zum Teil ganz schön das Trommelfell des Publikums (und der Mitmusiker) malträtierten.
Wolfgang Grösser bedankte sich an diesem Abend auch bei seinen zahlreichen Helfern in Küche und Service, teilweise aktive Musiker, teilweise auch Jungmusikanten, ganz besonders ehrte er Freddy Holzmüller, der seit vielen Jahren für den richtigen Ton beim Bockbierfest sorgt.
Zum Frühschoppen am Sonntag spielte dann der Musikverein Steinhausen a.d. Rottum auf und machte auch diesen neben dem lukullischen auch noch zu einem musikalischen Erlebnis.
Bericht und Bilder Ulrich Gresser

