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Bad Wurzach - Bei seinem zweiten Auftritt im Kursaal (nach 2020) wusste das „sinfonische Blasorchester Südwind“ mit Markus Hein, mit seiner Programmzusammenstellung erneut zu begeistern

Das Orchester, bei dem viele Lehrer der Jugendmusikschule Bad Wurzach wie etwa Schlagzeuglehrer Michael Porter, Klarinettenlehrer Georg Stankalla oder Klavierlehrerin Larissa Bohr sowie mit Florian Renz der Dirigent der Musikkapelle Dietmanns, mitspielen, hat in den vergangenen fast 25 Jahren schon mit vielen international renommierten Dirigenten zusammengearbeitet, die zum Teil bis aus Brasilien, den USA oder Singapur nach Oberschwaben kamen. Zum Südwind-Ensemble gehören auch zwei Mitglieder der Stadtkapelle Bad Wurzach: Roland Merk und Hubert Fischer, beide an der Klarinette. 

Mit Markus Hein, dem jungen freischaffenden Dirigenten aus München, der schon Preise auf internationaler Ebene Erfolge einheimsen konnte, hatte Südwind bereits vor der Corona-Pause erfolgreich zusammengearbeitet.

Mit der Symphonic Ouverture von des US-amerikanischen Komponisten und Tuba-Spielers James Barnes stiegen Hein und sein rund 60köpfiges Südwind-Orchester in das Programm ein. Bei der folgenden dreiteiligen „The Fourth suite“ mit Intrada, Arie und Marsch des Amerikaners Alfred Reed, die dieser 1993veröffentlichte ließ das Orchester seine Klasse aufblitzen.

Bei dem 15 Minuten Epos „Traveler“ von David Maslanka, Amerikaner wie die Komponisten der ersten beiden Stücke, waren höchste Präzision und Dynamik in allen Registern gefordert, nicht zu reden von den dramatischen, beinahe dissonant zu nennenden Partien. Herausragend auch die solistische Zwiesprache Sporansaxophons mit der Flügelbegleitung.

Mit der „Olympic-Fanfare & Theme“, der Hymne, die John Williams, zu den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles kehrten Markus Hein und seine Musiker nach der Pause auf die Bühne zurück. Der Filmmusik-Papst , der die Musik zu zahlreichen Blockbuster in Hollywood(Star Wars, E.T., Jurassic Park, Harry Potter) schuf hatte die Ehre diese Hymne für die erste Olympiade in den USA zu schreiben.

Frank Ticheli ist ein zeitgenössischer amerikanischer Komponist. Er suchte für das 1999 geschaffene Werk „Vesuvius“ historische Bezugspunkte, die sinnbildlich für Macht und Energie stehen, sich aber gleichzeitig für einen wilden, leidenschaftlichen musikalischen Tanz eignen. Er fand diese bei der durch den Vesuv-Ausbruch 79 n. Chr zerstörte Stadt Pompeij und schuf damit einen explosiven und feurigen „Tanz auf dem Vulkan“.

Der gebürtige Australier Percy Grainger widmete das 1911 geschriebene Stück „Colonial song“ seiner Mutter Rose. Er versuchte darin eine Melodie zu schaffen, die möglichst typisch für die australische Landschaft sein sollte. Im Gegensatz zu vielen anderen Kompositionen basierte das Lied nicht auf Volksliedern, sondern wurde vollständig von Grainger selbst entworfen.

Stephen Melillo ist einer der eigenwilligsten und erfolgreichsten Komponisten der Gegenwart. Mit „Godspeed!“ schuf ein kompaktes, einsätziges Werk, das mit jugendlichem Elan und unbändiger Energie beginnt und plötzlich von einem stillen Gebet unterbrochen wird. Um danach kurz darauf mit einer weiteren Wendung wieder mit der Kraft dieses ersten Teiles zu einem strahlenden, triumphalen Schluss zu kommen. Mit langanhaltendem Applaus goutierte das Publikum dieses Konzertende. Und natürlich durften das Orchester und sein Dirigent nicht ohne Zugabe die Bühne verlassen.

Mit „Molly on the shore“ – ebenfalls von Percy Grainger – wurde das Publikum für seine Zugabe-Rufe belohnt.

Das Konzert war musikalisch top, leider war der Publikumszuspruch nicht adäquat. Bleibt zu hoffen, dass das Konzert am Tag darauf in Ochsenhausen beim Publikumszuspruch den entsprechenden Widerhall gefunden hat.

Bericht und Bilder: Ulrich Gresser

 

 

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halloRV

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