Bad Wurzach - Als Petra Springer vor drei Jahren den Taktstock für die Leitung des Serenadenkonzertes von ihrem Vorgänger Musikdirektor Hans Herle übernahm, konnte niemand ahnen, dass dies das letzte Serenadenkonzert für drei Jahre sein würde.
Am vergangenen Samstag konnte die Dirigentin der Stadtkapelle und Leiterin der Jugendmusikschule nun eine fulminante Premiere mit zahlreichen Zuschauern und Musikern feiern.
Traditionsgemäß führte die Stadtkapelle unter der Leitung von Petra Springer den Sternmarsch der 10 Musikkapellen zum Marienbrunnen an, den sie mit dem Marsch Saint Triphon von Artur Ney ansteuerte, wo sie von Wolfgang Grösser, der wieder kompetent durch das Serenadenrogramm führte. Und bereits da wurde klar, dass dieses Serenadenkonzert kein „gewöhnliches“ werden würde: Von Anfang an ging das Publikum, zu dem sich auch Hans Herle und sein Frau Klara gesellt hatte, begeistert mit.
Von der Schulstraße marschierte als nächste Kapelle der Musikverein Hauerz unter ihrem Dirigenten Hermann Schwarz mit „Wir grüßen mit Musik“ zum Treffpunkt beim Marienbrunnen. Die dritte Kapelle, der Musikverein Harmonie Unterschwarzach, spielte unter ihrem Dirigenten Manfred Bachmor von der Herrenstraße kommend „Gute Reise“ von Siegfried Rundel. Mit „Mein Heimatland“ trat der Musikverein Eintürnen mit ihrem Dirigenten Alexander Dreher den Weg zum Marienbrunnen an, ihm folgte die Musikkapelle Seibranz unter ihrem „neuen“ Dirigenten Erich Minsch mit dem „Ruez-Marsch“.
Als sechste Kapelle kam die zahlenmäßig kleinste der Bad Wurzacher Kapellen, diejenige aus Eggmannsried mit ihrem Dirigenten Bernd Butscher an der Spitze, den Marsch „Schönes Prag“ spielend beim Brunnen an.
Der Musikverein Ziegelbach, der während Corona sein 100jähriges Bestehen gefeiert hatte und erst vor wenigen Wochen dieses Jubiläum nachfeiern konnte, spielte deswegen „Zur Feier des Tages“ mit ihrem Dirigenten Oliver Herz.
Ebenfalls ein großes Jubiläum nachfeiern konnte der Musikverein Dietmanns anlässlich seines Frühlingsfestes: 175 Jahre + zwei. „In Harmonie vereint“ ließ deswegen Dirigent Florian Renz seine Musiker intonieren.
Mit dem Marsch „Saluto Lugano“ stieß der Musikverein Haidgau mit Ralf Krug als Dirigentem zum Gesamtchor. Der Musikverein Arnach bildete mit „Castaldo“ unter Stefan Braun den würdigen Abschluss des Sternmarsches der 10 Kapellen.
Mit dem ihr eigenen Humor eröffnete Petra Springer den Gesamtchor mit dem Medley „Unser Schwabenland“ von Siegfried Rundel bei diesem Serenadenkonzert: „Wir fangen gemeinsam an und hören gemeinsam auf.“
In ihrem Grußwort nach dem ersten Stück freute sich Bürgermeisterin Alexandra Scherer darüber, dass nach drei Jahren endlich wieder ein Serenadenkonzert stattfinden konnte. Dafür dankte sie Petra Springer, Wolfgang Grösser sowie den Mitarbeitern des Städtischen Bauhofes, der Feuerwehr, die für die Absperrung für die Zeit des Konzertes sorgte und an die Helfer des Dartclubs, der wieder für die Bewirtung sorgte. Ein großes Dankeschön ging auch an die Musiker und nicht zuletzt an das begeistert mitgehende Publikum für sein Kommen.
„Eine Nacht in Böhmen“ geschrieben von Bernd Butscher, dem Dirigenten der Eggmannsrieder Kapelle, eröffnet den Block der Polkas, denn mit der Böhmischen Liebe“ von Matthias Rauch und der schon zum Standardprogramm gehörenden „Kuschel Polka“ des ebenfalls einheimischen Komponisten Peter Schad folgten noch zwei weitere Polkas, ehe das Konzert der rund 400 Musiker mit dem „Bozner Bergsteigermarsch“ seinem – nicht nur emotionalen Höhepunkt – entgegenstrebte.
Dass dieser „Gassenhauer“ selbstredend lautstarke Zugaberufe zur Folge hatte, versteht sich von selbst. Wolfgang Grösser kommentierte diese mit einem Peter Schad-Zitat: „Oins hetter mer eh no g´spielt!“
Die Zugabe – schlechthin – der Marsch „Alte Kameraden“ von Carl Teike gehört zum Serenadenkonzert wie der Radetzky-Marsch zum Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker und ist schlichtweg: Kult. Entsprechend goutierten die rund 700 Zuhörer das traditionelle Ende dieser Serenadenkonzertpremiere von Petra Springer: Mit langanhaltendem Applaus.
Bericht und Bilder Ulrich Gresser

