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BAD WURZACH - Zwar nicht ganz volles Haus im Kursaal Bad Wurzach, aber viele spannende Geschichten über die Stadt und ihre neun Teilgemeinden, schöne Fotos, tolle Angebote in allerlei Sparten und nicht zuletzt Getränke und Häppchen, muntere Gespräche, viele Infos und Flyer über die Riedstadt gab es beim Neubürger-Empfang in diesen Tagen.

Von der Stadt begrüßten Bürgermeisterin (BM) Alexandra Scherer die Gäste sowie musikalisch die Jugendmusikschule. Auch Martin Tapper von der Stadtverwaltung, Markus Beck, Leiter des neuen "FeelMOOR", Klaus Schütt vom neuen Stadtseniorenrat, einige Ortsvorsteher und Vertreter von Vereinen waren für Infos und Gespräche vor Ort für die anwesenden interessierten Neubürger.

330 Neubürger seit 2021
Insgesamt konnte Bad Wurzach mit seinen Dörfern und Weilern und, wie man erfuhr, rund 500 Straßenkilometern, um die 330 Neubürger seit Oktober 2021 verzeichnen. 40 bis 50 waren der Einladung in den Kursaal gefolgt und verfolgten die Vorstellung bzw. die Hommage an ihre neue Heimat, die hier etwas ausführlicher zum Nachlesen wiedergegeben wird.

BM Scherer ging in ihrem Vortrag mit Beamer-Unterstützung, Zahlen, Fakten, Fotos usw. auf die Geschichte der Riedstadt ein und wie positiv sich diese entwickelt hat bis heute – eine Erfolgsgeschichte, die sie als Bürgermeisterin mit allen Ortsvorstehern, Räten und Verwaltungen mit rund 400 Mitarbeitern natürlich weiterführen und in die Zukunft investieren möchte.

Kurstadt mit Europa-Diplom
Was wäre Bad Wurzach ohne das Ried, bereits 1989 ausgezeichnet, mit 17 Quadratkilometern die größte Hochmoorfläche von Mitteleuropa und ein Naturschutz- sowie Naturparadies? Grundlage für die heutige florierende Kurstadt, für das für Moorbäder- und Wellness bekannte oberschwäbisch-gemütliches Städtchen. Von nur noch 19 Einwohnern nach dem 30-jährigen Krieg ist die Zahl im Jahr 2022 auf über 15.000 Personen angewachsen.

Seit 1936 Kurort
Das erste Moorbad gab es bereits 1936 im Kloster Maria Rosengarten, geführt von dem Orden der Armen Schulschwestern. „Heute wird es ganz modern als sanfte Medizin aus der Natur für Körper, Geist und Seele“ bezeichnet und der große Zulauf mit rund 100.000 Gästen im Jahr spricht für sich“, so Alexandra Scherer nicht wenig stolz.

Stolz auf das neue FeelMOOR-Hotel
Stolz ist man auch auf das neue, ansprechend sanierte FeelMOOR-Hotel hinter der Reha-Klinik bzw. dem früheren Vitalium, das nicht nur Angehörigen von Reha-Patienten, sondern allen Touristen mit modernen Zimmern und gemütlicher Lounge und Bar zur Verfügung steht. Camper-Touris steht ein Wohnmobilstellplatz zur Verfügung, der nächstes Jahr saniert werden soll. Seit einem Jahr ist das moderne Ried-Hallenbad auf freier Wiese Nähe Kurpark in Betrieb und eine neue Attraktion für Einheimische und Gäste, wo man sich auch sportlich betätigen kann, inklusive Sonnenuntergang über dem Ried.

4000 Arbeitnehmer
Auch der Wirtschaftsstandort kam nicht zu kurz bei der Vorstellung. 4000 sozialabgabenpflichtige Arbeitnehmer gibt es in Stadt und Land, größter Arbeitgeber ist natürlich die frühere Glasfabrik Oberland, heute Verallia mit etwa 2900 Mitarbeitern. Es gibt einen Handels- und Gewerbeverein, der sich um das geschäftliche Leben in der Stadt kümmert und diverse Aktionen/Feste usw. organisiert. Nicht zuletzt ist die verkehrstechnische Anbindung mit Nähe zur Autobahn A 96, den Städten Biberach und Ravensburg sowie die Bodenseeregion nicht zu verachten.

Sepp Mahler
Kindergärten und -betreuung, Schulstandorte und Gastronomie interessierten ebenso wie kulturelle Angebote, und das sind nicht wenige, von A wie Ausstellungen bis W wie Wandern. Kunst von Sepp Mahler im Leprosenhaus, barockes Treppenhaus im Schloss, alles rund um die Natur mit Wanderwegen und Führungen durchs Ried, den Kurpark, das Naturschutzzentrum mit der Dauerausstellung MoorEXTREM (seit 2013, mit Laden) und ein besonderes einmaliges Highlight: Das Wurzacher Torfmuseum mit Torfbähnle und Führungen. Einmalig auch deshalb, weil es von engagierten Bürgern der Stadt am Ried in vielen Jahren akribisch aufgebaut wurde: Es gründete sich der Heimatverein Wurzen, der aktuell rund 15.000 Fahrgäste mit dem Bähnle verzeichnen kann – nur ein Bruchteil der zahlreichen Besucher, Spaziergänger und Walking-Sportler der schönen Riedwege mit Infotafeln, mit idyllischem Riedsee, Moor- und Wassertreten, und herrlichen Stimmungen zu jeder Jahreszeit.

