Bad Waldsee - Corona brachte es zweimal fertig, den lange geplanten Kultursonntag um ein ganzes Jahr zu verschieben. Dieses Event sollte allen Kulturschaffenden in Bad Waldsee Gelegenheit geben, ihre Leistungen einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Klar, dass dabei Musik und Gesang eine tragende Rolle spielen würden. Am Rathausplatz und auf der Hochstatt traten trotz spätwinterlicher Kälte hörenswerte Bands auf.
Bläserensembles der Waldseer Jugendmusikschule mussten absagen, weil bei ihren Auftritten die Ventile ihrer Instrumente eingefroren wären, was fein vorbereitete Stücke möglicherweise bis zur Unkenntlichkeit entstellt hätte – sehr schade!
Dagegen konnten sich die für Innenräume geplanten Ensembles uneingeschränkt dem zahlreichen Publikum vorstellen.
Bereits um 13.00 Uhr eröffneten Marina Bühlers Eleven Annika Zell und Jule Rehm an den Querflöten Teil eins des literarischen Rendezvous von Wolfgang Mach. Ihre Titel: Menuett von Johann Philipp Krieger und Andantino grazioso von Giuseppe Maria Cambini.
Teil zwei eröffneten Salome Hänsler (diesmal an der Gitarre!) und Julia Emmendörfer (Violine) u.a. mit Leonard Cohens Hallelujah und mit Someone you loved von Lewis Capaldi.
Teil drei eröffneten Linda Sigg (Querflöte) und Beate Miller (Klarinette) mit Händels Menuett und mit How deep is your love der Gruppe Bee Gees. Die beiden Interpretinnen sprangen kurzfristig ein, weil die vorgesehene Pianistin sich das Handgelenk verletzt hatte!
Machs Literarisches Rendezvous lockte sehr zahlreich Besucher an, die Sitzgelegenheiten reichten bei weitem nie aus. Salome Hänsler und Marina Bühler hatten sehr glückliche Händchen bei der Stückeauswahl, denn sie passten bestens zu den jeweils folgenden Lesungen.
Die seit Jahren hoch angesehene Gesangsklasse von Elena Becker hatte ihren Auftritt im Saal des Hauses am Stadtsee. Leider konnten zwei ihrer „Stars“ wegen plötzlicher Infektion nicht antreten. So war es an 6 ihrer Schülerinnen und Schüler, dem sehr zahlreich erschienenen Publikum, darunter Oberbürgermeister Matthias Henne mit Walter Gschwind und Marc Fischer vom Fachbereich Wirtschaft, Tourismus, Kultur, ein zweistündiges weit mehr als 30 Titel umfassendes Konzert zu bieten, das von der Musikpädagogin trotz Stimmprobleme einfühlsam moderiert wurde. Becker konnte diesmal am Flügel (statt E-Piano) begleiten, wodurch das Konzert erfreulich aufgewertet wurde.
Nina Wild, Niklas Dümmler, Lia Lemmle, Lena Lemmle, Georgios Sidiropoulos und Lea Dümmler waren die Interpreten von Folk, Pop und Klassik. So traten die Interpreten im Wechsel mit teilweise bis zu 6 Titeln vor das Mikrophon.
Nina Wild wagte sich bspw. an „What about us“ (Pink), an „One call away“ (Charlie Puth), an den Beatles-Song „Imagine“. Lia Lemmle trat u.a. mit „I don't believe you“ (Pink), „The Climb“ (Miley Cyrus), „Make you feel my love“ (Adele) ans Mikrophon. Ihre erst 13-jährige Schwester Lena folgte u.a. mit „The rose“ (Bette Midler) und „Let it go“ (Idina Menze),
Niklas Dümmler u.a. mit „You are the reason“ (Calum Scott), mit „You are not the only one“ (Lukas Graham) und „A million dreams“ (Pink). Georgios Sidiropoulos u.a. mit seiner Eigenkomposition aus seiner Band Voltkid „Die Eine“, „Wicked Game (James Vincent), „She will be loved“ (Maroon 5), „Too close“ (Alex Clair), um nur einige der perfekt vorgetragenen Titel zu nennen.
Sicher ein Höhepunkt des Konzerts war der Vortrag von Lea Dümmler. Sie spielte am Flügel die Nocturne in Es-Dur von Frédéric Chopin – großartig!
Bericht und Bilder Peter Lutz








