Mittelurbach - Die drei Mittelurbacher Senioren (Foto von links) Jörg-Peter Erichson, Dr. Eckhart Dürr und Tassilo Ettinger haben jetzt anfangs Juli bei einer Halbtagsaktion wieder dafür Sorge getragen, dass Wanderer und Besucher dieses historischen Ortes wieder einen freien Blick zu den Ruinenresten haben.
Nicht nur die wuchernden Distelpflanzen, Brennnesseln und das Brombeergestrüpp am Hang unterhalb und bei der Burgruine wurden naturgerecht beseitigt und entsorgt, sondern auch herumliegender Müll wurde wieder eingesammelt und entfernt. Die drei sportlich fitten Natur- und Heimatfreunde freuten sich darüber, dass im Vergleich zu den Vorjahren keine zertrümmerten Bierflachen herumlagen und viel weniger Müllaufkommen angefallen war.
Nicht erfreut sind die drei ehrenamtlich tätigen DAV-Naturfreunde darüber, dass offensichtlich immer noch etliche Montainbiker abseits der Wege direkt neben den Ruinen gut erkennbare Fahrrinnen hinterlassen. „Das passt einfach nicht in die Landschaft hier“, so ihr Kommentar. „Auch wenn der Steilhang zu wagemutigen Abfahrten reizt, ist dieser Ort dafür nicht geeignet“.
Die Burgruine Neuwaldsee ist bekanntlich ein gern besuchtes Ziel von Wandergruppen und Spaziergängern aus der ganzen Region. Hier führt auch ein Hauptwanderweg vorbei.
Die Burgruine gehört zur Gemarkung Mittelurbach und liegt im Wald zwischen der Naherholungszone Tannenbühl und Mennisweiler. Nicht weit entfernt von der Burgruine ist das Gasthaus „Burgstock“ Der Name des Gasthofs weist heute noch auf die ehemalige Burg hin.
Immer wieder konnte man in den vergangenen Jahren auch Grundschulklassen aus Bad Waldsee und dem Umland hier antreffen. Die Schüler durften so vor Ort anschaulich Heimat-und Sachunterricht erleben. Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Regelungen für ganze Schulklassen haben heuer solche heimatkundlichen Wandertage verhindert.
Vor zehn Jahren waren im Rahmen einer gemeinsamen Aktion der Ortschaften Haisterkirch und Mittelurbach bei der Burgruine eine Schautafel mit historischen Anmerkungen und Ruhebänke angebracht worden.
Entgegen der lange Zeit geltenden Annahme, dass die Turmburg aus dem frühen 13. Jahrhundert durch ein Erdbeben zerstört worden sei, ergaben Recherchen des früheren Stadtarchivars Michael Barczyk, dass Franziskaner im Jahr 1649 nach Genehmigung durch den Grafen Waldburg die Burg gesprengt hatten, um mit den Steinen ein Kloster in der Stadtmitte aufbauen zu können.
Fotos und Text. Rudi Martin



