Bad Waldsee - Viele freuten sich auf das erste Serenadenkonzert der Bad Waldseer Stadtkapelle am Freitagabend. Die Restaurantplätze vor dem „Hirschen“, dem „La Piazetta“ und dem „Grünen Baum“ waren gut besetzt. Das Klima war angenehm mild. Den ganzen Tag über schien die Sonne. Aber wer den Himmel beobachtete, dem kamen schon Bedenken.
Nach und nach bezogen die Musiker der Stadtkapelle ihre Positionen. Sie spielten sich ein, rückten ihre Stühle zurecht. Mittlerweile zogen sich am Himmel immer mehr Wolken zusammen. Die Stimmung wurde zusehends bedrohlicher.
Dirigent Gerald Auer schwang seinen Taktstock. Die Kapelle setzte zu einer flotten Melodie an. Dann: Eine Windbö packte die Noten der Musiker. Verteilte sie auf dem ganzen Rathausplatz. Zuschauer und Musiker rannten kreuz und quer und zickzack über den Platz. Retteten an Noten, was es zu retten gab und drückten sie dem verdutzten Dirigenten in die Hände. Gerald Auer und seine Musiker nahmen‘s mit Humor und brachten sich und ihre Instrumente unter den Arkaden ins Trockene.
Wer konnte, suchte sich ein Plätzchen in den Gaststuben oder harrte unter den Markisen aus. Denn nach dem Wind kam der Regen. Sintflutartig goss es. Wer sich nicht unterstellen konnte, wurde ruckzuck nass bis auf die Knochen.
Text / Foto: Erwin Linder
Die Noten verteilen sich auf dem Platz
Hilfreiche Besucher bringen dem Dirigenten die Noten.

