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Arnach - Endlich konnten Spielleiter Matthias Tapper und seine Laienspielgruppe des Fördervereines für Jugendausbildung des Musikvereines Arnach nach zwei Jahren Pause wieder auf die Bühne der Festhalle zurückkehren. Sie taten dies mit dem Dreiakter „Nur Zoff mit dem Stoff“ von Bernd Gombold – und das mit großem Erfolg.

Matthias Tapper konnte unter den rund 200 Premierenbesuchern viele Ehrenmitgliedern des MV Arnach, aber auch Vertreter anderer Vereine begrüßen. Er erklärte dem Publikum, dass es sich bein dem genannten Stoff nicht um eine Textilie handelt. „Ich habe recherchiert, eine offizielle Statistik besagt, dass schon 40 % der Deutschen schon einmal gekifft haben.“ Auf die Frage, wer im Saal schon einmal das Endprodukt dieser kleinen grünen Pflanze genossen habe, meldete sich ein Einziger ...

Inhalt und Personen des Stücks
Franz Kohlkopf (Debütant Jochen „JJ“ Jöchle) und seine von Migräneanfällen heimgesuchte Erika (Marlies Hoch) sind einfache Gemüsebauern, die sich täglich mit ihrem konventionellen Gemüseanbau abrackern müssen, um finanziell über die Runden zu kommen. Ganz anders hingegen ihre Nachbarin Maja Müslein (temperamentvoll und clever-geschäftstüchtig: Lisa Hartmann), die mit ökologischem Landbau und traditioneller chinesischer Heilkunst viel Geld verdient – vor allem, wenn die wohlhabende Frau Henneliese von Wolkenstein (herrlich überdreht: Tanja Weder) samt Kater Amadeus mit ihren Wehwehchen zur Behandlung kommt.

Dass chinesische Heilbehandlungen á la Müslein gefährlich sein können, beweist Frau von Wolkenstein, indem sie dreimal vom Gymnastikball fällt. Ein makabrer Running Gag am Rande: Immer wenn diese völlig aufgelöst bei Maja Müslein auftaucht, fragt diese, ob Herr von Wolkenstein (endlich?) das Zeitliche gesegnet hat.

In Sachen der Mutter
Der verschlafene Klaus Müslein (Gebhard Baumann) hat hingegen wenig für die Arbeit übrig und ist froh, wenn er in Ruhe gelassen wird – und landet dennoch am Ende in der Zeitung, und das nicht, weil er – altmodisch verkleidet – in „Sachen der Mutter“ zur Testamentseröffnung geht. 

Wendige Ladnerin
Als wahrer Wendehals entpuppt sich die Ladenbesitzerin Berta Lädele (Lisa Gottschling), die immer lustvoll wütend in den Garten des jeweils anderen Geschäftspartners stapft, je nachdem, wer ihr gerade den größeren Bären über die jeweiligen Anbaumethoden des Nachbarn aufgebunden hat.

"Nix rostige Zwiebel"
Und dann wäre da noch der italienische Pizzabäcker Giovanni Tomati (Silvester Schneider), der sich so ausdauernd palavernd mit seiner Maria Tomati (auch im richtigen Leben seine Frau: Anna-Maria Schneider) streiten kann. Er ist ein Freund von Franz Kohlkopf, gegen dessen Speisenwünsche („Zwiebelrostbraten“) er sich vehement wehrt: „Nix rostige Zwiebel“ , „Pizza und Pasta, basta!“ werde es bei ihm geben.

Ein Mafioso wie aus dem Bilderbuch
Um sich ein paar Euro dazu zuverdienen, vermieten Franz und Erika Kohlkopf Zimmer an Gäste. Als sich dann der dubiose Mario (wunderbar mafiös: Alexander Menig) bei ihnen auftaucht und ihm einige seltsame Pflanzensetzlinge unterjubelt, wittert Franz das große Geld. Er soll die Setzlinge möglichst unauffällig zwischen seinen Tomaten anbauen und sorgsam pflegen, angeblich seien sie Pflanzen zur Entwicklung eines Potenzmittels eines Pharmakonzernes. Und als dann auch noch ein zweiter Gast sich bei Kohlkopfs einmietet, der von Jens Neubauer so richtig tuntenhaft gespielte „Thorsten“, nimmt die Geschichte richtig Fahrt auf.

Wasser predigen, Steaks essen
Aber Vorsicht: Nicht viel ist so wie es scheint: Während die Biogemüsezüchterin tagsüber mit ihren Pflanzen spricht, hilft sie ihnen nächtens ganz und gar un-bio auf die Sprünge. Dumm nur, dass Franz Kohlkopf bei seiner nächtlichen Zwiesprache mit den teuren grünen Pflanzen ihr dabei auf die Schliche kommt, als sie mit der Pflanzenschutzmittel-Spritze hantiert Ja, Frau Müslein predigt gerne Wasser – ihr Gatte darf sich, weil es sooo gesund ist, nur von Müsli ernähren – und trinkt lieber Wein, sprich: Sie verleibt sich Steaks ein, natürlich vom Bio-Angus-Rind.

Aufwendige Bühnenbauten
Für das Stück haben sich die Bühnenbauer richtig Mühe gemacht: Zum einen wurde viel „Grünzeug“ benötigt und die Gebäudebauten, welche die Hofidyllen auf beiden Seiten des Zaunes, der die Höfe trennt, sind sehr gelungen.

"... wenn die Birne nicht brennt"
Über diesen Zaun fliegen dann auch schon mal derbe Kraftausdrücke, und als sich der fitnessstudio-gestählte Mario mal oben ohne sonnt, auch richtig coole Verbalspitzen: „Was nützen beim dicken Bizeps 220 Volt, wenn oben die Birne nicht brennt.“ Oder als Frau Müslein Herrn Kohlkopf fragt, warum er so ein Gesicht mache, zur Antwort bekommt: „Wenn i G´sichter macha kennt, hättet Sie scho lang a anderes!“

Großer Applaus
Das diesjährige Theater zeigte bereits bei der Premiere, dass der Wiedereinstieg für die Theatertruppe gelungen ist. Spielleiter Matthias Tapper hatte einmal mehr bei der Rollenbesetzung wieder ein glückliches Händchen bewiesen. Ein langanhaltender Applaus nach dem großen Showdown war am Ende der drei Akte verdienter Lohn für die lange und erfolgreiche Probenarbeit.

Die weiteren Spieltermine
Weitere Spieltermine: Mittwoch, 28. Dezember, Freitag, 30.1 Dezember, Donnerstag. 5. Januar, und Freitag, 6. Januar, jeweils um 20.00 Uhr in der Turn- und Festhalle Arnach. Am Freitag, 30. Dezember,  und am Freitag, 6. Januar, gibt es jeweils um 14.00 Uhr zusätzlich Nachmittagsvorstellungen.

Kartenverkauf
Karten können bei Stephanie Jöchle, Tel. 07564/937727 oder 0163/2026408 (WhatsApp) oder per Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! vorbestellt werden.

Bericht und Bilder: Ulrich Gresser

 

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halloRV

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