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Eintürnen - Die Musiker der Musikkapelle Eintürnen boten unter dem Ballmotto „Helden der Kindheit“ mit ihrem Programm Blasmusik, Sketsche, Gesang und Tanz, während die Ballgäste die närrisch geschmückte Narrenhalle auf dem Eintürnenberg in ein Gewusel von Schlümpfen, Bienen, Hummeln und Pumuckl verwandelten.

Mit dem in jener Zeit allsamstäglich üblichen Eurovisions-Intro und einem Medley aus Titelmelodien zahlreicher Kinderserien – aus der Zeit kurz nachdem das Farbfernsehen in den deutschen Wohnstuben Einzug gehalten hatte – eröffneten die Musikanten unter der bewährten Leitung von Alexander Dreher traditionell den Programmteil des Balles. Zuvor hatte die Band „D´Falschspieler“ , die später zum Tanzen einluden, die Stimmung vorgeheizt.

Vom richtigen Umgang mit elektronischen Geräten, „Nicht auf den Tisch hauen“ versuchte Fachverkäuferin Sophia Weber im Elektro-Fachmarkt ihre uneinsichtige Kundin Tabea Stephan zu überzeugen. Denn diese wollte ihr neuerstandenes Navi zurückgeben. Es funktioniere nicht, weil es a.) kein Schwäbisch schwätze und b.) nicht katholisch sei.

Als wahre Lästermäuler entpuppten sich die Trällermädels-Schlümpfe Sonja Weber, Tanja Stephan, Ines Haag und Daniela Gut, die unter dem strengen Dirigat von Oberschlumpf Roland Schmid mit Hingabe über ihre Musikerkollegen in den anderen Registern herzogen.  Es hat sich viel getan in der Corona-Zeit und so musste der beliebte Eintürnen-Stammtisch – weil auch die letzte Wirtschaft im Ort inzwischen geschlossen hat – im Hinterhof rund um eine Mülltonne abgehalten werden. Und statt des guten Meckatzers gab´s „Mädchengetränk“, Laternenmaß aus der 0,33 Flasche!

Dort also ließen Josef Schele, Markus Bendel und Florian Bott mit spitzer Zunge das Dorfgeschehen noch einmal Revue passieren. Da war zum einen die vergessene Transportsicherung bei der neuen Waschmaschine im Hause Bott oder auch das vom Sturm abgedeckte Stadeldach bei Scheles, das 100 Meter weiter wie eine Skulptur in der Wiese stecken blieb. Oder der Kommentar von Heinz Scheles Tochter, angesichts von Vaters nigel-nagel-neuem Auto, das nur den kleinen Schönheitsfehler der BC-Nummer hatte: „Gheret mir etz au zu dene, die sich aufführa dürfet?“

Oder der Lapsus, als Familie Bott nach der Feier des 60. Geburtstag von Thomas Stärk nach Hause fahren wollte, sich aber nichts bewegte und der vermutete Getriebeschaden sich als ein profanes Loch im Boden entpuppte, in dem das Rad feststeckte. Das Glanzlicht war jedoch, als Josef Schele mit seinem Porsche auf dem Weg zum Shoppen kurz vor Stuttgart eine Reifenpanne erlitt, und er, direkt vor dem Porschewerk in Zuffenhausen den aus Eintürnen angelieferten Reifen selbst wechseln mußte, weil sich im ganzen Werk kein passender Pneu fand.

Drei lange Jahre hatten die Mädchen und jungen Damen der Musikkapelle darauf warten müssen, nun lieferten sie ein wahres Tanzfeuerwerk ab: Cotton Eye Joe, Ghostbusters in verschiedenen kleineren Gruppen und zum großen Finale mit allen, den Disco-Klassiker verbunden mit der Aufforderung an alle: „Everybody dance now.“ Die allerdings kam noch etwas zu früh.

Denn es folgte noch der Höhepunkt des Programmes, durch das Heinz Schele und Florian Weber wieder genau so souverän geführt haben wie vor der Corona-Pause. Die A-Capella-Gesangs-Gruppe „Tongebräu“ stand wieder auf der Bühne des Musikballes und brachte die Halle zum brodeln. Ortsvorsteher und Hausherr und Berthold Leupolz, Heinz Schele, Roland Weber und Günther Stephan sangen – natürlich auf schwäbisch – von Ihren Helden der Kindheit, wie z.B. Catweazle, vom Energiesparen mittels Wärmeflaschen oder davon, dass sie „d´Maschie scho putzt hond.“

Natürlich durften sie nicht ohne Zugabe die Bühne verlassen, die sich danach innerhalb von nicht einmal 10 Minuten in die gut genutzte Tanzfläche verwandelte.

 

Bericht und Bilder Ulrich Gresser

 

 

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halloRV

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