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Gaisbeuren - Seit einigen Tagen ist die St. Leonhardskirche in Gaisbeuren mit einem Baugerüst versehen. Dieses ist vorranging für die Sanierung des Kirchendachs und der Deckenbalken erforderlich. Parallel dazu wird das Kircheninnere restauriert.

Wie bereits in den letzten Jahren bei den Sanierungsarbeiten der Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Peter und Paul in Reute packen auch in Gaisbeuren ehrenamtliche Helfer kräftig mit an. So wurden in Koordination des örtlichen Kirchenbetreuers Josef Bautz der aus dem Jahre 1947 stammende Gestühlsboden sowie die zum Teil morschen Lager ausgebaut und entsorgt. Daneben galt es, das mit Steinen und Füllmaterial gemischte Erdreich auszubrechen und abzutransportieren.

Die etwa 700 Jahre alte Kirche und der wuchtige Kirchturm mit bis zu zwei Meter dicken Mauern gelten als Wahrzeichen von Gaisbeuren. Die ursprünglich romanische Kirche hat Fresken aus der Zeit der Gotik (um 1460 nach Christus) und beinhaltet eine wertvolle Altarplastik aus dem Anfang des sechzehnten Jahrhunderts. Die Ortskirche ist dem heiligen Leonhard geweiht. Er gilt als Schutzpatron der Pferde. Im Jahre 2013 wurde bereits der Glockenturm saniert und mit einem neuen Glockenstuhl ausgestattet. Unter den drei Glocken stammt die Älteste noch aus dem Jahre 1501.

Direkter Auslöser der jetzigen Dachsanierung war der schwere Hagelsturm am 26. Mai 2009. Hierbei drang Wasser zwischen dem Turm und dem Kirchendach in die Kirche. Die Begutachtung des Schadens erforderte die Öffnung des Bühnenbodens. Dabei zeigte sich, dass der vorderste Deckenbalken total abgefault war. Hierauf veranlasste das Landesamt für Denkmalpflege ein statisches Gutachten für die gesamte Decke. Dieses ergab, dass alle Deckenbalken an den Endpunkten schadhaft waren, ebenso auch alle Mauerschwellen. Auch die Decke im Chorraum der Kirche wies statische Schäden auf. Die begonnene Innenrenovierung der Kirche umfasst neben der Restaurierung der achtzehn Bänke und dem neuen Gestühlsboden auch das Reinigen der Wände sowie das Aufarbeiten der Skulpturen, Fresken und Bilder. Die gesamte Elektrik wie auch die Heizung wird neu installiert, ebenso eine automatische Fensterlüftung. Der im Jahre 1974 gemauerte Volksaltar sowie die damals verlegten Terracotta-Fliesen im Altarbereich und im Kirchengang bleiben erhalten. Fachmännisch vor Staubschäden gesichert ist die im Jahre 2005 neu erbaute Pfeifenorgel. Wie bereits schon bei der Turmsanierung im Jahre 2013 begleitet die ortsansässige Architektin Katja Zachmann-Rundel die Renovierungsarbeiten.

Der Kirchengemeinderat Reute hat sich schon seit Jahren für diese unabdingbare Baumaßnahme entschieden und somit auch die Finanzierung in Höhe von 493.000 Euro mit der Diözese abgestimmt. Diese übernimmt mit einer Investitionszuweisung den größten Betrag in Höhe von 271.000 Euro. Je 50.000 Euro kommen von der Deutschen Stiftung für Denkmalschutz und der Denkmalpflege Baden-Württemberg. Kommune und Landkreis überweisen 5.000 Euro. Neben eigenen Rücklagen der Kirchengemeinde in Höhe von 97.000 Euro werden dazu auch Spenden in Höhe von 20.000 Euro erwartet.

Die Wiedereröffnung der St. Leonhardskirche ist bis spätestens zum Fest des Heiligen am 6. November 2020 angedacht. Ein Spendenkonto der Kirchengemeinde Reute gibt es bei der Raiffeisenbank Reute-Gaisbeuren: IBAN DE35 6006 9350 0023 2100 01.

 

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Corona-bedingt engagieren sich die ehrenamtlichen Helfer in verschiedenen Teams. Von links: Karl Frick,  Josef Bautz (Kirchenbetreuer und Organisator), Josef Schmid. Weiter im Einsatz waren: Karl Maucher, Alex Rehbein, Karl-Eugen Ott, Jürgen Spieler, Rudi Heilig.

 

Bericht und Bilder: Rudi Heilig

 

 

 

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halloRV

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