Bad Waldsee - Sechs Frauen und vier Männer präsentieren bis zum 23. Juli je vier Arbeiten, mit denen sie sich um den 2. Paul-Heinrich-Ebell-Förderpreis bewerben. Das gezeigte künstlerische Spektrum ist groß. Es reicht von großflächiger über kleinteilige Malerei bis zu geflochtenen Hängeskulpturen und Wandbehängen.
Nach der Eröffnung durch Hubert Leißle, Vorsitzender des Museumsvereins, und Grußworten der Stadt, überbracht vom Ersten Bürgermeisterstellvertreter Benno Schultes, erzählte Axel Otterbach, Initiator und Mentor des Förderpreises, von Ebell.
„Er war kein Kunsterzieher im herkömmlichen Sinn. Er war selbst Künstler und war außerdem Vorstandsmitglied der altehrwürdigen Sezession Oberschwaben Bodensee. Die SOB sah sich über Jahrzehnte als die repräsentative Künstlervereinigung in der Landschaft zwischen Donau, Bodensee und Hochrhein an.“ Heinrich Ebell habe es auch mit den Lehrplänen für das Gymnasium nicht so genau genommen und habe etwas andere Vorstellungen zur Vermittlung von Kunst im Unterricht gehabt. „So machte er unter anderem einen Wettbewerb unter seinen Schulklassen zur Renovierung der Kapelle in Mattenhaus.“
Ebell war der Begründer der Kleinen Galerie in Bad Waldsee, die mittlerweile im Haus am Stadtsee ihre Heimat gefunden hat und in zwei Jahren ihr 60-jähriges Bestehen feiern kann. 1989 verstarb Heinrich Ebell.
Er vermachte einen großen Teil seiner künstlerischen Hinterlassenschaft der Stadt Bad Waldsee. Sie wird jetzt vom Museums- und Heimatverein gepflegt. Der Museums- und Heimatverein hat immer wieder Ausstellungen und Publikationen von Ebells Arbeiten gemacht. Die Schöpfungen seiner Grafik in Holz- und Linolschnitten brachten auch Geld in die Kasse, um Kunst von jungen Kunstschaffenden zu fördern. Vor zwei Jahren hat sich der Verein deshalb entschlossen, einen Kunstförderpreis auszuloben.
Dieses Jahr wird der Preis bereits zum zweiten Mal vergeben. Die Künstler haben die Chance auf zwei Auszeichnungen: den Preis der Jury, dotiert mit 3000 Euro, und den Preis des Publikums, dotiert mit 500 Euro. Um die Preise bewerben können sich Künstler und Künstlerinnen bis zum Alter von 35 Jahren. Obwohl der Preis für Malerei ausgeschrieben wurde, ließ die Jury dieses Mal auch Installationen außerhalb der Malerei zu.
Insgesamt haben sich 23 junge Künstler und Künstlerinnen um den Preis beworben. Die Jury hat davon zehn ausgewählt, die in der aktuellen Ausstellung mit jeweils vier Arbeiten vertreten sind.
Axel Otterbach bedankte sich bei der hochkarätigen Jury, bestehend aus Dr. Ilonka Czerny, Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Prof. Martin Oswald, PH Weingarten, Prof. Jörg Eberhard, Düsseldorf, Gerhard Langenfeld, Bad Saulgau und Dr. Matthias Thorner, Bad Waldsee.
Die Publikumsjury kann bei Besuchen im Museum mittels Kärtchen, auf die die Nummern der favorisierten Werke geschrieben werden, noch bis zum 16. Juli abstimmen und so den Sieger küren.
Die Kandidatenausstellung ist im Bad Waldseer Kornhaus noch bis zum 23. Juli zu sehen.
Text und Fotos: Erwin Linder







Ausgewählte Exponate.

Ca. 50 Personen kamen zur Vernissage ins Kornhaus.

Hubert Leißle, Vorstand der Museums- und Heimtvereins.

Benno Schultes, Bürgermeisterstellvertreter

Axel Otterbach, Bildhauer, Mentor des Preises und Ebell-Schüler

