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Reute - Der Liederkranz Reute – Reutissimo lud gemeinsam mit dem „chorohnenamen“ aus Konstanz zu einem Konzert, wohl auch um Corona ein Schnippchen zu schlagen.

Die Probenarbeit fand seit Frühjahr 2020 unter schwierigsten Bedingungen, wenn überhaupt, statt: zuerst online, später in der Maschinenhalle der Firma Halder in Kümmerazhofen, wo die Abstände der Sängerinnen und Sänger eingehalten werden konnten, aber ungewohnt und absolut nicht dem Stil und Sinn des Chorgesanges entsprechend.

Die Konstanzer indes probten in der dortigen Konzertmuschel, wobei der Verkehrslärm und beispielsweise Feuerwehreinsätze störend wirkten.

Entmutigen ließen sich die beiden Chöre davon nicht! Der Applaus der zahlreichen Konzertbesucher bestätigte diesen Eindruck unüberhörbar. Der Leiter der beiden Chöre, Thomas Möller, stellte ein schwungvolles Konzert-programm mit neuem und aktuellem Liedgut zusammen.

 

Den Auftakt gestaltete Reutissimo mit dem Gospel „Come with joyful singing“, einem Arrangement des tiefgläubigen US-Amerikaners Joseph M. Martin. Die heitere Einladung zum religiös geprägten Gesang gelang dem Reutener Ensemble bestens. Die einfühlsame Klavierbegleitung durch Katharina Bauer rundete den Auftakt perfekt ab.

Die folgenden Programmpunkte gestaltete der chorohnenamen. „Viva la vida“, bekannt von der britischen Gruppe Coldplay ist das klassische Wettbewerbsstück zur Kategorisierung von Chören. Entsprechend anspruchsvoll ist dieser Titel für Chor, arrangiert von dem dänischen Musikprofessor Jens Johannsen, der auch Pianist ist. Die a capella-Interpretation hatte höchstes Niveau – der Rhythmus- und der ständige Stimmfarbenwechsel von dunkel, strahlend und warm war eindrucksvoll.

Die Konstanzer sangen übrigens stets ohne Notenblatt. Ihr nächster Beitrag „auf das was da noch kommt“, arrangiert von dem Hannoveraner Oliver Gies, entsprach absolut dem Anspruch des zeitgenössischen Chorgesanges: schmissig, lyrisch-nachdenklich mit einschmeichelnden Refrains. „Dont' stop me now“ geht auf die Gruppe Queen um Freddy Mercury zurück und gehört zum Genre Hard Rock. Der Arrangeur Jetse Bremer verfolgt die Absicht, Chören mehr Persönlichkeit zu verleihen, was Thomas Möller demonstrierte.

 

Den Teil 2 des Konzerts eröffneten die „Reutissimos“ mit der melancholischen Ballade Everything I do von Bryan Adams, der den Titel in nur 45 Minuten komponiert haben soll und damit einen Hit in den ewigen Charts landete. Man merkte sowohl dem Chorleiter als auch den Sängern die Freude an, diesen Titel meistern zu können. Gespannt war das Publikum auf den Titel Somewhere over the rainbow – auch ein ewig aktueller Hit, dessen Interpretation durch den recht wohlbeleibten Israel IZ Kamakawiwo'ole um die Welt geht. Das Chorarrangement von Harold Arlen kommt natürlich den viel älteren Interpretationen bspw. durch Judy Garland oder Liza Minelli wesentlich näher und entspricht damit dem Genre „cheerful music“. Und genau das gelang Reutissimo mit wechselnden Stimmfarben.

Reutissimo hat auch keinerlei Berührungsängste mit dem Genre „Metal“. Der berührende Text zu „Engel“ der deutschen Gruppe Rammstein war wohl d i e grosse Herausfor-derung für die Reutener die ihr Anliegen, aktuell zu sein, sehr deutlich machte. Da gab es Rhythmuswechsel, Pausentakte und natürlich anspruchsvolle Registerwechsel. Verdienter und anhaltender Applaus war der Lohn für das Ensemble. Mit den beiden folgenden Titeln ehrte Reutissimo den Musicalproduzenten Andrew Lloyd Webber: „Musik der Nacht“ und „Könntest du doch wieder bei mir sein“. Unter der perfekten Klavierbegleitung durch Katharina Bauer trafen Thomas Möller und Reutissimo offensichtlich die Herzen der Besucher.

 

Das Finale des Konzerts war der gemeinsame Auftritt der beiden Chöre. Das Abstandsgebot machte eine Aufstellung über die gesamte Längsseite der Durlesbachhalle erforderlich. Das „Ich seh dich“ von Oliver Gies konnte durchaus als Hoffnung oder Wunsch zur Abkehr von durch Corona erzwungenem Abstand zurück zur Nähe verstanden werden, was den Besuchern so entgegenkam, dass dieser Titel noch ein zweites Mal quasi als Zugabe vorgetragen wurde.

Conny Arnold-Weiss führte mit ihrer informativen Ansage gekonnt durch das gesamte Programm. Ergänzt wurden ihre Ausführungen von der in ihrem Amt als Vorsitzende kürzlich bestätigten Juliane Dobner. Dobner ließ es sich nicht nehmen, sich bei den Hauptakteurinnen und -akteuren mit Blumen und regionalen Präsenten zu bedanken. Die Besucher fanden im übrigen eine auffallend kreative Hallendekoration vor und wurden schon im Eingangsbereich mit dem Schlußtitel des Konzerts „Ich seh dich“ begrüßt.

 

Bericht und Bilder Peter Lutz

 

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halloRV

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