Bad Wurzach - Bürgermeisterin Alexandra Scherer würdigte Rosemarie Stäbler und ihren Mann Friedemann für deren 25 Jahre währendes ehrenamtliches Engagement für die städtische Galerie mit vielen lobenden Worten, Präsenten und einem Mittagessen.
Das Ehepaar Stäbler wohnt seit 1969 in Bad Wurzach. Gebürtig ist Frau Stäbler aus Heilbronn, ihr Mann aus Wilhelmsdorf. Rosemarie Stäbler organisiert seit 1997 die Kunstausstellungen, früher im Amtshaus, jetzt in der Stadtbücherei rund um den Kapitelsaal. Unterstützt wird sie dabei von Ihrem Mann, Friedemann Stäbler.
Bevor Rosemarie Stäbler ihre ehrenamtliche Tätigkeit als Ausstellungsleiterin aufnahm, stellten ihr Mann und sie als „Hobbykünstler“ auch schon ihre Werke in der Galerie im Amtshaus und der Kreissparkasse aus. 1988 bis 1993 leitete Rosemarie Stäbler auch Kurse zur Seidenmalerei bei der VHS Bad Wurzach. Gelernt hat Frau Stäbler den Beruf der Erzieherin.
"Kultur ist das i-Tüpfelchen"
„Viele ihrer Aufgaben als Ausstellungsleitung wie Künstlersuche, Absprache mit den Künstlern, Betreuung beim Auf- und Abbau der Ausstellungen und Leitung der Vernissagen,sind sehr zeit- und arbeitsintensiv und für die Öffentlichkeit oft nicht sichtbar", sagte Bürgermeisterin Scherer bei der kleinen Feier. „Kultur ist das i-Tüpfelchen für die Stadt und beileibe keine Selbstverständlichkeit.“ Rosemarie Stäbler sei immer auf der Suche nach neuen, talentierten Künstlern. Sie schätze regionale Künstler und habe es sich zur Aufgabe gemacht, diesen Künstlern in der Galerie ein „Sprungbrett“ zu bieten.“ Stäbler habe sich im Laufe der Jahre ein großes Netzwerk geschaffen, habe das erforderliche Feingefühl und einen guten Draht zu den Künstlern.
Als Herr von Zadow anrief
Rosemarie Stäbler erzählt wie sie zu ihrem nun schon 25 Jahre dauernden Engagement kam: „Eines Tages hat mich Herr von Zadow angerufen und gesagt, er schaffe das nicht mehr. Auf meinen Einwand, ich hätte doch keine Ahnung von der Organisation von Ausstellungen, meinte er nur, er habe mich schon bei der Stadt als seine Nachfolgerin angegeben.“ Bei ihrer ersten Ausstellung seien gerade mal fünf Leute gekommen, danach habe sie bei Bürgermeister Morczinietz um mehr Unterstützung gebeten. Diese fand sich dann rasch in Person der damaligen Bürgermeisterstellvertreterin Hannelore Rothärmel. „Ohne sie hätte ich nicht weitergemacht.“ Mit ihrer Hilfe konnten die Ausstellungsräume im Amtshaus dann einigermaßen repräsentativ gemacht werden. Durch den Umzug nach "Maria Rosengarten" stehen der Galerie seit 2019 wirklich tolle Räume zu Verfügung, allerdings können wegen des Hängesystems keine großen Formate mehr ausgestellt werden. „Aber für diese können wir schon mal beim Naturschutzzentrum wegen des Gewölbekellers anfragen.“
Die 250. Ausstellung im Blick
Nachdem Rosemarie und ihr Mann Friedemann, der ihr immer zur Seite gestanden ist, im Mai diesen Jahres ihre Diamantene Hochzeit (!) gefeiert haben, hat Stäbler ihre Fühler nach einem Nachfolger ausgestreckt, „denn man wird nicht jünger.“ Vielleicht organisiert sie noch 2024 – zum 50-jährigen Bestehen der Galerie – die 250. Ausstellung der Galerie, ehe ein oder vielleicht auch zwei Nachfolger ihr Erbe antreten werden, ließ sie durchblicken.
Gegründet 1974
Noch ein wenig allgemeines zur Galerie: Sie besteht seit 1974 und wurde damals von Henning vonZ adow ins Leben gerufen, der viele bemerkenswerte Ausstellungen nach Bad Wurzach brachte und sie bis 1997 leitete. Seit 2019 finden die Ausstellungen in den Räumen der Stadtbücherei, unter anderem im Kapitelsaal von Maria Rosengarten, statt. Bis dahin wurden sie im Amtshaus veranstaltet. Die allerersten Ausstellungen fanden im Schulgebäude der Werkrealschule in der Breite statt. Aktuell organisiert Rosemarie Stäbler etwa sechs Ausstellungen im Jahr. Bisher fanden insgesamt bisher 239 Kunstausstellungen der Städtischen Galerie statt.
Text und Foto: Uli Gresser

