Haisterkirch - Der Waldseer Wolfgang Gustke amüsiert und unterhält mit einem Gedicht über das Äternwerden.
Ist man noch Kind, vergeht kaum die Zeit,
alles kommt einem vor wie die Ewigkeit.
Man kann kaum erwarten, dass man älter ist,
später denkt man dann: So ein Mist!
Als Kind hat man noch keine Sorgen,
heute ist heut´, und dann kommt morgen.
Schnell wurde man älter, und dann ist es soweit,
in Windeseile entrinnt uns die Zeit.
Dann wird um verlorene Tage geweint,
weil einem ein Jahr wie ein Monat erscheint.
Früher fühlte sich alles so unbeschwert an,
heute denkt man mit Wehmut daran.
Man erlebte Freude und Trauer,
und mit der Zeit wurde man schlauer.
Man hat in den Jahren vieles erlebt,
oft ist man im Alltag festgeklebt.
Man hat glückliche Stunden zu wenig geschätzt,
und Menschen gedankenlos manchmal verletzt.
Heute weiß man, man hat auch Fehler gemacht
und über die Folgen kaum nachgedacht.
Man hat oft mit Dingen Stunden vertan,
die man nicht mehr zurückholen kann.
Im Großen und Ganzen ist man zufrieden,
wenn auch nicht immer vom Glück beschieden.
Man muss sich an dem, was man hatte, erlaben,
man kann ja schließlich nicht alles haben
und die dahineilende Zeit festhalten.
Wie man es auch wenden mag,
jetzt erscheint einem ein Jahr plötzlich wie ein Tag.
Ist man erst älter, man kommt kaum noch mit,
enteilt uns die Zeit mit rasendem Schritt.
Man muss sich nicht immer dem Stress hingeben,
genießt die Zeit, viel zu kurz ist das Leben.
Genieße das Leben, so lange es noch geht!
Eh´ man sich umdreht, ist es zu spät..
Gedicht von Wolfgang Gustke, August 2020
Bild Rudi Martin

