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Bad Wurzach - Am Donnerstag ist der große Tag, dann eröffnet Dunja Borchardt-Rößner „S´Lädele für Stoffe, Makramee, Tüddelkram und Handg´machtes“ in der Schulstraße 4 in den Räumen des ehemaligen Reisebüros WWeiss.

 

Seit etwa acht Jahren vertreibt die gelernte Kinderkrankenschwester, die zuletzt behinderte und schwerkranke Kinder zu Hause intensivmedizinisch betreute, auf verschiedenen Internet-Plattformen zunächst hobbymäßig ihr „Selbstgenähtes“ für Kinder. „Dabei war mir das Nähen nicht in die Wiege gelegt,“ sagt die Mutter von vier Kindern, die aus dem Schwarzwald – genauer aus dem Waldachtal bei Freudenstadt – stammt und seit sieben Jahren mit ihrer Familie im Bad Wurzacher Teilort Dietmanns lebt.

Als eine Freundin ihr eine Nähmaschine hingestellt hatte, hat sie damit angefangen ihre Ideen selbst an daran umzusetzen. Seit zwei Jahren macht sie das nun hauptberuflich, ist von ihrem Stoffgroßhändler, der sofort ihr Potential erkannt hat, recht schnell in das Händlernetz „Stoffhändler mit Herz“ aufgenommen worden. Diese rund 80 Stoffhändler (in ganz Deutschland) erhalten alle zwei Monate sehr exklusive Stoffe für eigene Kreationen.

Angefangen hatte sie mit einer Taschentüchertasche für ihre eigene Tochter, die sich darüber sehr gefreut hatte und ihr damit die Motivation gab, auf diesem Sektor weiterzumachen. Und so kommt es, dass Dunja Borchardt-Rößner, die von sich selbst sagt: „Ich bin eine Perfektionistin“, dass sie inzwischen mit ihren exklusiven Windeltaschen, die sie unter dem Label „LilaLullaby“ vertreibt, zu einer der führenden Marken Deutschlands in diesem Segment aufgestiegen ist.

Sie stellt einen hohen Qualitätsanspruch beim Nähen nach eigenen Schnittmustern an sich selbst, aber auch an die verwendeten Materialien. Ihre Stoffe bezieht sie nur Europa, die dabei mindestens dem Ökotex-Standard entsprechen müssen.

Als der letzte Stoffladen – beheimatet im ehemaligen Ladengeschäft von Elektro-Bucher – vor etwa drei Jahren aufgab, war Borchardt-Rößner bereits kurz davor gewesen, sich mit einem Laden selbstständig zu machen. Damals war sie noch zu spät gekommen, die Geschäftsräume war schon anderweitig vergeben worden.

Und eigentlich bräuchte sie den Laden nicht: Zuhause in Dietmanns steht ihr für ihre Arbeit ein ganzes Stockwerk zur Verfügung. Aber auch wenn aus ihren Internet-Geschäften – zuletzt auf der Etsy Online-Plattform – schon einige Freundschaften entstanden sind, fehlte ihr doch der direkte Kundenkontakt.

Deswegen zögerte sie nicht, als sie jetzt die Anzeige über die Neuvermietung der Räume des ehemaligen Reisebüros las, sich zu bewerben. Und sie hat noch weitere Pläne: Zwei Nähkurse für Kinder sind bereits in das Kinderferienprogramm der Stadt eingeflossen, weitere sollen folgen.

Am Donnerstag, Freitag und Samstag feiert sie mit ihren Mitarbeiterinnen die Eröffnung ihres Ladengeschäftes, ab nächster Woche gelten dann die normalen Öffnungszeiten, denn am Freitag ist das Ladengeschäft normalerweise geschlossen, weil sie sich an diesem Tag um ihren Online-Shop kümmert.

 

Bericht und Bilder Ulrich Gresser

 

 

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halloRV

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