Bad Waldsee - In einer Halbtagsaktion haben Natur- und Heimatfreunde, die auch Mitglieder der DAV-Sektion Bad Waldsee sind, jetzt im Spätsommer dafür gesorgt, dass die wuchernden Brennnesseln, Brombeergestrüpp und Distelpflanzen um die Burgruine Neuwaldsee entfernt und naturgerecht beseitigt worden sind. Zum Einsatz kamen Schneidegeräte für Hochgras und Gestrüpp.
Es gehört schon zur Tradition, dass die Gruppe mit Dr. Eckhart Dürr, Jörg-Peter Erichson, Tassilo Ettinger und Werner Schach einmal im Jahr rund um die Burgruine wieder freien Zugang schafft und auch angesammelten Müll entsorgt. Damit gemeint sind vor allem leere Flaschen und auch die Glasteile von zertrümmerten Bierflaschen. Dass sich die Naturfreunde über diese Hinterlassenschaften geärgert haben, dürfte klar sein. Auch die inzwischen gut erkennbaren Rinnen direkt neben den Ruinenresten, passen nicht in die Landschaft hier und missfallen dem Team. Verursacht werden die Rinnen offensichtlich durch Mountainbiker, die abseits der Wege den Steilhang für wagemutige Übungszwecke nutzen.
Die Burgruine Neuwaldsee ist ein oft besuchtes Ziel von Wandergruppen und Spaziergängern aus der ganzen Region. Die Burgruine gehört zur Gemarkung Mittelurbach und liegt im Wald zwischen der Naherholungszone Tannenbühl und Mennisweiler. Das Gasthaus „Burgstock“ ist nicht weit entfernt. Der Name des Gasthofs weist heute noch auf die ehemalige Burg hin. Auch Grundschulklassen aus Bad Waldsee und des Umlands sind hier anzutreffen, die vor Ort anschaulich Heimat- und Sachunterricht erleben und hier auch das für den Wandertag mitgebrachte Rucksackvesper auspacken dürfen.
Im Rahmen einer gemeinsamen Aktion der Ortschaften Haisterkirch und Mittelurbach im Jahr 2011 sind bei der Burgruine eine Schautafel und Ruhebänke angebracht worden. Entgegen der lange Zeit geltenden Annahme, dass die Turmburg aus dem frühen 13. Jahrhundert durch ein Erdbeben zerstört worden sei, ergaben Recherchen des früheren Stadtarchivars Michael Barczyk, dass Franziskaner im Jahr 1649 die Burg nach Genehmigung durch den Grafen Waldburg gesprengt hatten, um mit den Steinen ein Kloster in der Stadtmitte aufbauen zu können.
Text und Fotos: Rudi Martin

