Bad Wurzach - Riedmeckeler, Moorweible, Schnepfla, Muetes, die Burgfrau und der Hopediz – alle waren sie gekommen um zu den Klängen des Fanfarenzuges beim ersten Kehraus seit langer Zeit unter dem Narrenbaum Abschied von Katharina, der personifizierten Fasnet, zu nehmen.
Es war ein richtig großer närrischer Trauerzug, der sich am Fasnetzeischdigobed unter den guggenmusik-ähnlichen Klängen des Fanfarenzuges dem Narrenbaum näherte, dort wo die Fasnet in Form der Strohpuppe Katharina ihr irdisches Dasein als ein Häufchen Asche beenden sollte.
Zunftmeister Dominic Neher stimmte im Muetes-Häs (zu Ehren des in dieser Fasnetszeit verstorbenen Maskenschnitzers Michael Späth, Schöpfers dieser Maske) die Narrenschar und Gäste mit einem in Reimform gehaltenen närrischen „Gebet“ auf die „Einäscherung“ der Fasnet ein.
„Nach ach so wenig vielen Tagen, müssen wir dich unsere Fasnet, unsere geliebte Katharina zu Grabe tragen“ – O Jerum! “ Katharina mir send jetzt alloi,
Wia fendet bei Nacht mir jemols wieder Hoi, vielleicht isch au no viel größer der Graus, am end derfet mir z´ Obed gar nomme naus!“ – O Jerum!
„Nur wer weiß, wie man Feuer macht, weiß es auch zu löschen“, dies ist die erste Lektion, die ein Feuerwehrmann in seiner Ausbildung lernt. Deswegen war es kein Geringerer als der Chef der Bad Wurzacher Jugendfeuerwehr, Pascal Schmehl, der Katharina in Flammen setzte. Und später, als die Feuerzungen auch an den Keilen des Narrenbaumes leckten, diese wie auch den glimmenden Aschehaufen der Fasnet, auch wieder löschte.
Während also Katharina in Flammen stand, vergoßen die großen und kleinen Narren bittere Tränen, und der Zunftmeister „betete“ die Klagelitanei. „Mir hond koi Geld meh – wer gibt es uns?“. „Mir hond Löcher in de Strümpf – wer stopft sie uns?“„Wir haben Durst – wer stillt ihn uns?“ „Mir mond wieder zum Schaffa gau – O Jerum“ heißt da unter anderem.
Und damit der Abschied nicht allzu traurig werde, spielte der Fanfarenzug noch einmal all die bekannten Stimmungsstücke, denn es wartete ja der hoffnungsgebende Leichenschmaus. „Im Feuer unter dem Narrenbaum, verglüht unser schönster Fasnetstraum. Doch ehe verglommen ist der allerletzte Funken, wird einmal noch auf Katharinas Wohl getrunken.“
Zunftmeister Neher beendete seine Rede mit den hoffnungsgebenden Worten: „Wenn nach trüben fasnetslose Zeita, unsere Katharina – wieder jung und schön – durch Wurzachs Stroßa wird schreita, ihr narren das leben muss weitergehn, Katharina, Katharina bis zum Wiedersehn!“
Bericht und Bilder Ulrich Gresser

