Reute - Am Freitag, 5. Dezember wurden alle Schwestern im Mutterhaus auf das Corona-Virus getestet. Aufgrund mehrerer positiver Ergebnisse wurden die betroffenen Schwestern umgehend in ein anderes Gebäude umquartiert und die Kontakte zu den nicht infizierten Schwestern unterbrochen.
Bereits in der vergangenen Woche haben sich die Mutterhausschwestern in ihren Zimmern in Quarantäne begeben, nachdem Kontaktpersonen zu infizierten Schwestern entdeckt wurden. Auch für zwei positiv getestete Mitarbeiter wurde nun die Quarantäne angeordnet. Da einige Tests keine eindeutigen Ergebnisse lieferten, werden diese heute wiederholt.
Die Franziskanerinnen haben sich schon bald nach Ansteigen der Fälle Unterstützung bei einem zertifizierten Hygieneinstitut geholt. Das Institut berät die Schwestern bei der Bewertung von Risiken und der Erarbeitung und Umsetzung von Hygienemaßnahmen für die Klosterbewohnerinnen und Mitarbeiter. Über eine Personalagentur werden zusätzliche Pflegekräfte für die Schwestern im Gut-Betha-Haus eingesetzt. Medizinische Unterstützung erhalten die Franziskanerinnen bei Bedarf von den örtlichen Ärzten. Alle im Kloster eingesetzten Bundeswehrsoldaten werden zu ihrer eigenen Sicherheit täglich getestet.
Die angeordneten Maßnahmen des Gesundheitsamts bezogen sich bisher stets auf das Kloster der Franziskanerinnen von Reute. Nach einer Besprechung mit dem Verantwortlichen des Gesundheitsamts im Kloster Reute hat die Stadt Bad Waldsee ein Betretungsverbot für den gesamten Klosterberg ausgesprochen. Dies betrifft nun auch die Pfarrkirche St. Peter und Paul. In einer Pressemeldung der Stadt Bad Waldsee verwies Bürgermeister Henne auf die Sicherheit der Besucher von Klosterberg und Pfarrkirche, die durch diese Maßnahme sichergestellt werden solle.
Für die Schwestern und Mitarbeiter, die die Organisation der erforderlichen Maßnahmen mit den vorhandenen eigenen Mitteln bewältigen, bedeutet die neue Situation eine weitere gewaltige Anspannung. Umso dankbarer sind sie für die von Bad Waldsees Bürgermeister Matthias Henne angeforderte Verstärkung der Bundeswehr-Kräfte.
Seit Bekanntwerden des ersten Corona-Falls im Kloster sind drei Bewohnerinnen im Gut-Betha-Haus verstorben. Die Todesfälle stehen laut Generaloberin Sr. Maria Hanna nicht im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Die betroffenen Schwestern verstarben im Alter von 87 bis 94 Jahren. „Wir sorgen uns sehr darum, dass wir unsere kranken und sterbenden Schwestern auch in der der aktuell schwierigen Lage würdevoll begleiten“, ergänzt Sr. Maria Hanna.
Presseinformation Claus Mellinger Franziskanerinnen von Reute e.V. Projektkoordination & Fundraising, Öffentlichkeitsarbeit

