Bad Wurzach - Die diesjährige HGV-Jahreshauptversammlung fand coronabedingt und unter Einhaltung der entsprechenden Abstandsregeln im Kursaal statt. Thema Nummer 1 war dabei die zukünftige Handhabung des Bad Wurzach-Gutscheines.
Die Vorsitzende Christiane Vincon-Westermayer bedauerte bei ihrer Begrüßung, dass die Versammlung ohne das übliche Beisammensein stattfinden müsse. Aber sie hoffe, dass es im nächsten Jahr wieder eine „normale“ Hauptversammlung geben werde.
In ihrem Rechenschaftsbericht ging die Vorsitzende auf die Veranstaltungen seit der letzten Hauptversammlung am 09.04.2019 ein. Der Vorstand hatte seitdem sechs Ausschusssitzungen durchgeführt. Zwei Tage vor der damaligen Hauptversammlung war der Fit-Fun-Shopping-Tag bzw. Moorerlebnistag über die Bühne gegangen, bei dem wieder „viel los war“. „Es war eine sehr gelungene Veranstaltung,“ konstatierte Vincon-Westermayer und lobte insbesondere Johanne Gaipl und Margit Rock von der Bad Wurzach Info , die als Mitorganisatorinnen sehr gute Arbeit geleistet hatten. Music in Town am 24.07., bei dem die Feuerwehr gewirtet hatte und das Stadtfest am 24./25. August waren die großen Sommerhighlights. Es sei wie immer eine klasse Veranstaltung gewesen und wieder viele Leute dagewesen. Selbstkritisch merkte sie allerdings an, dass die Verlegung des Rummels auf den Klosterplatz „keine gute Idee war“. Der Markt der Berufe im Schulzentrum, bei dem die Karrierebegleiterin Hildegard Mühler die Federführung innehatte, sei ebenso eine gute Gelegenheit für Handel und Gewerbe gewesen, sich nach dem geeigneten Nachwuchs umzuschauen. Am 13.10. fand der verkaufsoffene Sonntag im Herbst statt und am ersten Adventswochenende zum dritten Mal der Weihnachtsmarkt auf dem Klosterplatz samt Künstlermarkt und Liederkranz Cafe in Maria Rosengarten. Das Highlight für den HGV aber war im vergangenen Jahr die Vorstellung des Bad Wurzach Gutscheines, die am 25.09. im Sitzungssaal Maria Rosengarten durch Alexander Arend von Zmyle stattfand. Einen Monat später, am 25.10. fand das dritte Bad Wurzacher Wirtschaftsgespräch mit Landesverkehrsminister Winfried Hermann statt, dessen Themen nach wie vor topaktuell seien. Dabei sei die Resonanz unter den Mitgliedern ihrer Meinung nach etwas zu verhalten gewesen.
Seit der letzten Ausschusssitzung, die am Gumpigen Donnerstag stattfand, mussten alle geplanten Veranstaltungen bis zum 31.08. abgesagt werden. Spätere Termine seien noch offen, beim diesjährigen Markt der Berufe bereitet das Hygienekonzept noch allen Beteiligten großes Kopfzerbrechen. Im Corona-Lockdown habe der Handel sich mit einer Videobotschaft an die Bürger gewendet: „Bitte kaufen Sie weiterhin in Bad Wurzach ein!“
Kassier Christoph Gschwind, blieb sich treu und analysierte die von ihm genannten Zahlen kritisch. Bereits zum dritten Mal hintereinander musste er in seiner Jahresschlussrechnung einen Verlust vermelden. Denn obwohl z.B. der Weihnachtsmarkt wieder sehr gut besucht war, fuhr er für den Verein wieder ein sattes Minus ein. Nicht ganz so hoch fiel das Defizit beim Stadtfest aus, bewegte sich aber immer noch im mittleren vierstelligen Bereich. Gschwind unterstrich dabei, wie wichtig für den Verein die Beiträge sind. Dennoch habe man sich für 2020 dazu entschlossen, aufgrund der Pandemie und ihren Folgen vorerst nur den halben Beitrag einzuziehen. Die – einstimmige – Entlastung des Kassiers wurde in diesem Jahr von Berthold Natterer von der Volksbank Allgäu-Oberschwaben geleitet, nachdem die Kassenprüfer Monika Westermayer und Alexander Rast ihm eine einwandfreie Kassenführung bescheinigt hatten.
Klaus Michelberger, innerhalb des HGV Vorstandes für das Projekt „Bad Wurzach Gutschein“ verantwortlich, zog an diesem Abend eine erste Zwischenbilanz. Von den verkauften Gutscheinen im Wert von 21.338 € seien inzwischen 27% eingelöst worden. Die meisten Gutscheine seien offline bei einer der inzwischen 48 Akzeptanzstellen gekauft worden, d.h. „beim Online-Verkauf besteht noch Luft nach oben.“ Auch bei den Verkaufs- und Akzeptanzstellen wolle man noch mehr Geschäfte bzw. Handwerker ansprechen.
Sibylle Schleweck machte in der Diskussion über den Gutschein den Vorschlag, ein ähnliches Verkaufssystem wie der Händlerring der Stadt Weingarten anzuwenden. Dort wurde dem Kunden, wenn er innerhalb einer bestimmten Frist seinen Gutschein erwirbt, ein Sonderrabatt eingeräumt. Schleweck hielt die Beitragshalbierung nicht für das richtige Instrument, den Handel in der Stadt anzukurbeln. Unterstützung erhielt Schleweck von Dagmar Fimpel, die ein solches Verfahren für eine gute Idee hält, den Gutschein zu pushen.
Kassier Christoph Gschwind, befand die Idee, nach einem kurzen Zahlencheck, ebenfalls für gut. Schleweck merkte auch noch an, dass darüberhinaus durch die Aktion auch noch zusätzlich Mitglieder zum Mitmachen animiert werden könnten. Christiane Vincon Westermayer sieht in dem 44 € Gutschein für Arbeitnehmer von Firmen auch eine kostenlose Werbung für die Firmen. Die Abstimmung erbrachte schließlich ein einstimmiges Votum für den Vorschlag von Schleweck. Friedrich Thorsten Müller legte Wert auf die Feststellung, dass der Vorschlag nicht vom Vorstand gekommen sei, sondern aus den Reihen der Mitglieder.
Bericht und Bild: Ulrich Gresser

