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Bad Wurzach - Es war eine gut besuchte Vernissage, die musikalisch von Lilly und Luis Städele umrahmt wurde und bei der Bürgermeisterin Alexandra Scherer die Begrüßung seitens der Stadt übernommen hatte. Rosemarie Stäbler persönlich hielt die Laudatio auf die Künstlerin Renate Schobner-Hadamitzky.

Wie schon die vorige Ausstellung von „Feuerstein & Feuerstein“ wäre auch diese Ausstellung bereits für das Jahr 2020 vorgesehen gewesen und musste dann wegen Corona abgesagt werden. Aber dass diese Ausstellung nun auf die Ausstellung der Feuersteins folgt, ist kein Zufall, sind doch Schobner-Hadamitzky und Gertrud Feuerstein schon lange befreundet. Als Synergieeffekt aus dieser Freundschaft ergab sich, dass die Enkelkinder von Feuerstein nun auch die musikalische Seite der Vernissage von Schobner-Hadamitzky bestritten.

Renate Schobner-Hadamitzky ist gebürtige Ulmerin und lebt in Blaustein. Durch ihre langjährige Freundin Gertud Feuerstein war sie auf die schöne Ausstellungsmöglichkeit in Maria Rosengarten aufmerksam geworden, welche die Bürgermeisterin bei ihrer Begrüßung als die „Gute Stube der Stadt“ bezeichnet hatte. Die Künstlerin selbst freute sich über den guten Besuch und das Interesse an ihren Werken, dankte Rosemarie Stäbler für die Gelegenheit, „in die große, hiesige Kunstszene hineinschnuppern zu dürfen.“

Die Künstlerin setzte sich seit vielen Jahren mit Kunst, insbesondere der Malerei auseinander und habe mit der Acrylmalerei ihre bevorzugte Ausdrucksform gefunden. Neben diesem inspirierenden Malmittel kommen aber auch noch andere Materialien als Ausdrucksformen hinzu: Holzschnitte, Drucke, Goldschmiedearbeiten, sowie Arbeiten aus Holz und Stein.

Ob konstruktiv, spontan gesetzt oder skizzenhaft arrangiert, alles hat in den Augen von Renate Schobner-Hadamitzky als Bildsprache seine Berechtigung. „In ihren Bildern finden wir eine große Vielfalt. Vom leichten Segmenthaften Schweben, über lasierende Leichtigkeit und farbliche Dichte bis hin zu vielschichtigem Arbeiten, “ schwärmt Stäbler. „Die Arbeiten leben vom Kontrast und der Harmonie der Farben und Formen, Akzentuierung, Gewichtigkeit, Leichtigkeit und Flächen finden zusammen zu einem abstrakten Formenmuster.“

In der Kombination von planend-konstruktiven Ansätzen mit experimentellen Vorgängen entstünden so Bilder, in denen die Harmonie der Formen und Kontraste eine produktive Spannung erzeugten. Durch die einprägsame Ästhetik ihrer Bilder eröffneten sich dem Betrachter neue Erlebniswelten und Sichtweisen.

Stäbler betonte in ihrer Ansprache auch den wichtigen Aspekt des handwerklichen Könnens, der heute leider oft von dem Ansinnen, etwas neues zu schaffen überlagert werde. Nicht so bei Schobner-Hadamitzky: „Man lernt nie aus“ meint die Künstlerin dazu. Sehen, wahrnehmen, Entscheidungen treffen, verwerfen, sich auf Neues einlassen seien wichtige Prozesse in der Malerei und der Arbeit der Künstlerin und machten für sie die Arbeit interessant und herausfordernd.

„Die Arbeit von Renate Schobner-Hadamitzky zeichnet sich durch eine große Experimentierfreude. diese bewahrt sie davor, sich mit einmal gefundenen Bildlösungen zufrieden zu geben und in Routine zu verfallen.“

Die noch bis zum 02. September ausgestellten 43 Exponate zeugen von dieser Freude am Experiment, zeigen z.T. verblüffende Lösungen, wie etwa die Verstrickten Nachrichten. Allein die Bandbreite an Formaten von winzigen 18x18cm („Kleine Momente“ ) bis zum veritablen Wandschmuck mit 50x115cm in Acryl- und Kreidetechnik („In Gedanken“ ) zeugen von der Neugierde auf etwas Neues, aber auch davon, die Klaviatur des Handwerkes in vollem Umfang zu beherrschen.

Schon am Abend der Vernissage leuchteten viele rote Punkte an den Bildern, ein Zeichen dafür, dass die Künstlerin wohl bereits in der Kunstszene der Region angekommen ist.

Die Ausstellung ist zu den üblichen Öffnungszeiten der Stadtbücherei zu sehen.

 

Bericht und Bilder Ulrich Gresser

 

 

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halloRV

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