Bad Waldsee - So mancher Waldseer dürfte sich am Samstag erst mal gewundert haben: Menschen in bunter Kleidung und mit Dachauer auf dem Kopf sind unterwegs?
Und hört man da nicht die Klänge von Narrenmarsch und Schunkelwalzer in der Ferne? Nein, das kann ja nicht sein, schließlich geht es ja grad erst noch „d’rgega“ – oder haben wir jetzt sogar schon im Februar über 30 Grad und die Hochfasnet ist angebrochen?
Die Lösung dieses Rätsels lag vor der Ölmühle, wo auch dieses Jahr wieder das traditionelle Ölmühlenfest stattfand – und die Narrenzunft schaffte es erneut, einen Hauch von Fasnet in den Hochsommer zu bringen. Wie immer war für alle Altersklassen etwas geboten. Die Hungrigen und Durstigen konnten sich schon ab der Mittagszeit von den Zunfträten persönlich mit pikantem Schaschlik oder kühlen Getränken bedienen lassen – und die verlangten ausnahmsweise nicht einmal, dass man vorher möglichst laut die Narrensprüche hören ließ.
Besonders begeistert von ihrem Programm waren natürlich die Kinder. Reihenweise und mit teils erstaunlicher Behändigkeit erklommen sie den Kletterbaum, um die dort oben wartenden Preise zu ergattern. Auch die Kletterschlange, bei der man sich behutsam vortasten muss, um nicht abgeworfen zu werden, erfreute sich großer Beliebtheit. Da wurden sogar so manche Großeltern wehmütig und erinnerten sich daran, dass sie selbst als Kinder die Schlange schon zu bezwingen versucht hatten. Das Highlight war aber die neue Hüpfburg, die im Vorfeld von den Jungelferräten persönlich schon ausgiebig getestet worden war.
Fasnetsstimmung kam endgültig auf, als abends die Sammlermusik zu den Klängen des Sammlermarsches einmarschierte. Bei Klassikern wie dem „Schneewalzer“, „Gi-Ga-Gondele“, der „Sammlermarie“ oder der „kleinen Kneipe“ zeigte sich, dass die Narrenschar das Schunkeln und Küssen seit dem Aschermittwoch keineswegs verlernt hat. Die Narrenzunft bietet ja bekanntermaßen seit einiger Zeit auch Akkordeonunterricht an. Einige der fleißigen Nachwuchsmusiker waren bei diesem Auftritt schon dabei und bekamen Sonderapplaus.
In buntesten Hawaiihemden aller Couleur waren die Gäste auf dem ganzen Gelände ab 18 Uhr an der neu, im Südseeambiente gestylten Hawaiibar zu finden. Dort gab es allerlei Cocktails zu genießen und man konnte anhand der ausgelassenen Gespräche und der guten Musik erkennen, dass man nicht in die Ferne schweifen muss, um der Südsee nahe zu sein.
Über den ganzen Abend bis in die Nacht wurde getanzt, gelacht, geschunkelt und mit voller Spannung erwartet, wer denn den ausgerufenen Wettbewerb um das schönste Outfit gewonnen hat. Diese Ehre wurde …. Zuteil.
Ein weiterer Höhepunkt war die Rede von Zunftrat Sven Hillebrecht anlässlich des 40. Hochzeitstages von Margot und Theo Egle- seines Zeichens Ehrenzunftrat- deren Ehe stets unter einem guten närrischen Stern steht und somit zurecht in diesen Rahmen passte.
Ein Kompliment natürlich dem kompletten Zunftrat und dem Team für die Organisation und Durchführung dieses Events, das wieder einmal bewiesen hat, auch im Sommer ein wichtiges Element der Waldseer Fasnet zu sein.
Text: Michael Moser/ Emanuel Endres / Foto: NZW

