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Haisterkirch - Heuer beging die Kirchengemeinde Johannes Baptist Haisterkirch ihr Patrozinium in einer anderen Form: Man ging am 25. Juni abends einen Teil des Haisterkircher Kapellenweges. Peter Lutz, Mitarbeiter der Bildschirmzeitung, war dabei. Hier seine Eindrücke:

Eigentlich fällt der Johannistag bzw. das Johannisfest auf den 24. Juni. Man nannte früher das Johannisfest auch „Sommerweihnacht“, weil es eng mit der Sommersonnwende verknüpft ist, wie auch Weihnachten, das ja auch eine Sonnwende markiert. Im Sommer erinnern wir uns an Johannes den Täufer, der am 24. Juni seinen Namenstag hat und an diesem Tag geboren wurde.

Die Kirchengemeinde Haisterkirch verlegte ihr Patrozinium auf den folgenden Sonntag und ließ sich dazu etwas Besonderes einfallen. Sie lud zu einem musikalischen Pilgerweg mit Start an der Pfarrkirche und Gang zur Sebastianskapelle, von dort zur Sankt-Anna-Kapelle in Hittelkofen und schließlich zur Spitzenkapelle im Haistergau. An allen Stationen gab es musikalisch anspruchsvolle Andachten, begleitet von Pfarrer Stefan Werner, der in Hittelkofen zusätzlich seine Oboe erklingen ließ.

Ich meine, die Station an der Spitzenkapelle, umgeben von reifen Getreidefeldern bei untergehender Sonne, ganz für sich im Haistergau war sehr beeindruckend und hätte dem Johannes sicher auch gefallen. Natürlich wurde ein besonders zu dieser Kapelle passendes interpretierendes Vaterunser gesprochen, trägt die Kapelle doch auch den Namen „Gott-Vater-Kapelle“! Die musikalische Begleitung gestaltete Barny Bitterwolf mit Gitarre und Piffel. Die Piffel ähnelt dem Alphorn, ist aber wesentlich kürzer und erreicht das Ohr etwas sanfter als das Alphorn. Bitterwolf trug Leonard Cohens „Hallelujah“ mit eigenem Trost und Zuversicht spendendem Text vor, wiederum passend zu diesem besonderen Ort. Dass dieser Ort Dankgefühle weckt, drückte Bitterwolf mit seinem Dank-Kanon aus. Sowohl Pfarrer Werner als auch Bitterwolf sprachen in die Landschaft und in die Gegenwart passende Segen. Pfarrer Werner orientierte sich dabei an Franz von Assisi und Bitterwolf zitierte einen aus dem 13. Jahrhundert stammenden Weingartener Reisesegen.

Danach gingen die zahlreich erschienenen Pilger zum Haisterkircher Klosterhof, wo am offenen Feuer Mitgebrachtes gegrillt werden konnte und der besondere musikalische Pilgerweg zum Patrozinium mit anerkennenden Worten gewürdigt wurde.
Peter Lutz

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Barny Bitterwolf mit dem Alphorn. Foto: Peter Lutz

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halloRV

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