Bad Wurzach - Der Jugendbeauftragte der Stadt Bad Wurzach, Markus Brandstetter, war sehr enttäuscht, dass Corona seinen Plan, im März ein Jugend Hearing im Kurhaus zu veranstalten, platzen ließ. Dennoch hat er in den letzten Monaten nicht Däumchen gedreht, sondern fleißig an neuen Konzepten für die Jugendbeteiligung gearbeitet.
Sehr dankbar zeigt er sich dafür, dass ihm die Stadt die Möglichkeit gab und auch das Vertrauen in ihn setzte, im Home Office daran zu arbeiten. Sein neues Konzept für die Jugendbeteiligung sieht vor, dass Werwolf-Media im ersten Schritt eine Homepage für die Online-Umfrage erstellt. Die Firma biete sich an, weil sie vor Ort sei und er „den Jungs praktisch bei der Arbeit über die Schulter schauen kann". Auf der Homepage sollen die Jugendlichen ab Klasse 5 bis zum Alter von 27 Jahren ihre Ideen und ihre Verbesserungsvorschläge zu einer kommunalpolitischen Beteiligung einbringen und darüber abstimmen. Ein Aktivenrat werde die Vorschläge dem Gemeinderat präsentieren.
Die Homepage solle im zweiten Schritt auch die Plattform für eine Langzeitbeteiligung sein. „Denn das ist die Zukunft“, ist sich Brandstetter sicher. Auf dieser Homepage sollen dann auch später sämtliche jugendrelevanten Aktivitäten, etwa rund um den Skaterplatz u.ä. gebündelt dargestellt werden. „Daran arbeiten wir derzeit, das größte Problem dabei ist jedoch der Datenschutz. Wir wissen nicht was wir darauf veröffentlichen dürfen", nennt er auch die große Bremse dabei. Das koste derzeit am meisten Zeit und Nerven. Zwar gebe es einige Tools dazu, die meisten hielten aber einer ernsthaften Datenschutzprüfung nicht stand. Gemeinsam mit der Steuerungsgruppe aus Verwaltung und Gemeinderat habe er nun einen Konzeptentwurf für die Jugendbeteiligung erarbeitet. Auch an einem Konzept für offene Jugendarbeit und einem für ein Jugendhaus bzw. einen Jugendtreff hat er in der Corona-Zeit gearbeitet. Auch die Frage, wie man Kinder an die Jugendarbeit heranführen könne, stand und steht auf seiner Agenda. Gemeinsam mit Vanessa Stöckle, der Zuständigen habe er am Kinderferienprogramm gearbeitet. Ihm schwebe da eine „Kinderstadt“ auf dem Klosterplatz vor, bei der sich auch Vereine wie etwa die Landjugenden beteiligen könnten. Das Ferienprogramm, das bisher Angebote für Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre anbietet, möchte er gerne um Veranstaltungen für die Altersgruppe der 14 - 18jährigen erweitern.
Viel Arbeit bescherte ihm Corona auch bei seinem Projekt des Skaterberechtigungsscheines. Weil die Scheine abliefen musste er fleißig telefonieren. Dass das Angebot ankomme, zeige die Nachfrage bei der Neuauflage: immerhin 20 Kinder und Jugendliche hätten sich gemeldet.
Weil der Jugendtreff Popcornclub wegen Corona derzeit geschlossen ist – er soll nach den Sommerferien wieder geöffnet werden – arbeitet Brandstetter auch an einem Konzept für die offene Jugendarbeit.
Sehr geholfen habe ihm auch der Austausch mit Jugendbeauftragten anderer Städte und Gemeinden in den letzten Monaten. Sich ein großes Netzwerk zu schaffen, darin sieht er eine seiner großen Aufgaben in Bad Wurzach.
Bericht und Bild: Ulrich Gresser

