Zum Radwegbau zwischen Osterhofen und Eggmannsried
Generell fördern Radwege den Anreiz, vom Auto auf ein energieschonendes Fortbewegungsmittel umzusteigen, und sind zu begrüßen. Wieso jedoch ist in diesem wenig befahrenen Bereich zwischen Eggmannsried und Osterhofen ein Radweg nötig, der den Boden zerstört?
Die Bodenversiegelung beträgt in Deutschland mehr als 14 % der Flächen. Dadurch gehen den Tieren Lebensräume verloren, die natürliche Bodenkühlung sowie die Fruchtbarkeit geht verloren und die versiegelte Fläche nimmt kein Wasser mehr auf.
Trotz der Bitte um sinnvolle Ausgleichsmaßnahmen für die Versiegelung von mehr als 5000 Quadratmeter durch den Radweg, um das Gleichgewicht der Natur wiederherzustellen, wurde bisher von den Behörden lediglich mitgeteilt, dass in Zukunft der seitliche Randstreifen nur noch zweimal im Jahr gemäht würde und nicht gedüngt würde. Das klingt eher nach einer willkommenen Arbeitsentlastung für den Bauhof als nach einer zielführenden Kompensation für den Schaden an der Natur. Privatpersonen müssen hingegen bei kleineren Baumaßnahmen schon zehn oder mehr Bäume zum Ausgleich für die Versiegelung pflanzen. Wo bleibt da die gerechte Handhabe?
Zudem ist fraglich, ob nach dem Bau der acht geplanten ca 300 m hohen Windkraftanlagen Radfahrer diesen Weg noch mit Lust befahren werden.
Dr. Carmen Pöhl, Bad Wurzach

