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Bad Wurzach - Fast alle Brücken im Kurpark sind sanierungsbedürftig, das hatte der Bauhof gemeinsam mit dem Bauamt bei einer Begehung im August festgestellt. Stadtbaumeisterin Kathleen Kreutzer präsentierte dem Gemeinderat nun eine Liste aller Brücken mit den jeweils geschätzten Kosten, die sich auf zirka 1,2 Mio. € belaufen werden.

 

Im Kurpark der Stadt Bad Wurzach wurden zahlreiche Fuß- und Radbrücken als Holzkonstruktion erbaut – die Unterhaltspflicht dafür liegt bei der Stadt. Im Rahmen einer jährlichen Sichtprüfung durch den Bauhof wurden einzelne marode Brücken identifiziert. Am 11.08.2022 erfolgte eine Begehung von Bauhof und Bauamt zur detaillierten Zustandsaufnahme der Brücken. Hierbei wurden umfassende Schäden festgestellt.

Wesentliche Ursache für die vorliegenden Schäden ist die direkte Berührung der Holzteile mit dem Erd- reich. Unter dem Einfluss permanenter Feuchtigkeit konnten sich Pilzbefall und Holzfäule ausbreiten, die die Holzteile schnell zersetzt haben. Darüber hinaus lagert sich zwischen dem Belag Schmutz ab und es entsteht Staunässe, was zu Nassfäule führte. Weiterhin findet sich eine starke Vermoosung und Schäden durch Insekten und Mikroorganismen. Das Schadensbild ist an allen Brücken identisch - lediglich der Fortschritt differenziert.

Zur Sanierung erklärte die Stadtbaumeisterin: Auf Grund des Schadensbilds an allen Brücken sind umfassende Sanierungsmaßnahmen bzw. Ersatz- bau zum Erhalt der Stand- und Verkehrssicherheit notwendig. Künftig sind die Brücken konstruktiv so herzustellen, dass ein durchgehendes Eindringen von Feuchtigkeit in die Holzbauteile verhindert wird. Angestrebt wird ein einheitliches System. Der Vorfertigungsgrad kann somit erhöht werden, um die Arbeiten vor Ort auf die Montage zu reduzieren. Darüber hinaus erleichtert ein einheitliches System die künftige Instandhaltung.“

Neben den Brücken im Kurpark sind weitere Brücken sanierungsbedürftig: Die Fußwegbrücke beim Amtshaus (60 T€), die Fußwegbrücke Arnach zum Sportplatz (ca. 80 T€) und die Brücke der Museumstorfbahn (60 T€).

Bernhard Schad fragte, wer für den Unterhalt der Brücken verantwortlich sei: „Eindeutig die Stadt, denn die Bohlenpfade waren zwar Projekte des Naturschutzes, aber weil die Stadt sie touristisch nutzt, sei sie auch für den unterhalt verantwortlich, “ berichtete Karl Mayer, der als ehemaliger Bauhofleiter und fachkundiger Zuhörer die Sitzung verfolgte. Zur weiteren Frage von Schad, ob denn wirklich alle Brücken gebraucht werden, sagte Klaus Schütt: „Wir müssen schon sehr genau überlegen ob wir Brücken wegmachen.“ Er empfiehlt, das ganz genau zu prüfen. Berthold Leupolz unterstützte ihn: „Was abgebaut ist, wird vom Naturschutz nicht wieder genehmigt.“

Karl-Heinz Buschle fragte, ob man bei den Kosten nicht doch den Naturschutz ins Boot holen könne. Die Bürgermeisterin sagte dazu: „Für die Sanierung ehalten wir doch einen Zuschuss in Höhe von 60% der förderfähigen Kosten.“

Stadtbaumeisterin Kreutzer meinte, nachdem sich mehrere Räte zu sehr in Details zur Gestaltung der Ersatzbauten verloren drohten, es gehe an diesem Abend um eine Grundsatzentscheidung.

 

Dieser konnten dann auch alle zustimmen.

 

Bericht und Bild Ulrich Gresser

 

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halloRV

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