Heiligblutfest mit 1500 Reitern
Auch die Kirchen und Feste blieben nicht unerwähnt von BM Scherer, allen voran der Gottesberg, eine traditionelle Salvatorianer-Bastion in der Region, und damit verbunden die Heiligblut-Reliquie, die die zweitgrößte Reiterprozession von Mitteleuropa am 2. Freitag im Juli mit sich brachte. 1500 Reiter und mehr als 5000 Wallfahrer überfluten dann Bad Wurzach, es ist das größte Fest des Jahres, deutschlandweit bekannt.

Der Wurzacher Literaturpreis
Seit 1982 vergibt Bad Wurzach den bekannten Literaturpreis der Friedrich-Schiedel-Stiftung, den dieser Ehrenbürger ins Leben gerufen hat.

Rückblick gab Scherer auch auf die mehrjährige Sanierung der Rosengarten-Anlage neben der Kirche St. Verena – die das Stadtmitte-Bild gravierend und positiv verändert habe. Ein großer Platz lädt zum Feiern, Festen und Verweilen an, schön gelegen im Anschluss an den Kurpark mit Kurhaus, entlang der gemächlich dahinfließenden Wurzacher Ach, die sich weiter durchs Städtle zieht.

Millionen für den Breitbandausbau
Nicht zuletzt richtete BM Scherer das Augenmerk auf den so wichtigen Breitbandausbau, der noch mehrere Jahre in Anspruch nehmen wird. Baulich sowie finanziell eine große Herausforderung, um alle Häuser mit Internet-Kabel ausstatten zu können. Millionen von Euro werden dafür in die Hand genommen, wie in jeder Region – für eine kommunikative und erfolgreiche Zukunft, massiv unterstützt mit großen Zuschüssen vom Staat.

Martin Tapper stellt Vereine vor
An die 200 Vereine und Gruppen haben Bad Wurzach und Gemeinden zu bieten, und Martin Tapper meinte in seinem Vortrag schmunzelnd, dass er nicht alle einzeln vorstellen, jedoch eine Übersicht für Neubürger geben werde. Allen voran die TSG – die sportliche Seite von Bad Wurzach inklusive Wintersportmöglichkeiten, Bundeskegelbahn mit Kegel-Wettbewerben und einem Vereinsheim, die vielen Musikkapellen, JMS und Chöre, die Feuerwehr, die DLRG und einige mehr, ebenso Angebote für Senioren und das Bürgernetzwerk "Rat und Tat". Auch Rad- und Motorsport gibt es und nicht fehlen darf ein Reiter- und Heimatverein. Angebote zuhauf, in denen man sich mit seinem Hobby einbringen oder mitmachen kann.

Info-Material für die Neubürger
Etliche Flyer, Broschüren lagen im Kursaal-Foyer aus, Ansprechpartner standen zur Verfügung. Zwischen Bier, Saft und Häppchen wurde die Zeit für Gespräche genutzt und man traf sogar auf ein Leutkircher Ehepaar, das sich Bad Wurzach als neuen Wohnort ausgewählt hatte. Manche kannten Bad Wurzach von einem Reha- oder Urlaubsaufenthalt und entschieden sich, hier herzuziehen, manche kamen durch Heirat zum neuen Wohnsitz zwischen Moor, Rohrsee und Gottesberg oder beruflich in eine der vielen Firmen, Geschäften oder Kurbetriebe, die die Stadt zu bieten hat.

"Ein Kleinod"
Fazit der anwesenden Journalistin aus Leutkirch: „Es war super spannend, so viel Neues, aber auch Bekanntes über Bad Wurzach live von der Bürgermeisterin persönlich zu erfahren. Ein wahres Kleinod mit vielen Facetten – hier kann man gut leben, wohnen, arbeiten und seine Freizeit in herrlicher Umgebung genießen.“

Anmerkung: Zugegen war auch Klaus Schütt vom neuen Stadt-Seniorenrat, der sich kürzlich mit einem neuen Leitungsteam nach der Pandemie-Pause aufgestellt hat. Als stellvertretender Bürgermeister und jahrzehntelanger Vorstand der DLRG Bad Wurzach ist Klaus Schütt sehr engagiert und kompetent, heimatverbunden und offen für Neues – wie so viele seiner Vereinskollegen und Mitarbeiter der Kur- und Stadtverwaltung.

Text und Fotos: Carmen Notz, freie Journalistin aus Leutkirch und feste Mitarbeiterin der Bildschirmzeitung

BM begrüß

Bürgermeisterin Alexandra Scherer begrüßt die Neubürger und Neubürgerinnen.

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Kurgeschäftsführer Markus Beck, Bürgermeisterin Alexandra Scherer und Martin Tapper von der Stadtverwaltung (von links) informierten die Neubürger en detail über ihr neues Zuhause, die lebens- und liebenswerte Stadt am Ried.

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Nach dem Neubürger-Empfang: Roland Ernle, Wirt des Kurhauses und  Betreiber des T4 in Truschwende – und eine  Mitarbeiterin richten den Saal für die nächste Veranstaltung her: das Konzert mit Peter Schad und seinen Musikern.

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halloRV

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