Bad Wurzach - Im Rahmen des Jahresessens der Stadtkapelle durfte Klaus Wachter, der stellvertretende Kreisverbandsvorsitzende des Blasmusikreisverbandes Ravensburg, zahlreiche aktive Musikerinnen und Musiker mit den Ehrenzeichen des Baden-Württembergischen Blasmusikverbandes auszeichnen.
Auch bei der Stadtkapelle Bad Wurzach wirkte sich der „Ehrungsstau“ wegen der Corona–Pandemie aus, so dass das diesjährige Jahresessen zu einem richtigen Ehrungsfestival wurde.
Vorstand Günther Herdrich konnte zu dem Essen im Probenraum der Stadtkapelle fast alle aktiven Musiker begrüßen. „Es ist schön, dass wir nach drei Jahren endlich wieder das Jahresessen und den Kameradschaftsabend durchführen können. Trotz zwei Jahren Pandemie habe wir einiges auf die Beine gestellt. Wir hatten während der Pandemie einige Förderantrage bewilligt bekommen. Bei der Umsetzung wurde es dann ein wenig stressig, da wir zwei Projekte fast gleichzeitig abzuarbeiten hatten. Aber Ihr habt alle super mitgezogen.“
Geehrt für 10 Jahre
Die ersten 100 Jahre an Ehrungen gingen an die Nachwuchsmusiker/innen, die auf jeweils 10 Jahre aktives Musizieren zurückblicken können: Mit der Ehrennadel in Bronze wurden ausgezeichnet: Anika Grösser, Leon Grösser und Sarah Grösser, Sprösslinge des langjährigen Vorstandes Wolfgang Grösser; Alina und Nicolas Herdrich, Julia und Sandra Minsch, auch deren Eltern wie bei Pia Vincon aktive MusikerInnen in der Stadtkapelle; Andre Loritz und Christina Schad komplettierten die ersten 100 Jahre.
20 Jahre
Auf 80 Jahre zusammen kamen Markus Gindele, seit 2011 stellvertretender Vorstand des des Fördervereines, Marjolein Grösser, die lange Zeit für die Homepage verantwortlich war, Sarah Minsch, die sich seit vier Jahren um die Chronik kümmert und Walter Strobel, der früher Schlagzeug spielte, ursprünglich in der MK Ziegelbach aktiv war und seit 2010 in der Stadtkapelle die Tuba bläst. Für ihre jeweils 20-jährige Tätigkeit erhielten sie die Ehrennadel in Silber.
Für Tubisten hat Klaus Wachter immer ein Dose feinster Leberwurst aus der Klostermetzgerei in Reute parat, eine Tradition die vom legendären Josef Mütz beim Kreisverband eingeführt worden war.
Ehrennadel in Gold
In diesen Genuss kam auch Vorstand Günther Herdrich, der 2019 von der Trompete zur Tuba wechselte und für 30 Jahre Treue zur Musik mit der Ehrennadel in Gold mit Urkunde geehrt wurde. Zusätzlich erhielt er die Fördermedaille in Silber für 15 Jahre Tätigkeit im Vorstand.
Ebenfalls die Ehrennadel in Gold mit Urkunde erhielten noch weitere Musiker von Klaus Wachter überreicht. Bernd Grösser stellt häufig seine handwerkliche Begabung unter Beweis und sein Bruder Stefan Grösser ist seit vielen Jahren 1. Vorstand des Fördervereines. Werner Herdrich hilft häufig mit seinen landwirtschaftlichen Geräten bei Freiluftveranstaltungen, während Daniel Menig beim Schnakenfest eine wichtige Arbeitskraft war.
Schriftführerin Isolde Münsch ist eine der Hauptverantwortlichen beim Kinderbuch „Mimo“. Dank des gelernten Schreiners Tobias Sing hat Dirigentin Petra Springer auch im Probenraum von ihrem Podest herab einen guten Überblick über ihre Musiker. Sabine Wächter schließlich konnte beim Feel-more-Music-Projekt dank ihrer Kreativität beim Entwurf von Flyer, Plakat und Notenständer glänzen.
Fördermedaille in Bronze
Dieter Allgaier, Chef des Schlagzeugregisters, erhielt die Fördermedaille in Bronze mit Urkunde für seine 10-jährige Tätigkeit im Ausschuss der Stadtkapelle von Klaus Wachter überreicht.
