Haidgau - Rund um den ersten Fastensonntag loderten vielerorts wieder die Funkenfeuer.
Der Brauch, hierzulande sind diese Feuer als Mittel zur Vertreibung des Winters bekannt, weswegen die Spitze des Funken eine Strohpuppe ziert, die eben diesen symbolisiert. Der Ursprung des Brauches lässt sich nicht mehr mit Sicherheit feststellen, ob er nun den heidnisch-germanischen Brauch, den Winter zu vertreiben widerspiegelt, den römischen zum Entzünden eines „Heiligen Feuers“ zum römischen Jahresanfang am 1. März.
Oder ob er christlichen Ursprungs ist, zur Einleitung der Fastenzeit, Tatsache ist jedoch, dass es diese Tradition nicht nur im schwäbisch-alemannischen Raum gibt, sondern dass sie in vielen mitteleuropäischen Ländern verbreitet ist.
Wohl dem der, wie die Funkenbauer in Haidgau, in diesem Jahr seinen Funken bereits am Samstagabend bei Einbruch der Dunkelheit abgebrannt hat. Denn das Spektakel, das meist sehr viele Zuschauer anlockt, war in diesem Jahr wettermäßig zweigeteilt: Am Samstagabend konnten Essen und Trinken, die zu einer gewissen Volksfeststimmung beitragen, noch bei vergleichsweise milden Temperaturen genossen werden.
Anders bei den Funken, die am Sonntag abgebrannt wurden: Buchstäblich über Nacht war der Winter mit ordentlichen Minusgraden und Schnee zurückgekehrt und ließ noch einmal seine Muskeln spielen.
Denn damit wurden die riesigen, zumeist aus ausrangierten Weihnachtsbäumen bestehenden Reisighaufen, noch einmal kräftig durchfeuchtet. Was das Abbrennen, wie jeder weiß, der einmal versucht hat mit feuchtem Holz oder Reisig seinen Kachelofen anzufeuern, zu keinem leichten Unterfangen macht.
Dieses Problem hatten die Haidgauer Funkenbauer nicht, als sie am Samstagabend um 19.02 Uhr mit Gasbrennern ihrem Funken zu leibe rückten: Innerhalb von Sekunden brannte das als Zündmaterial rund um den Funken ausgelegte Heu und Stroh und griff innerhalb kürzester Zeit auf den Reisighaufen über. Rasch schlugen rund 10 Meter hohe Flammen aus dem Gebilde beim Sportplatz, in das die Haidgauer „Funkabuba“ seit Anfang Januar einiges an Zeit für die Dorfgemeinschaft investiert haben. Und als die an einer Stange befestigte Strohpuppe nach gut einer halben Stunde im Flammenmeer verglühte, war die Stimmung unter den zahlreichen Besuchern bestens.
Was auch die Kindergartenkinder des Haidgauer Kindergarten freuen wird, denn ein Teil des Verkaufserlöses von Essen und Trinken wird ihnen zugute kommen.
Weitere Funken wurden u.a. in Schlesis bei Arnach, in Geboldingen, in Gospoldshofen-Schwande, in Oberschwarzach und in Ziegelbach-Bechtingers abgebrannt.
Bericht und Bilder Ulrich Gresser

