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Bad Wurzach - Osman Nuri Ayne wurde in der Gegend von Kapadokya geboren und kam 1966 als Gastarbeiter nach Wolfegg, ein Jahr später dann nach Bad Wurzach.

 

Sybille Allgaier überbrachte im Namen der Bürgermeisterin Alexandra Scherer dem Jubilar, der seinen runden Geburtstag in vollkommener geistiger Frische feierte, die Glückwünsche und Geschenke der Stadt sowie eine Urkunde mit Glückwünschen von Ministerpräsident Winfried Kretschmann.

Als er Anfang 1966 als Gastarbeiter in einem Sägewerk in Wolfegg anheuerte, hätte der damals 33jährige sich nicht vorstellen können, dass er seinen 90. Geburtstag einmal in Deutschland feiern würde. Auch nach seinem Wechsel 1967 in die Glasfabrik in Bad Wurzach – damals waren seine Frau und seine Kinder noch in der Türkei geblieben – war das Ziel ja noch, bald wieder in die Heimat zurück zu kehren. Schließlich wurde er doch hier sesshaft, holte seine Frau und seine Kinder ebenfalls nach Deutschland.

Und so arbeitet der Älteste, Yahya, der mit 12 Jahren nach Deutschland kam, seit 41 Jahren in der Oberlandplastic, heute Oberland M&V. Der Vater, der in seiner Heimat als Kfz- Mechaniker Autos und Nutzfahrzeuge reparierte, blieb bis zum Renteneintritt der Glasfabrik treu.

Inzwischen zählt die gesamte Familie – die zwei Töchter von Osman Nuri Ayne leben in der Türkei, die vier Söhne in Deutschland – 18 Enkel und neun Urenkel.

Inzwischen leben in dem Haus von Osman Nuri Ayne vier Generationen unter einem Dach, der jüngste Urenkel, Musa ein Wonneproppen von sechs Monaten, bis hinauf zum nun 90jährigen. Nach dem Tod seiner Frau stand für ihn fest, dass Bad Wurzach seine Heimat sein wird, viele seiner Enkel und Urenkel wurden hier geboren.

Alt zu werden liegt bei Osman Nuri Ayne in der Familie: Seine Großmutter wurde 114 Jahre alt. Aber auch er blieb von schweren Schicksalschlägen nicht verschont, vor zwei Jahren bekam er die Diagnose Knochenkrebs, verlor sein rechtes Bein. Doch auch davon erholte er sich erstaunlich gut, ist zwar jetzt auf den Rollstuhl angewiesen, dennoch ist er noch der Mittelpunkt der Familie. „Sein Kopf funktioniert noch sehr gut. Gerne fragen wir ihn bei wichtigen Dingen um Rat, “ erzählt einer seiner Enkel. Auch bei den Urenkeln, von denen viele auch schon in der Bambini-Fußballmannschaft von Sybille Allgaier trainiert wurden, ist er sehr beliebt, gibt es doch immer am Monatsanfang einen Aufschlag aufs Taschengeld und hin und wieder eine Runde Eis.

Von der Schwiegertochter und der Ehefrau eines der Enkel wurde die Festgesellschaft an diesem Sonntagnachmittag fürstlich bewirtet. „Ich habe noch nie bei einem hohen Geburtstag einen Kuchen mit brennenden Wunderkerzen in Form einer 90 gesehen,“ gestand Sybille Allgaier und freute sich über das kleine, funkensprühende Kunstwerk, das der Jubilar mit großer Freude persönlich anschnitt.

 

Bericht und Bild Ulrich Gresser

 

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