Fördermedaille in Gold
Für vierzig Jahre konnte Wachter Dagmar Gindele mit der Ehrennadel in Gold mit Diamant und Ehrenbrief auszeichnen. Die langjährige Trachtenwartin sorgt dafür, dass die Musiker/innen der Stadtkapelle immer auch eine gute Außenwirkung zeigen. Dafür wurde sie auch mit der Fördermedaille in Gold ausgezeichnet.
Wolfgang Grösser wurde neben seiner 40-jährigen Musikantentätigkeit ebenfalls für seine langjährige Vorstandstätigkeit mit der Fördermedaille in Gold mit Diamant und Ehrenbrief ausgezeichnet, „nebenbei“ organisiert der 2. Vorstand noch das Serenadenkonzert.
Heidi Demmel ist immer zur Stelle wenn es etwas zu Nähen gibt, Stadtpfarrer Stefan Maier spielt seit 1979 Klarinette, seit 2010 auch in der Stadtkapelle. Oboistin Andrea Mall führt seit vielen Jahren charmant und sachkundig durch das Programm beim Jahreskonzert, Bernd Mayer hat am Gumpigen Donnerstag meist das längste Durchhaltevermögen, Brigitte Minsch ist nach zehn Jahren als Schriftführerin (1990-2000) seit 2009 Notenwartin, was Klaus Wachter veranlasste, das Hohelied auf die Notenwarte anzustimmen. Stefan Ringer ist bei allen Veranstaltungen Grill- und Küchenchef. Anja Vincon ist bei Fasnetsbällen und Bockbierfest immer für einen Sketsch zu haben und dirigiert momentan den Musikverein Bergatreute.
Das Beste kommt fast immer am Schluss: Markus „Finne“ Vincon ist seit 1998 Kassier der Stadtkapelle. Kaum ein Jahr im Amt hatte er gleich die große Herausforderung des Kreisverbandsmusikfestes zum 200-jährigen Bestehens der Stadtkapelle zu meistern. Für 25-jährige Vorstandstätigkeit erhielt er wie Wolfgang Grösser die Fördermedaille in Gold mit Diamant und Ehrenbrief zuerkannt.
Eine besondere Einladung sprach Wachter den nachstehend genannten Geehrten aus: Sie können ab sofort beim Kreisseniorenorchester mitmusizieren.
50 Jahre und mehr
Bereits während des Jahreskonzertes für ihre 50-jährige Musikantentätigkeit geehrt worden waren Günther Hohl, Hubert Minsch, Werner Neumann und Karl Seeberger. Ebenfalls für 50 Jahre geehrt worden war auch Walter Herdrich, gar für 60 Jahre aktives Musizieren war Josef Herdrich, Vater des aktuellen Vorstandes, damals ausgezeichnet worden.
Walter Herdrich und Josef Herdrich Ehrenmitglieder
Den beiden Letztgenannten wurde nun im Rahmen des Jahresessens nun die größte vereinsinterne Ehrung zuteil: Sie wurden für ihre Verdienste zu Ehrenmitgliedern ernannt. Mit Josef Herdrich wurde die Ehrenmitgliedschaft erstmals einem aktiven Musiker verliehen.
Dank an Dirigentin Petra Springer
Zum Abschluss der Ehrungen war es Vorstand Günther Herdrich ein besonderes Anliegen, sich bei Dirigentin Petra Springer mit einem Geschenk zu bedanken: „Was Du nicht nur vorne am Dirigentenpult leistest, sondern was Du auch im Hintergrund organisierst und machst, ist echt gigantisch. Für Dich als Dirigentin waren die letzten drei Jahre nicht einfach, weil man nichts planen konnte. Trotz der vielen Rückschläge hattest Du immer wieder neue kreative Ideen, um den Verein in diesen ruhigeren Zeiten am Leben zu erhalten.“
Wolfgang Grösser schließlich hatte laut eigener Aussage eine ganze Nacht geopfert, um die gemeinsamen Jahre mit ihr in Reimform zu bringen; die Verse brachte er beim Ehrungsabend zu Gehör.
Bericht und Bilder: Ulrich Gresser

