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Bad Wurzach - Die Filmschaffenden Clara Schemmel und Jakob Maria Lott haben beim Sebastian-Blau-Preis für schwäbische Mundart 2022 im Rottenburger Kino Waldhorn mit ihrem Film „Der Knecht“ den mit 3000 Euro dotierten ersten Platz belegt. Die beiden Filmemacher stammen aus Bad Wurzach, leben und arbeiten heute in Wien und Berlin. Gedreht wurde in der alten Heimat.

Der Verein schwäbische mund.art e.V. hat den Sebastian-Blau-Preis – auch als „Schwäbischer Oskar“ tituliert – in diesem Jahr zum zehnten Mal organisiert, zum zweitenmal für Filmschaffende. Namensgeber ist der langjährige Herausgeber und Chefredakteur der „Stuttgarter Zeitung“, Josef Eberle, der unter dem Pseudonym Sebastian Blau zu einem der bedeutendsten Dialektdichter der deutschen Literaturgeschichte wurde. Aus rund 50 Bewerbungen wurden von der Jury zunächst acht Filme nominiert, die bei der Verleihung in Auszügen eingespielt wurden.

Die Laudatio auf den Siegerfilm „Der Knecht“ hielt Adrian Kutter, langjähriger Intendant der Biberacher Filmfestspiele. Den Preis übergab Regierungspräsident Klaus Tappeser an das Duo.

„Ein Bauernhof irgendwo in der Allgäuer Einöde, Ende der 40er Anfang der 1950er Jahre. In ruhigem Erzählrhythmus nehmen wir teil am archaischen und patriarchischen Leben. Der Bauer, seine Frau, seine beiden Töchter und dann ist da der etwas behinderte, junge Knecht. Ständiges Wutopfer des Hofherren. Wie lang kann er dies ertragen und wann wird sich der angestaute Zorn des Geschundenen entladen.

Jakob Maria Lott und Clara Schemmel schufen ein überaus intensives und unter die Haut gehendes Filmwerk. Jakob Maria Lott gibt gleichzeitig auch der Figur des Knechts eine beklemmend überzeugende Gestalt. Glaubhaftes Spiel aller Protagonisten in authentischem Schwäbisch. Clara Schemmel zeichnet auch verantwortlich für eine – man muss es so sagen – überragende Bildgestaltung. Die Kameraführung, die Lichtgestaltung, die Farbgestaltung die Bildmontage, aussergewöhnlich und vor allem – einfallsreich. Ein grosses Lob verdient Magdalena Vogt für die perfekte Ausstattung, die uns auf eine veritable Zeitreise in die Mitte des vergangenen Jahrhunderts zu schicken vermag. Und nicht zu vergessen die passende Musik von Florian und Jakob Maria Lott. Insgesamt ein kleines filmisches Meisterwerk.“

Schemmel und Lott beabsichtigen, den preisgekrönten Film einigen lokalen Kinos zur Vorführung anzubieten. Der Trailer zum Film ist auf YouTube zu sehen unter folgendem Link:

https://youtu.be/FXCpxMOgJzY

Wie es zu dem „kleinen filmischen Meisterwerk“ kam, erzählen die Filmmacher in dem anschliessenden Interview-Bericht, mit einigen Stills aus dem Film Fotos vom Making of und einem Foto der Crew.

 

 

Bericht und Bilder Uli Gresser

 

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halloRV

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