Bad Wurzach - Um die Klassenkasse der Klasse 8 H der Werkrealschule für die im nächsten Jahr anstehende Klassenfahrt etwas aufzufüllen, da in dieser wegen Corona ziemliche Ebbe herrscht, haben Eltern und Schüler gemeinsam mit der ehemaligen Elternsprecherin Gisela Brodd zwei Abende für eine Bredla-Backaktion geopfert.
Gisela Brodd, gelernte Hauswirtschafterin und damit eine Expertin auf dem Gebiet Backen und Kochen, leitete die Aktion der rund 15 Eltern und Schüler, die in der Schulküche des Schulzentrums fleißig Zutaten wie Walnüsse zerkleinerten, rührten, Teig kneteten, Formen ausstachen und die kunstvoll modellierten „Bredla“ (= Plätzchen) in den Ofen schoben.
Die Idee dazu entstand bei der Weihnachtsmarktvorbesprechung mit der Bad Wurzach Info und den beteiligten Vereinen und Institutionen, an der auch Gisela Brodd als eine der Hauptorganisatorinnen teilnahm. An diesem Abend erklärte sich Brodd bereit, den beiden Organisatorinnen der Backaktion an zwei Abenden mit ihrer Berufserfahrung unter die Arme zu greifen.
Mit gutem Beispiel voran gingen die Elternbeiratsvorsitzende Birgit Dimmler und ihre Stellvertreterin Andrea Binzer, die für die Gesamtorganisation verantwortlich waren und fleißig mit Hand anlegten. Andrea Binzer hatte auch einige Gerätschaften und hochwertige Küchenmaschinen mitgebracht.
Außerdem war sie für den Wareneinkauf zuständig: Rund 10 Kg Mehl, je 5 Kg Zucker, Puderzucker, Butter und Nüsse sowie 75 Eier wurden an den beiden Abenden in 15 wunderbare „Bredla“ -Sorten verwandelt. Z.B. in Vanille-Kipferl, Nussecken, Springerle, Spitzbuben, Kokos-Würfel oder Allgäuer Walnuss-Plätzchen um nur die bekanntesten zu nennen.
Gisela Brodd brachte die Rezepte mit und achtete darauf dass die durchweg hochkarätigen Zutaten richtig verarbeitet wurden. Beeindruckend waren die vielen verschiedenen Motive bei den Springerle, die wie Gisela Brodd freudig vermelden konnte „Fisla“ bekommen haben, sie also im Ofen aufgegangen sind. „Da haben wir also alles richtig gemacht.“
Kai, der mit Frau und Sohn kunstvoll mit den Ausstecherles-Formen hantierte, war an beiden Abenden „Hahn im Korb“. Insgesamt lobte Birgit Dimmler die lockere Atmospäre und das tolle Miteinander in der Küche. „Es war auch ein Kennenlernen der Eltern untereinander sowie des Elternbeirats. Denn seit unserer Wahl war in dieser Hinsicht wegen Corona nicht viel möglich gewesen,“ sagte die Elternbeiratsvorsitzende über diese Abende, deren zweiter für sie und ihre Stellvertreterin sowie Gisela Brodd erst viel später endete als geplant.
Auch wenn Gisela Brodd für ihren Schnell-Backkurs für die Eltern und Schüler nichts verlangte, hatte Andrea Binzer im Namen der Eltern doch zwei Geschenke für sie besorgt: Der 10 Kilogramm-Sack feinstes Weizenmehl für sie selbst, „über die Mon-Cheri freut sich ganz sicher mein Mann, “ sagte sie erfreut.
Neben dem Plätzchenverkauf werden die SchülerInnen und Eltern beim Weihnachtsmarkt auch noch eine Box mit verschiedenen Socken feilbieten, die von einer Behindertenwerkstatt bezogen wird. Diese wird zu einem Preis von 17 € verkauft, 4 € davon geht in die Klassenkasse der 8H.
Denn bis zu ihrer Abschlussfahrt, die im nächsten Herbst stattfinden wird, haben die SchülerInnen keine Gelegenheit mehr, etwas Geld zu verdienen. „Da liegt dann kein Weihnachten mehr dazwischen,“ meint Andrea Binzer dazu.
Bericht und Bilder Ulrich Gresser

