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Bad Waldsee - Bewegender Abschiedsgottesdienst am Patrozinium Peter und Paul in Reute Gut gefüllt war am Samstagabend die Wallfahrtskirche St. Peter und Paul in Reute.

 

Aus der gesamten Seelsorgeeinheit Bad Waldsee nahmen Gläubige, Musikliebhaber und Weggefährten von Bernadette Behr am Festgottesdienst teil. „Kirchenmusik ist nicht nur schönes Beiwerk bei Gottesdiensten, sie ist ein Teil der Verkündigung“, so Pfarrer Stefan Werner in seiner Predigt. Und weiter „Gute Musik in der Kirche hat gleichen Stellenwert wie eine Predigt“. Das Wort des heiligen Augustinus „Wer singt, betet doppelt“ treffe in vollem Umfange auf den Kirchenchor Reute zu.

Beim Festgottesdienst kamen ein Auswahl gern gesungener und gehörter Werke bekannter Komponisten aus verschiedenen Epochen zum Vortrag. Sowohl an der großen Kirchenorgel wie auch an der Chororgel begleitete der junge Kirchenmusiker Leo Straßner in Höchstform die 37 Sängerinnen und Sänger des Chores.

Pfarrer Stefan Werner, selbst aktives Chormitglied, sprach am Schluss des Gottesdienstes herzliche Dankesworte an die scheidende Chorleiterin: „Du hast es in über 23 Jahren in ganz besonderer Weise verstanden, den Glauben nicht nur mit Worten weiterzugeben, dafür danke ich dir von Herzen. Es ist aber auch kein kompletter Abschied, als Organistin bleibst du uns ja auch weiterhin erhalten“.

Den Reigen der Dankesworte führte Franziska Tessling als zweite Vorsitzende des Kirchengemeinderats weiter: „Danke für deine Leidenschaft, den Fleiß und deine Motivation, unseren Kirchenchor zu so einer Höchstform zu führen“. Und mit einem Augenzwinkern: „Wer weiß, vielleicht bekommt der Kirchenchor ja bald eine neue und dazu höchst erfahrene Sängerin in seine Reihen dazu“.

Eine einmalige Erfolgsgeschichte nannte die Vorsitzende der Kirchenchors Simone Halder die Ära Bernadette Behr. „Du hast uns mit passender Chorliteratur gefordert aber nie überfordert. Stets geduldig mit einem Lächeln im Gesicht und bestens vorbereitet hast du mit uns geprobt. Durch dein Vertrauen in unsere Fähigkeiten sind wir auch über uns hinausgewachsen. Unser Publikum hat es dir und uns allen sehr häufig mit begeistertem Beifall oder sogar ‚standing ovations‘ gedankt“.

Simone Halder erinnerte auch an die besondere Ehre, als im Jahre 2011 der Chor anlässlich des 150-jährigen Bestehens die Palästrina-Medaille überreicht bekam. Noch in bester Erinnerung sei ebenfalls das Konzert anlässlich der 250 Jahre Seligsprechung der Guten Beth im Jahre 2017. Bei dieser Feier wurde zusammen mit der Musikkapelle Reute-Gaisbeuren und Projektsängern die „Missa Katharina“ für Blasorchester und Chor von Jacob de Haan aufgeführt. Die Überreichung eines Geschenkkorbes erfolgte emotional, Tränchen war hier unvermeidbar.

„Man soll gehen, wenn es am Schönsten ist“, eine solche Entscheidung erfordere aber eine besondere Entschlusskraft, Stärke und Klarheit, mit diesem Satz begann Bernadette Behr ihr Abschiedswort. „In meinem Hauptberuf als Schulamtsdirektorin und stellvertretende Amtsleiterin des Staatlichen Schulamts Markdorf bin ich zunehmend zeit- und arbeitsintensiv eingebunden. Mein verantwortlicher Anspruch lässt aber in Zukunft nicht mehr Doppelfunktionen zu. Somit verabschiede ich mich als langjährige Chorleiterin von meinem Kirchenchor“.
„Meine Meilensteine und Entwicklungsschritte mit dem Kirchenchor Reute sind für mich überwältigend. Eine herzliche, vertraute, intensive und wertschätzende Beziehung von Anfang an. Ich habe viel gefordert, der Chor ist mitgegangen. Dies ist nicht selbstverständlich. Menschlich und musikalisch hat sich unser Repertoire und unser chorisches Können anerkennenswert entfaltet. Genau dies war es, was mir immer Freude bereitet hat“, großer Beifall der Besucher quittierte dieses Statement von Behr.

Bernadette Behr dankte neben allen Aktiven und Ehemaligen besonders den Vorsitzenden in ihrer Ära: Franziska Hashemi, Conny Arnold-Weiß und Simone Halder für treue Begleitung, Beratung und Unterstützung. Dank sprach sie auch den Pfarrern Karl Eiberle, Thomas Bucher und Stefan Werner sowie auch den Pfarrerinnen der evangelischen Kirchengemeinde Rilling und Oehme zu.

„Das Feld für eine Nachfolge ist bestellt, auch diesen Anspruch hatte ich im Blick. Mein ehemaliger Schüler Leo Straßner will diesen Prozess aufgreifen und er wird es auch können. Als Sänger und Organist ist er bereits herzlich verbunden und vertraut mit dem Chor. Lieber Leo, ich wünsche Dir alles Gute, werde Dir zur Seite stehen, wenn Du Beratung möchtest und lasse nun gerne los in Deine Hände“, nach diesem Schlusswort und mächtigem Applaus der Kirchenbesucher nahm die scheidende Chorleiterin ihren Platz in der ersten Kirchenbank bei ihrer Familie ein.

Der Kirchengemeinderat lud anschließend zu einem Stehempfang auf dem Kirchplatz beim Kloster ein.

 

Bericht und Bilder Rudi Heilig

 

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Simone Rebmann (links) und Simone Halder übergeben einen Geschenkkorb

 

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Leo Straßner an der Orgel

 

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