Arnach - Nach drei Jahren konnte der Musikverein Arnach erstmals wieder seinen Show- und Stimmungsabend veranstalten und ließ es dabei mit ihrem „neuen“ Dirigenten und Vollblutmusiker Berthold Hiemer wieder so richtig krachen, mit allem was dazu gehört, nämlich mit viele hervorragenden Solisten, mit Instrument und Stimme.
Mit traditioneller Blasmusik eröffnete der Musikverein mit Märschen („Die Sonne geht auf, Egerländer Musikantenmarsch“), Polkas (u.a. „Böhmische Liebe, Weinkeller Polka“) und Walzer („Rauschende Birken“) bei denen sich Berthold Hiemer – der auch in glänzender Manier durchs Programm führte – häufig im Duett mit Lisa Gottschling und Katie Kible als Sänger betätigte, seinen diesjährigen Show- und Stimmungsabend.
Mit „The Story“ von Brandi Carlile bog der Stimmungsabend, zu dem viele Musikkapellen aus der Region mit großen Abordnungen gepilgert waren, getragen von der tollen, dem Original sehr ähnlichen Stimme von Lisa Gottschling in den Bereich Popmusik ab und sorgte mit diesem Lied, obwohl eigentlich eine ruhige Pop-Ballade, für eine mitreißende Partystimmung. Dabei konnte sich Julia Dietschhold, die ihren eigenen Fanclub mitgebracht hatte – wie später noch häufiger – sich mit ihrem Saxophon als Solistin auszuzeichnen.
Egal ob Stefan Braun den Karat-Hit „Über sieben Brücken musst Du gehen“, Berthold Hiemer „Mit 66 Jahren“ anstimmten, die Halle sang begeistert mit, erst recht beim Refrain von „Hey Jude“ das eigentlich als Instrumental angelegt war.
Die A-Cappella MVA-Singers mit Stefan Braun, Gebhard Baumann, Matthias Tapper und Hermann Buchbinder konnte sich bei ihren Wise Guys Liedern („Das neue Handy“ ) wieder auf die bewährte Stimme von Charlie Hummel verlassen. Und ihr weiblicher Gegenpart mit Lisa Gottschling, Tanja Weder, Katie Kible und Sabrina Lingenheil sorgte mit dem Schrille Fehlaperla Klassiker „Mir duat der Schnaps it guat!“ für beste Stimmung.
Ein veritables Männerquartettballett tanzte zu dem Wheathergirls-Ohrwurm „It´s raining men“ auf die Bühne, während bei der gelungenen Koproduktion von Andreas Gabalier und Max Giesinger „Sie“ ihr weibliches Gegenstück mit knallroten Schuhen über die Bühne fegte.
Die „dicken Brummer“, die Tubisten, die sonst eher im Hintergrund ihren Dienst versehen, hatten gleich zweimal Gelegenheit als Solisten in Erscheinung zu treten: Zum einen Magnus Räth bei der klassischen Liebeserklärung „Für Theresa“ und dann noch Gebhard Längst bei „Dufte Bienen – Dicker Brummer“ als Bär verkleidet im musikalischen Dialog mit zwei Bienen Maya (an den Klarinetten: Sophia Längst und Bettina Hoch).
Stefan Braun hatte in diesem Jahr die Moderatorentätigkeit in die Hände von Berthold Hiemer gelegt, drehte dafür als Sänger um so mehr auf, etwa im Duett mit Gottschling bei Hubert von Goiserns „Weit, weit weg“ aber erst recht bei Robbie Williams „Let me Entertain you“ und dem Megahit „Angel“. Und bunte Luftballone segelten durch die Halle als Gottschling mit „99 Luftballons“ in musikalische Welt der Neuen deutschen Welle eintauchte.
„Kannst Du Knödel kochen?“ dieser Polka merkt man nur am Titel an, aus welcher Zeit und Feder (Ernst Mosch) sie stammt, die Festzeltkracher von „Freund zu Freund“ oder die „Vogelwiese“ sorgten immer wieder für Abwechslung beim Programm. Mit der „Gute Nacht“ Polka wollte Berthold Hiemer eigentlich den Abend ausklingen lassen. Aber weil sich zwei der jüngsten Gäste des Arnacher Show - und Stimmungsabends noch mit dem „Böhmischen Traum“ und „Dem Land Tirol die Treue“ gewünscht hatten, war es Berthold Hiemer eine Herzensangelegenheit, diese noch zu erfüllen, auch wenn die Uhr schon weit nach Mitternacht anzeigte.
Fast ehrfürchtig sang die gesamte Halle dabei mit.
Bericht und Bilder Uli Gresser

